Bagpiper Bar ausgebrannt

Neueröffnung erfolgt frühestens Ende Dezember

Emilio Bechelen hatte grosse Pläne. Vorweihnachtliche Umtrunke wollte er abhalten, den umsatzstarken Dezember gebührend nutzen. Jetzt hat der Besitzer der altgedienten Schwulenbar Bagpiper anderes zu tun. Sein «Bägi» ist in der Nacht auf den 28. November bis auf die Grundmauern ausgebrannt.

Das Feuer, das nach Betriebsschluss ausgebrochen ist, hat den Betrieb und das darüber liegende Stockwerk an der Zähringerstrasse vollends zerstört. Der dadurch entstandene Schaden wird auf mehrere hunderttausend Franken geschätzt. Menschen sind keine zu Schaden gekommen. Erste Abklärungen der zuständigen Ermittlungsbehörde der Stadtpolizei Zürich schliessen Brandstiftung aus. Vielmehr sei ein elektrischer Defekt Schuld am Flammenmeer gewesen, sagt eine Mitarbeiterin der Stadtpolizei gegenüber Cruiser.

Emilio Bechelen steht dem Bagpiper seit fast zehn Jahren vor. Im Sommer 1999 hatte er die Bar kräftig renoviert und diese Ende Juli erfolgreich wieder eröffnet. «Es ist uns gelungen, ein anderes und jüngeres Publikum anzusprechen», sagt Bechelen. Steigende Umsatzzahlen hätten die Trendwende monatlich schwarz auf weiss belegt. «Wir haben in der Renovation selber mit angepackt. Jetzt ist alles zunichte gemacht. Das schmerzt», sagt Bechelen.

Dabei hätte die Katastrophe sogar verhindert werden können. Zwei Wochen vor dem Brand lief in der Bar Wasser aus. «Ein Architekt riet uns dringend, die Elektroleitungen zu kontrollieren», sagt Bechelen. Kabelbrände sind häufige Folgen von Wasserschäden. Doch die verantwortliche Versicherung hätten die Warnungen in den Wind geschlagen und entsprechende Abklärungen hinausgezögert. Wie die Realität zeigt, mit schwerwiegenden Folgen.

Emilio Bechelen will sich durch den Vorfall nicht beirren lassen. Er will das Bägi auf jeden Fall renovieren und auferstehen lassen. «Die Arbeiten werden mindestens einen Monat, wenn nicht länger dauern.» Auch für seine Angestellten sei vorgesorgt. «Glücklicherweise bin ich gut versichert.» Spätestens Ende Januar hofft er seine Gäste wieder bewirten zu können. Vielleicht sogar in modernerem Ambiente. «Ich überlege mir, ob ich die Bar nicht vergrössern soll. Vielleicht nehmen wir sogar den ersten Stock über der Bar in Betrieb», sagt der Bar-Mann. Jetzt habe er Gelegenheit, grössere bauliche Entscheidungen zu treffen, und so eine «noch schönere, modernere Bar entstehen zu lassen».

Oswald Weber

 

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