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Gay-Inserat abgewiesen Schwule Reisende werden umworben - Hotelier-Verein schläft weiter «Für unser gay-freundliches Hotel suchen wir per 1. März einen Receptionisten», schreiben die Zürcher Betreiber des «Goldenen Schwert». Diese Stellenanzeige hätte im Fachmagazin Hotel+Tourismus Revue erscheinen sollen. Doch die Touristiker wiesen das Inserat zurück. Gay heisse schliesslich schwul, und Werbetexte mit sexuellem Inhalt wiedersprächen den Hausregeln, begründete die Publikation des Schweizer Hotelier-Vereins ihre Absage. Interventionen des Kunden zeigten keine Wirkung: Die Blattmacher blieben stur.
Schönes, dummes Spiess-bürgertum! Derweil der Hotelier-Verein Buchstaben reitet, findet weltweit ein Umdenken statt. In Grossbritannien, in Deutschland und Australien versuchen offizielle Tourismus-Organisationen mit Schwulen ins Geschäft zu kommen. Schliesslich ist dieses Segment ein millionenschwerer Markt. Nur der als konservativ und behäbig geltende Dachverband der hiesigen Hotelerie hält an seinen veralteten Prinzipien fest. Umdenken ist an der Zeit. Gemäss NZZ will Zürich Tourismus die Limmatstadt künftig ebenfalls als Gay-Metropole vermarkten. Schweiz Tourismus hat unlängst sogar einen Workshop abgehalten, in dem das rosa Potenzial im Mittelpunkt stand. Motto der Veranstaltung: «Angebotsgestaltung für die Gästegruppe der Homosexuellen». «Schwule sind Touristen wie alle anderen auch», sagte einer der Referenten: «Nimmt man sie so, wie sie sind, und geht auf ihre Bedürfnisse ein, gewinnen die Hoteliers eine fidele und äusserst dankbare Kundschaft.» Erschienen ist dieses Statement übrigens auch in der Hotel+Tourismus Revue. Kasse will man mit den Schwulen offenbar machen, sonst aber nichts mit ihnen zu tun haben. Oswald Weber
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