 |
Jesus
als Ledertucke
Provokative
Fotoausstellung soll in die Schweiz kommen und sorgt jetzt schon für Aufsehen
|

Himmlische
Szene: Gottes Sohn inmitten von Lesben und Drag Queens
|
Die
Fotos sorgen für rote Köpfe, wo immer sie ausgestellt werden sollen.
Blasphemisch seien sie, ein Verstoss gegen die Moral, sagen aufgebrachte
Menschen: «Eine Provokation sondergleichen.» Die
schwedische Fotografin und Künstlerin Elisabeth Ohlson zeigt in
insgesamt zwölf Aufnahmen Jesus inmitten von Schwulen, Transvestiten
und Aids-Kranken.
Gottessohn
in Ledermontur und freigelegtem Gemächt. Sowas bewegt. Im Mai soll
die Schau auch in Zürich zu sehen sein, in der City-Kirche Offener
St. Jakob beim Stauffacher. Ein Team um Pfarrer Anselm Burr hätte
die Bilderreihe «Ecce Homo» gerne unter die Schirmherrschaft der
Euro-Games gestellt. Doch die Verantwortlichen des sportlichen Grossanlasses
lehnten ab. Die Zurückhaltung der Sport-Orgnaisatoren macht Sinn.
Die EDU, die eine Petition gegen den schwulen Sportanlass eingereicht
hat, wirbelt hinter den Kulissen und setzt den Organisatoren zu.
«Die Lage ist diffizil, das derzeitige Klima auch so lästig genug»,
sagt Euro-Game-Pressesprecherin Doris Fiala: «Wir wollen den Goodwill
der Behörden und damit die Absicht unseres Grossanlasses nicht unnötig
aufs Spiel setzen.» Die Euro-Games sollen ein Maximum an Integrationsarbeit
leisten: «Die Provokation, wie sie Ecce Homo beinhaltet, gefährdet
diese Pläne», so Fiala.
|
Die
Kirchenvertreter waren bass erstaunt, als sie die Absage der Eurogamler
be-kamen. Die Sport-Aktivisten mussten sich den Vorwurf gefallen lassen,
zu vorsichtig und zurückhaltend zu agieren. Euro-Games verwehrt sich gegen
die Vorwürfe. Für sie sei entscheidend gewesen, dass die Bilder die Gefühle
von Menschen verletzen könnten, zumal sie nicht in einer Galerie, sondern
in der Kirche selber zu sehen sein werden.
Der Kulturbetrieb beschäftigt sich derzeit ausgiebig mit dem Leben Jesu'.
In Dancefloor-Hits werden Bibelzitate eingestreut, Fotografen nageln Frauen
ans Kreuz, Bibelszenen füllen Lifestylepostillen, beispielsweise die letzte
Ausgabe von «Visionaire». Wo immer heilige Szenen nachgestellt werden,
sind Skandale vorprogrammiert.
Die
zwölf Fotos von Elisabeth Ohlson provozieren ohne Ende. Der Papst himself
verwehrte sich dagegen und selbst das EU-Parlament erhob Einspruch, als
Ohlson ihre Bilder in Strassburg aufhängen wollte.
Die Idee zu «Ecce Homo» kam der Fotografin, nachdem mehrere Freunde an
Aids gestorben waren. Einige Christen behaupten, diese Krankheit sei eine
Strafe Gottes: «Ich erkannte, welche grosse Verantwortung die Kirche auf
sich nimmt, wenn sie sich zu homosexuellen Menschen äussert. Mit der Ethik
und der Moral, die wir in der Bibel finden, müssen wir heute noch leben»,
sagt Ohlson. Ihre Gegner sehen das anders. Die Fotografin musste nach
wiederholten Bombendrohungen bei Vorführungen in Räumen der Kirche, so
wie es in Zürich geplant ist, sogar unter Polizeischutz gestellt werden.
Trotzdem gilt «Ecce Homo» als Erfolgsprojekt: 160 000 Menschen haben sich
die Bilder bisher angesehen.
Die
Veranstaltung in Zürich, die wahrscheinlich vom 19. Mai bis 19. Juni dauert,
wird die Diskussion um die Moral auch in der Schweiz lancieren. Davor
hatten die Veranstalter der Euro-Games Angst. «Wir wissen aus Erfahrung,
welche Wellen solche Geschichten schlagen», sagt Pressefrau Fiala. «Und
bevor man sich vorsieht, wird darunter alles begraben.»
Eine
Internetlösung der
|