Homoerotisches Bilderrätsel

Was haben die beiden Männer im Bett von Mobitare verloren?

Lassen wir das Bild kurz wirken: Da liegen zwei Kerle zusammen im Bett, relaxt und guter Dinge. Im Hintergrund macht sich eine Frau an einem I-Mac zu schaffen. Wurde sie vom Lover - und das womöglich mit ihrem besten Freund - betrogen? Oder besprechen die beiden bloss die Aktienkurse, ganz ungezwungen, wie es Kollegen halt so machen? Die Lösung bleibt unter der Bettdecke verborgen.

«Wo Trends wohnen» verspricht der Titel des bunten Mobitare-Katalogs. Auf Seite acht macht die Broschüre ihr Versprechen erstmals wahr - mit ebendiesem flätzenden Männerpaar. Schon will man ein Loblied auf den Möbelanbieter anstimmen. Schliesslich hat sich dieser, als chice Tochter von Möbel Pfister, schon vorgängig für Schwule engagiert und unter anderem die Mister-Gay-Wahlen gesponsort. Schön, denkt man, dass die Wirtschaftsvertreter endlich erkennen, wie man mit unsereins ins Geschäft kommt - mit Bildern, die zwei Männer ohne Vorbehalte unter dieselbe Decke legt. So wie es etwa Konkurrent Ikea seit den Neunzigerjahren tut.

Der zweite Blick verwirrt. Weshalb nur ähneln sich die beiden Beaus auf der Matratze derart? Handelt es sich um Zwillinge, um Inzest? Oder um Klone, um eine Liebeserklärung an die Gentechnologie?

Nichts da . Das Bild sei ganz zufällig entstanden, beschwichtigt die Presseabteilung von Mobitare. Das Duo sei auch kein Liebespaar: «Heute ist es doch ganz normal, wenn zwei Männer, zwei Frauen oder auch deren drei nebeneinander im Bett liegen.» Werbung, die provozieren wolle, sei hoffnungslos veraltet, sagen die Verantwortlichen. Ganz überzeugt scheinen sie von ihrer Haltung jedoch nicht zu sein: Wie sonst lässt sich erklären, dass Mobitare denselben Mann kopiert und zweimal in dasselbe Bett gelegt hat? «Mobitare bewegt zu schlaflosen Nächten», steht in der Bildunterschrift. Schlaflose Nächte, das weiss doch jeder, machen zu zweit viel mehr Spass.

 

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