| Faszinierendes
Down Under
Wie man sich als Gay in Australien wohlfühlt Australienreisen gehören inzwischen zu den Standardangeboten schwuler Reiseveranstalter wie Mykonos oder Gran Canaria. Der lange Flug - gut 24 Stunden - ist zwar eine Tortur, aber alleine Sydney entschädigt mehr als reichlich für die Strapaze. Der perfekte Start eines Sydneyurlaubs ist eine Fahrt durch Sydney Harbour mit einer der öffentlichen Fähren. Zum Beispiel nach Manly. Kaum hat das grüne Fährschiff abgelegt und ist an «The Rocks», Sydneys historischem Stadtviertel, und der Harbour Bridge vorbeigetuckert, biegt es an Sydney Opera in den Harbour ein, und den Passagieren entfaltet sich das atemberaubende Panorama blaugrün schimmernden Wasserfläche der grossen Pazifikbucht, eingerahmt von grünen Hügeln und den Stadtteilen Sydneys. Weiter Richtung Manly, kurz vor der Durchfahrt zum offenen Pazifik, liegen die beiden schwulen Strände Obelisk und Lady Jane. Die Felsen und das Buschland rund um Obelisk Beach sind äusserst ergiebige Cruisinggebiete. Die gut 30minütige Busfahrt von der Innenstadt zu Lady Jane am Südufer der Bucht ist eine atemberaubende Sightseeing Tour. Vorbei geht es an den ArtDeco- Bauten in Kings Cross, den schmucken Villen in Double Bay, den historischen Kolonialvillen Elizabeth Bay House oder Vaucluse House, den quirligen Schiffsmarinas in Rose Bay. Und immer wieder öffnen sich auf der kruvenreichen Strecke sensationelle Aussichten über die Bucht auf Opernhaus, Harbour Bridge und Down Town. Von der Endstation in Watsons Bay sind es dann noch gut fünf Minuten zu Fuss bis zum Gay Beach. Sydney gibt sich gerne als schwullesbische Welthauptstadt. Während der Mardi-Gras-Zeit im Februar ist dieser Anspruch Wirklichkeit. Zu Zehntausenden fallen Schwule und Lesben aus aller Welt in die Stadt ein und verwandeln für gut zwei Wochen die Oxford Street, die schwule Meile, in einzige Party. Aber auch in den elf Monaten ohne HomoFestival kann sich das schwule Sydney, 2002 Gastgeber der Gay Games, sehen lassen. In keiner anderen Stadt der Welt, ausser San Francisco und New York, haben es Schwule und Lesben so prächtig verstanden zu einem ernst zu nehmenden Faktor im kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben einer Stadt zu werden. In Melbourne konzentriert sich die schwule Szene in den Stadtteilen Prahan und Collingwood. Prahan bietet vor allem Cafes und Restaurants wie das «151» oder «Blue Elephant». Den neuesten Klatsch, Veranstaltungstips oder einen neue Frisur erhält man im OutLook. Das ist, hm, ich kann nur die Visitenkarte zitieren: Café... Internet... Cyber Lounge... Greeting Cards... Glitzy Gadgets... Affordable Female/ Male Haircuts. Der andere Brennpunkt der Szene ist Collingwood. Im «Laird» gibt sich die Leder- und Fetischszene ein Stelldiche und in der späteren Nacht «Club 80» die gesamte Szen «Club 80» ist ein Cruising-Et blissement, in dem mann si auf drei Etagen in Darkroom oder in Einzelkabinen, manchmal mit formidabler SM-Ausstattung - amüsieren kann. In der «Cyber Lounge» des Clubs stehen16 Internet-Computer bereit, deren Nutzung im Eintrittspreis inbegriffen ist. Ein absolutes Muss für Sydneybesucher ist ein Ausflug in die gut zwei Zugstunden entfernten Blue Mountains. Felsformationen wie die Three Sisters, Höhlen in Wentworth, umherhüpfende Kängurus, bunte Papageien und weisse, kreischende Kakadus in den riesigen Eukalyptuswäldern sowie zauberhafte Cafés und Restaurants in den beiden malerischen Städtchen Katoomba und Leura sagen mehr als deutlich: es muss nicht immer Grossstadt sein. Hoch im Nordosten, im tropischen Teil Australiens, laden die Palmenstrände an der Coral Sea zu einem Traumurlaub ein. Bestens aufgehoben sind die schwulen Gäste in den beiden Gay Hotels «James 24» und das im tropischen Regenwald gelegene «Turtle Cove» mit eigenem Strand. Egal ob man «nur» abhängen und relaxen möchte, oder seinen Urlaub mit Regenwaldtouren, Krokodilsafaris oder Tauchkursen aktiv gestalten möchte, das Urlaubsparadies rund um Cairns bietet einfach alles. Von Cairns aus starten die nicht ganz billigen Tagestouren raus zum Great Barrier Riff. Schnorchelnd oder - für die Mutigeren - tauchend kann man die sich von bunten Korallen, Fischen in allen Farben und Grössen und anderem Meeresgetier faszinieren lassen. Zurück an Land lässt sich der Abend trefflich in einem der vielen Seafoodrestaurants an der Uferpromenade mit einer Flaschen australischen Chardonnays und gegrillten oder im Teig ausgebackenen Verwandten der Riffbewohner verbringen. Spezialitäten der Region sind die riesigen Mud Crabs und der Barramundi, ein überaus wohlschmeckender Fisch. Und dann geht's ab ins Bett, denn schwules Nightlife in Cairns bietet nur die Discobar «Trix» und die ist in der Woche nur als «tragisch» zu bezeichnen. Michael Lenz In der Printausgabe: Zahlreiche Reisetips.
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