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Mit
Elefanten zum Gay Pride
In Thailand zeigen die Schwulen sich öffentlich - im übrigen Südostasien verstecken sie sich noch Wer die Teilnahme an einer Christopher Street Parade unter Palmen erleben möchte, aber die lange Reise zum Mardi-Gras nach Sydney scheut, der ist zum Gay Pride Festival in Patong auf der thailändischen Ferieninsel Phuket am richtigen Platz. Zum zweiten Mal fegte Mitte November die Gay Pride Parade durch Patong. Gut 18 prächtig dekorierte Wagen zogen bei 35 Grad Hitze gut anderthalb Stunden vorbei an rund 10 000 Zuschauern über die Strandpromenade des tropischen Badeortes. Ein Höhepunkt war die Gruppe in goldglitzernden Thaigewändern, die auf Elefanten in der Parade mitritt. Eine Woche zuvor fand in Bangkok übrigens der CSD statt, der zur Parade über die Silom Road gut 20 000 Besucher anzog. Dies entsprach rund viermal so vielen wie im letzten Jahr, dem ersten Gay Pride in ganz Südostaseien. Doch in Bangkok war die Gay Pride Parade am ersten Novemberwochenende fast an der Sturheit der Behörden gescheitert. Erst in letzter Minute hatte die Polizei die Parade doch noch genehmigt. Zur grossen Überraschung hat die Polizei dann sogar ihre Zusage eingehalten. Die Paradestrecke über die notorisch verstopften Strassen Silom und Surawong in der Innenstadt wurden abgesperrt für die zehn prachtvoll dekorierten Wagen und die vielen fantasievoll kostümierten Fussgruppen. Im vergangenen Jahr musste sich die Parade durch den mörderischen Verkehr Bangkoks quälen. Khun Daeng vom Gay Pride Phuket
hingegen lobte gegenüber «Cruiser» die «grossartige»
Unterstützung durch die Behörden der Insel. Der Bürgermeister
von Patong, versicherte in seiner Rede, er werde auch weiterhin die Gay
Community unterstützen. Homosexualität ist
in Thailand nicht illegal Politik und Behörden zeichnen sich jedoch immer wieder durch homophobe Massnahmen aus. So habe die Regierung im vergangenen Jahr einen Erlass herausgegeben, mit dem die zu deutliche Präsenz schwuler Charaktere in thailändischen TV-Seifenopern eingeschränkt werden solle, sagt Pimton. 1996 hatte die Lehrervereinigung Thailands beschlossen, Schwulen die Zulassung zum Schuldienst zu verbieten. Erst nach massiver Intervention von Menschenrechtsorganisationen und Psychologen hob das Parlament ein Jahr später das Berufsverbot wieder auf. Gewalt gegen Schwule und Lesben, wie sie in westlichen Ländern vorkomme, gebe es in Thailand aber nicht. Schwierige Stiuation in
den Nachbarländern In Malaysia wurde in diesem Jahr der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Anwar Ibrahim wegen angeblicher homosexueller Vergehen zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Behörden des Stadtstaates Singapur hatten im vergangenen Mai eine Schwulenkonferenz verboten. «Das allgemeine Moralempfinden der Bürger von Singapur ist konservativ, und das Strafgesetzbuch verbietet bestimmte sexuelle Praktiken», hiess es zur Begründung. Pakorn Pimton ist zu Recht stolz darauf, das erste Gay Pride Festival Südostasiens ins Leben gerufen zu haben, zu welchem in diesem Jahr einige 1000 Schwule, Lesben, Transsexuelle und Drag Queens aus den Nachbarländern sowie aus Europa, Australien und den USA anreisten. Auffälligste Figur unter den weissen Ausländern, den Farangs, war die Schweizer Drag Queen Tamara aus Zürich. Michael Lenz |