CSD-Zukunftsvisionen

An der GV nebst Vereinsgeschäften viel Raum für Diskussionen

Der «VEREIN GAY PRIDE - CHRISTOPHER STREET DAY ZÜRICH» lud am 25. Januar zur Generalversammlung und wenige kamen. Dafür die Engagierten. «Ein kleiner Haufen, der die wohl grösste Party und politische Demo der Szene organisiert», wurde nicht ohne Stolz erwähnt, als die geringe Teilnhemerzahl angesprochen wurde.
Wer als Neuling im Verein nun eine trockene GV erwartete, gar mit einem Kassenbericht, so verlesen wie einst Emil auf der Bühne, hat sich arg getäuscht.
Unter Leitung des Profis Dieter Achtnich, der nicht dem Vorstand angehört, wurde Punkt für Punkt der Traktandenliste im Tempo angegangen und abgehakt: Das Protokoll der letzten GV, Bericht des Präsidenten, Jahresrechnung, Budget 2001, Wahlen in den Vorstand. Bedauert wurde vor allem der Rücktritt der engagierten Goia Hofmann.
Bestätigt wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Vincenzo Paolino, Dominique Sauge, Thomas Voelkin. Neu gewählt: Colette Bütikofer, Stefan Eberli, Sara Folloni und Eva Kaderli. Als Revisor wurde Georg Linsi wiedergewählt. (Nachdem er mit leichtem Schalk den Revisionsbericht verlesen hatte, dabei mit Nachdruck darauf hinwies, nach dem Verlust des vergangenen Jahres, sei dieses Jahr mit dem Geld haushälterisch umzugehen).
CSD 2001 und Zukunftsvisionen
Der Vorstand nahm sich Zeit, eine Vielzahl von Ideen, Anregungen und Einwänden der anwesenden Mitglieder anzuhören. Anlass zur Diskussion gab das noch zu bestimmende Motto und dessen Ausformulierung.
Eine Auswahl von Voten: Der CSD soll ganz klar eine politische Aussage haben, aber bitte nicht so verstaubt. Ein starkes Motto ist wichtig: nur dann steigt die Presse auf eine Berichterstattung ein. Wir müssen uns nicht immer von der fordernden Seite zeigen, sondern selbstbewusst auftreten, Lebensfreude zeigen. Wir müssen solange fordern, bis Bern uns die gleichen Rechte gibt. Wir müssen uns öffnen - wir müssen einen Anlass schaffen, an dem sich auch die am Strassenrand stehenden miteinbezogen fühlen. Wir wollen auf dem Platzspitz ein Fest schaffen, das offen ist, zu dem sich auch unsere nicht schwulen und nicht lesbischen Freunde eingeladen fühlen.
Nun liegt es am Vorstand, das Angehörte zu verdichten.
Diskutiert wurde auch die Frage: wieviel Mitglieder braucht der Verein CSD. Der Verein freut sich über neue Mitglieder (auch Passive). Gesucht werden natürlich vor allem aktive, engagierte Mitglieder, die sich für eine Aufgabe in einer Arbeitsgruppe interessieren wie Kulturprogramm, Internet, Werbung, Umzug/Sicherheit. Vincenzo nahm gleich die Bedenken vorweg: Das ist zwar etwas Arbeit, aber es macht vor allem viel Spass.

Auf Wiedersehen am CSD Zürich, 23. Juni 2001

Eine Internetlösung der