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Echte
Ehe für Schwule und Lesben
Holland
verwirklicht als erstes Land die völlige Gleichstellung mit den Heteros
«Die Ehe kann
durch zwei Personen unterschiedlichen oder gleichen Geschlechts geschlossen
werden.»
Wir wissen es längst: Schwule und lesbische Liebe ist ebenso wertvoll
wie heterosexuelle Liebe. Diese Einsicht kann aber auf politischer Ebene
nichts anderes heissen, als dass gleichgeschlechtliche Paare rechtlich
heterosexuellen Paaren gleichzustellen sind. Das bedeutet nicht, dass
Partnerschaften zwischen zwei Männern oder zwei Frauen nicht Besonderheiten
und Unterschiede aufweisen könnten und dürften (zum Beispiel
Rollenverteilung, Lebensstil oder ökonomische Unabhängigkeit
der PartnerInnen): Gleichstellung heisst nicht Gleichmacherei.
Diese Einsicht hat in Dänemark, Schweden, Norwegen, Island und den
Niederlanden dazu geführt, dass Schwule und Lesben ihre Partnerschaften
als «registrierte Lebensgemeinschaft» amtlich anerkennen lassen
können, was ihnen weit gehend den gleichen Status gibt wie Ehepaaren.
Frankreich hat ein eigenes Modell mit weniger Rechten verabschiedet (PaCS),
Deutschland ist ebenfalls daran, ein eigenes Modell in Kraft zu setzen.
Die Frage stellt sich jedoch bei all diesen Regelungen: Wieso wird eigentlich
nicht der einfachste Weg gewählt, derjenige der Öffnung der
Ehe für Schwule und Lesben? Wenn doch unsere Liebe den gleichen Wert
hat, wieso dann eine Sonderlösung?
Holland als Pionier
Als erstes europäisches Land hat nun Holland vorgemacht, was echte
Gleichstellung heisst. Nachdem bereits seit einigen Jahren eine «registrierte
Partnerschaft» möglich ist, welche praktisch ehegleiche Rechte
bringt, ist nun das holländische Parlament Ende Dezember einen entscheidenden
Schritt weitergegangen: Es hat eine Änderung des Zivilgesetzbuches
beschlossen, welches Schwulen und Lesben die Möglichkeit gibt, ganz
«normal» zu heiraten. Es handelt sich um das «Gesetz
über die Änderung des Buches 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches
betreffend die Öffnung der Ehe für Personen des gleichen Geschlechts
(Eheöffnungsgesetz)», wie das in der Juristensprache so schön
heisst.
Das Gesetz tritt voraussichtlich am 1. April 2001 in Kraft. Darin heisst
es klipp und klar: «Die Ehe kann durch zwei Personen unterschiedlichen
oder gleichen Geschlechts geschlossen werden.»
Kinderadoption
wie bei Heteros
In einem zweiten Gesetz erlaubt Holland nun auch die Kinderadoption für
gleichgeschlechtliche Paare, und zwar praktisch im gleichen Umfang wie
für heterosexuelle Paare. Die einzige Einschränkung ist die,
dass eine Adoption nur erfolgen kann, wenn das Kind die holländische
Staatsbürgerschaft hat. Dies war nötig, um internationale Probleme
bei der Anerkennung der Kinderadoption auszuschliessen.
Selbstverständlich können hetero- und homosexuelle Paare nur
dann adoptieren, wenn die zuständige Behörde sich überzeugt
hat, dass das Paar dazu geeignet ist und eine Adoption im Interesse des
Kindes wäre.
Auf Holland anstossen
Holland hat damit als erstes Land Europas Schwule und Lesben rechtlich
völlig gleichgestellt. Denken wir daran: Eine solche Gleichstellung
war in Europa vor wenigen Jahren noch praktisch undenkbar. Man darf bereits
darüber spekulieren, wann die nächsten Länder nachziehen
werden
Wie auch immer - am 1. April 2001 besteht für uns alle
ein Grund, auf die Holländerinnen und Holländer anzustossen!
Eine
Internetlösung der
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