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Schwule Terror Opfer
Auch Organisation
schwuler Moslems verurteilt den Terrorangriff auf die USA.
Al-Fatiha, die internationale
Organisation lesbischer, schwuler, bi- und transsexueller Muslims, hat
die Terrorangriffe auf das World Trade Center in New York und das Pentagon
in Washington scharf verurteilt. «Wir stehen in einer Reihe mit
unseren Brüdern und Schwestern in den USA und überall auf der
Welt und beklagen die Toten und verurteilen diese Tragödie»,
sagte Al-Fatiha Gründer Faisal Alam.
Die Mitglieder von Al-Fatiha (www.al-fatiha.net) rief Alam auf, den Toten
der Anschläge in Gebeten zu gedenken und alles zu tun, um den Opfern
beizustehen. An die weltweite Gay Community richtete Faisal Alam den Appell,
als Folge der Attentate nicht alle Araber und Moslems stereotyp über
einen Kamm zu scheren. «Wir dürfen jetzt nicht Angst und Zorn
die Oberhand gewinnen lassen.» Keine Religion spreche sich in ihrem
Grundwesen für Gewalt und Terrorismus aus, sagte Alam weiter und
betonte: «Auch nicht der Islam.»
Araber-Hetze im
Chat
Wie begründet die Angst von Al Fatiha vor einer Hetze gegen Muslims
und Araber ist, zeigte ein zufälliger Blick in einen australischen
Chatraum von gay.com. «Araber sind der Abschaum der Erde»,
sagte ein schwuler Chatter. Ein weiterer pflichtete ihm bei und setzte
noch einen drauf: «Tod allen Arabern.» Erfreulicherweise gab
es auch andere Stimmen, welche die Hetzer zum sofortigenVerlassen des
Chatraums
aufforderten.
Schwule Abstzurzopfer
Unter den Toten der Attentate von New York und Washington sowie beim Absturz
bei Pittsburgh waren auch Schwule, Lesben sowie Menschen, die sich für
deren Rechte eingesetzt hatten. Im bei Pittsburgh abgestürzten Flugzeug
sass der ehemalige Profi-Rugby-Spieler Mark Bingham. Der 31-jährige
schwule Mann war vermutlich einer der drei Passagiere an Bord der Maschine,
die versucht haben, die Geiselnehmer zu überwältigen. Er war
Spieler in einer schwulen Rugby-Mannschaft in San Francisco und plante,
ein Rugby-Team für die Gay Games in Sydney im kommenden Jahr zusammenzustellen.
Co-Pilot der Maschine, die in das Pentagon krachte, war der offen schwule
David Charlebois. Er lebte zusammen mit seinem Freund in Washington D.C.
«Sein Lachen erhellte viele Treffen der Vereinigung schwuler Piloten»,
so in einer Erklärung der National Gay Pilots Association (www.ngpa.org).
In der Maschine starb auch die Modefotografin und Schauspielerin Berry
Berenson, die Ex-Gattin von Hollywood-Star Anthony Perkins - er outete
sich nach der Scheidung als schwuler Mann und starb am 12. September 1992
an den Folgen von AIDS - sie war eine in den USA bekannte Streiterin für
die Rechte von Schwulen und Lesben.
In der Maschine, die als erste in das World Trade Center prallte, war
David Angell. Der 54-jährige heterosexuelle Mann war einer der Produzenten
der TV-Serie «Frasier» sowie einer der prominenten Unterstützer
der Stop-DrLaura-Kampagne. Die amerikanische Talkshowmoderatorin hatte
im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt, als sie Schwule und Lesben
als «biologischen Irrtum» bezeichnete.
Der Stop-DrLaura-Kampagne (www.stopdrlaura.com/flashintro.html) war es
gelungen, die USA-weite TV-Show von Dr. Laura zu Fall zu bringen.
In dem Flugzeug, das den Südturm des World Trade Centers zum Einsturz
brachte, befanden sich Ronald Gamboa und Dan Brandhorst. Die beiden Männer
lebten seit 13 Jahren zusammen und befanden sich mit ihrem dreijährigen
Adoptivsohn David auf dem Heimflug nach Los Angeles.
Schwule Retter
Unter den toten Rettungskräften in Manhattan ist auch der offen schwule
katholische Kaplan der New Yorker Feuerwehr, Reverend Michael Judge. Viele
Bewohner der schwul-lesbischen Viertel Greenwich Village und Soho, in
der Nähe des World Trade Center gelegen, haben Freunde und Lebenspartner
in dem Inferno verloren.
Überall in den USA haben die schwul-lesbische Metropolitan Community
Churches (www.ufmcc.com) zu Gedenkgottesdiensten aufgerufen. In dem Appell
warnt MCC-Sprecher Reverend Elder Troy D. Perry vor der pauschalen Verurteilung
von Moslems: «Die Mehrheit der Moslems überall auf der Welt
strebt nach Frieden und betet heute mit uns.»
Michael Lenz
Eine Internetlösung
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