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Pulverschnee und
Partyplausch
Schwullesbische
Winterwoche im Kloster-Dorf Engelberg
Engelberg, gibt's
da nicht eine Klosterschule? Ja, aber auch weltoffene Verantwortliche
in der Tourismusbranche. Im Januar wird Engelberg ganz schön rosarot
und es spannt sich ein herrlicher Regenbogen während einer ganzen
Woche über die Klostermauern.
Klar können Schwule und Lesben in jedem beliebigen Wintersportort
von Adelboden bis Zuoz die Wintersonne geniessen und sich im Schnee vergnügen.
Der Pulverschnee stiebt auch unter ihren Skiern oder Snowboards überall
und auch nicht anders
Etliche Hotels stören sich heute nicht im geringsten daran, wenn
zwei Männer oder zwei Frauen zusammen ein Zimmer buchen. Aber Schwulen
und Lesben ist dabei nicht immer ganz wohl. Sie fühlen sich eher
geduldet, als wirklich willkommen. Und wenn es dann am Abend darum geht,
sich zu vergnügen, bleibt man auf sich gestellt. Ein Fondue-Abend
und ein zum Tanz aufspielendes Duo, das an Hammondorgel-Zeiten erinnert,
sind oft das höchste der Gefühle. Schwule und Lesben von heute
haben andere Vorstellungen von heissen Winternächten.
Den andern Winter
entdecken
«Entdecken Sie
den etwas anderen Winter» ist eine der Aussagen im aktuellen Engel
berger Winter-Prospekt. Die Prospekt-Gestalter hatten dabei wohl kaum
daran gedacht, dass eine der Winterwochen in Engelberg wirklich sehr «anders»
sein wird. Nämlich die Zeit vom 13. bis 20. Januar 2002: «Gay
and Lesbian Winter-Week». Und vor allem das Wochenende vom 19./20.
Januar.
Die Idee, für schneebegeisterte Schwule und Lesben etwas Besonderes
zu organisieren ist nicht einfach eine PR-Aktion von Engelberg-Titlis
Tourismus. Das Ganze steht unter dem Patronat von LOS und Pink Cross.
Die beiden Engelberger Hotels Ramada-Treff und Schweizerhof konnten von
der Idee begeistert werden, boten Hand und heissen im Januar ganz offiziell
Schwule und Lesben willkommen. Angeboten werden zu einem Spezialpreis
Hotelzimmer, Frühstück und Skipass. Neben Skifahren und Snowboarden
auf den Pisten von Engelberg (82 km) bietet der Kurort weitere attraktive
Ferienangebote zum Beispiel 38 km Winter-Wanderwege, Eisklettern, Schneeschuhlaufen
mit Fondueplausch, Schlitteln oder Bungy Jumping.
Engelbergs Nachtleben
Zur Begrüssung
der Feriengäste findet am Sonntagabend in der Bar des Hotel Ramada-Treff
ein Apéro statt. Eine gute Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen.
«The place to go» in Sachen Après-Ski ist das Trendlokal
«Yucatan» im Herzen von Engelberg. Gestartet wird mit der
täglichen Happyhour von 17.00- 18.00 Uhr.
Als Abschluss der Ferienwoche steigt am Samstag im Kursaal für alle
Ferienwochen- und Wochenendgäste sowie die Bewohner von Engelberg
eine heisse, gigantische Party mit 2 Dancefloors. Und zwar in einer Aufmachung,
wie es sich die städtisch orientierten Schwulen und Lesben gewohnt
sind. Es wurden ja auch erfahrene Partyveranstalter für die Durchführung
verpflichtet: AERA & MEDUSA präsentieren unter dem Motto «Der
Berg ruft» die «special gay lesbian party» im Kursaal.
Dazu bieten sie nationale DJ-Grössen auf. Und die Veranstalter meinen
«da auch die Guys und Girls aus Engelberg dabei sind, wird wohl
so manches neue Gesicht zu sehen sein.»
Demo in den Bergen?
Manch einer stellt
sich nun die Frage, muss das sein. Ist das jetzt wieder so eine schwullesbisch
politische Sache. Da steht ja auch LOS und Pink Cross dahinter. Nein,
das ist es sicher nicht. Aber Aufmerksamkeit soll der Anlass schon erregen.
Vor allem in andern Wintersportorten, und in andern Sommerkurorten. Damit
eines Tages Schwule und Lesben überall wirklich willkommen sein werden.
In erster Linie haben aber die Initianten eines vor Augen: wintersportbegeisterten
Schwulen und Lesben eine unvergessliche Ferienwoche zu ermöglichen.
Toll, dass Engelberg sich so offen zeigt für Schwule und Lesben.
Viel Spass im Schnee!
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