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Gay Games 2002: Richtig
Happy
Sydney erwartet
14'000 Teilnehmer an den 6. Gay Games
Geoffrey Williams
vornehmste Aufgabe ist es, Zuversicht zu verbreiten. «In den nächsten
Monaten werden wir grosse Unternehmen als Sponsoren gewinnen können»,
so verkündete der Ko-Präsident des Gay-Games-Organisationskomites
Sydney 2002 strahlend im vergangenen August. Drei Monate später ist
noch keine Spur von Grosssponsoren zu sehen.
Aber der Optimismus von Williams erscheint ungetrübt. «Vermutlich
haben wir in einem Monat die ersten Verträge unterschriftsreif»,
ist sich Williams jetzt sicher. Der Manager räumt ein, die Auswirkungen
der negativen Schlagzeilen vom Sommer unterschätzt zu haben. «Das
hat den Prozess der Sponsorenansprache sehr verlangsamt. Wir müs-sen
erst das verloren gegangene Vertrauen wieder aufbauen.»
Auslöser der Krise war die Drohung des Präsidenten der Federation
of Gay Games (FGG), Bill Wassmer, Sydney wegen Finanzierungsproblemen
und internen Personalquerelen die Austragung der Gay Games 2002 zu entziehen.
Williams Optimismus ist nicht ohne Grundlage. «Wir haben 6210 bezahlte
Anmeldungen und liegen weit über der kalkulierten Zielgrösse
von 4000 Registrierungen bis Ende Oktober.» Die schon verpflichteten
Sponsoren seien wieder richtig «happy». In den USA würden
«ganze Teams» ihre Reise zu den Gay Games bei Qantas buchen,
freut sich Williams, der bis zu seiner Berufung auf den Chefposten der
Gay Games bei der Stadt Sydney Manager von Kultur- und Grossevents war.
Erwartet werden 14'000 Teilnehmer zu den 6. Gay Games.
Beigelegt seien endgültig auch die Querelen mit der FGG. «Wir
haben für unsere zweistündige Präsentation des Vorbereitungsstandes
von der Jahresversammlung der FGG in Johannesburg stehende Ovationen erhalten»,
so Williams. In der südafrikanischen Metropole wurde auch über
den Austragungsort der übernächsten Gay Games entschieden. 2006
wird das schwul-lesbische Megaevent im kanadischen Montreal stattfinden.
«Wir sind jetzt dabei, zusammen mit Montreal 2006 und nordamerikanischen
Agenturen ein Packetdeal für Sponsoren zu schnüren».
Einige Sportarten wie Badminton, Segeln, Golf oder Marathon sind bereits
so gut wie ausgebucht. Spitzenreiter bei den Anmeldungen ist Schwimmen
mit weit über eintausend Buchungen. Aber auch die von Volleyball-
und Tennisspielern können sich sehen lassen. Unzufrieden sind die
Veranstalter noch mit der Geschlechterverteilung. Zwar ist der Frauenanteil
von mageren 12,5 Prozent im Mai schon auf gut 30 Prozent gestiegen. Die
Veranstalter sind zuversichtlich, die Fünfzigprozentmarke noch zu
erreichen. «Die Ansprache von Frauen ist bei unseren weltweiten
Werbekampagnen ein zentraler Punkt», so die Ko-Vorsitzende Bev Lange.
Bei den Anmeldungen liegen die USA mit 2295 Registrierungen mit Abstand
an erster Stelle. «Aus der Schweiz sind erst etwas über 50
Anmeldungen eingegangen», sagt ein wenig wehmütig Patrick Erni,
der seit über zehn Jahren in Sydney lebt. Der Schweizer ist ehrenamtlicher
Mitarbeiter des Informations- und Registrierungsbüro der Gay Games.
Elf Monate vor Eröffnung der Gay Games in Sydney zeichnen sich auch
erste Konturen des Rahmenprogramms ab. Der Zuspruch zu dem umfangreichen
Konferenzprogramm, das unter dem Motto «Global Rights» Teil
der Gay Games sein wird, ist nach Angaben der Organisatoren enorm.
Vorgestellt wurden Ende Oktober auch die Highlights des Kulturprogramms
wie die Weltpremiere von Moya Henderson's Oper «Lindy Chamberlain»,
das Festival schwul-lesbischer Chöre oder der grosse Gala-Ball als
Höhepunkt der Tanzwettbewerbe in Sydneys Rathaus.
Die Eröffnung der Gay Games findet am 2. November mit einer gigantischen
Show im Sydney Football Stadium statt. Das vollständige Programm
soll im Frühjahr vorliegen. Williams zur Eröffnungszeremonie:
«ähnlich wie bei den Olympischen Spielen wird diese Performancecharakter
haben, mit internationalen Stars.» Und die Schlussfeier? «Wir
sind im Gespräch mit erfahrenen Organisatoren internationaler Benefizkonzerte
zu Gunsten von AIDS-Organisationen.»
Michael Lenz
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