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Gay Touristen - die
neue Zielgruppe Schon der deutsche
Schriftsteller Kurt Tucholsky erkannte den grenzüberschreitenden
Trieb von Schwulen und Lesben. «Es gibt nur drei wahrhaft internatio- Gay Marketing für die Limmatstadt Susanne Staiger, «Leiterin Leisure» bei Zürich Tourismus, bemüht weniger pathetische Vergleiche, um die Attraktivität des rosa Reisemarktes zu beschreiben: «Diese Zielgruppe ist grösser als zum Beispiel die Zahl Fussballfans in Deutschland oder der Bauern in der Schweiz.» Kein Wunder, dass sich auch die Stadt an der Limmat anschickt, sich als schwulenfreundliche Metropole rauszuputzen. «Gay Marketing wird ein wichtiger Bestandteil der touristischen Vermarktung Zürichs.» Zürich Tourismus habe sich zum Ziel gesetzt, das Image der Stadt als Wirtschaftsmetropole in Richtung Freizeitmetropole zu verändern. Touristik-Messen mit schwullebischen Angeboten Frau Staiger reiste
daher zur diesjährigen Internationalen Tourismusbörse Berlin
in der Absicht, die «G(ay) & L(esbian) Strategie von Städten
wie Berlin, Wien und Frankfurt zu durchleuchten». Diese Form der
«Betriebsspionage» war einfacher denn je. Erstmalig präsentierten
sich auf der weltgrössten Tourismusmesse Unternehmen und Destinationen
mit ihren schwullesbischen Produkten und Dienstleitungen «Gay &
LesbianTravel» in einer Spezial-Expo. Mega-Events sind keine Garantie für Gay-Touristen Jedoch scheint die
Rechnung Party plus Parade gleich volle Kassen nicht immer aufzugehen.
Gut 40 Prozent weniger internationale schwul-lesbische Touristen hatten
im vergangenen Februar den Weg zum Mardi Gras in Sydney gefunden, schätzen
Experten. Die vor allem unter US-Bürgern verbreitete Reiseangst als
Folge des 11. September als Ursache scheidet aus. Gefragt ist nicht nur Jubel Trubel Heiterkeit Schwule und Lesben
suchen jedoch nicht in erster Linie Jubel, Trubel, Heiterkeit und Sex
im Urlaub. «Wir wollen als Schwule und Lesben nicht ausgegrenzt
werden. Aber wir wollen auch keine Sonderstellung in der Touristik einnehmen»,
sagte der deutsche Tourismusexperte Rolf Ohler. Oftmals sei es für
homosexuelle Paare nicht möglich, in Hotels oder am Strand offen
zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Ein Grund für die andauernde
Attraktivität von warmen Hot Spots wie Gran Canaria oder Mykonos.
Michael Lenz
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