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Einmalig Die Zürcher Bevölkerung ist bis heute die einzige in Europa, die per Abstimmung kundgetan hat, dass sie gleichgeschlechtliche Partnerschaften für eine Selbstverständlichkeit hält. Rund zweidrittel der Stimmenden sagten Ja. Kein knappes Kleben an der 50%-Grenze wie bei andern Themen des Wochenendes. Nein, der Zeiger des Abstimmungsbarometers sprang beim Partnerschaftsgesetz stürmisch ins Hoch! Die Signalwirkung geht weit über den Kanton hinaus. Das ist einmalig. Schwule und Lesben in der Schweiz haben von heute an die eindeutige Gewissheit, dass eine Mehrheit zu ihnen steht. Die Zeiten sind endgültig vorbei, wo man nicht wusste, wie die Arbeitskollegen, die Freunde, die Familie reagiert, wenn sie «es» erfahren. Nach dem grossartigen Ja der vielen Heterosexuellen ist das Ja auch für Homosexuelle einfacher geworden: «Ja, ich bin schwul. Ja, das ist mein Partner. Ja, ich bin lesbisch. Ja, das ist meine Partnerin». Der Weg dahin war nicht einfach. Es gab bis zuletzt Zweifel und Ängste ob es gelingt, als Minderheit von der Mehrheit mehr Rechte zu erhalten. Es ist gelungen! Dank dem unermüdlichen Einsatz einer ganzen Reihe von Gruppierungen, die wirksame Überzeugungsarbeit geleistet haben durch persönlichen Einsatz ihrer Mitglieder, durch finanzielle Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit. Und natürlich gab es viele Schwule und Lesben, die keiner Organisation angehören, und mutig in ihrem Umfeld über das Partnerschaftsgesetz diskutiert haben. Über Jahre hinweg hat so ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden und ist Gesetz geworden. Nun darf man aufatmen.
Kurz Innehalten. Sich heute über das Erreichte freuen. Martin Ender
Zum ersten Mal wurde in Europa in einer Volksabstimmung über ein Partnerschaftsgesetz für Schwule und Lesben abgestimmt. Durch die Annahme des Gesetzes am 22. Septmber 2002 hat das Volk im Kanton Zürich deutlich gemacht, dass gleichgeschlechtliche Paare eine in der Gesellschaft akzeptierte Lebensform sind. Die stärkste Zustimmung erhielt das Gesetz erwartungsgemäss in der Stadt Zürich. An der Spitze steht der Kreis 5 mit 85,3%! Alle Bezirke, auch die ländlichen, haben das Gesetz gutgheissen. Wobei allerdings 24 Gemeinden (von insgesamt 171) eine Nein-Mehrheit ausweisen. Die Nein-Gemeinden: Im Bezirk Andelfingen; Adlikon, Andelfingen, Dorf, Flach, Humlikon, Oberstammheim, Ossingen, Thalheim an der Thur, Trüllikon, Truttikon, Volken, Waltalingen. Im Bezirk Bülach; Höri. Im Bezirk Dielsdorf; Bachs und Weiach. Im Bezirk Hinwil; Bäretswil und Fischenthal. Im Bezirk Pfäffikon: Bauma. Im Bezirk Winterthur: Attikon, Bertschikon, Dinhard, Ellikon an der Thur, Hofstetten bei Elgg, Turbenthal. |