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Scherrer, André Scherrer Der neue Mister Gay André Scherrer (25) kommt aus Kloten ZH und arbeitet als Flight Attendant. Im Interview mit dem Cruiser spricht er über seine Wahl, die Ziele seines Amtsjahres und über sein neues Leben als Mister Gay. Und gesteht, dass er seine Schwester in Kindertagen ganz nach James Bonds Manier mit Plastikpischtölelis verfolgt hat. Wie bist Du auf die Idee gekommen, an der Mister Gay-Wahl teilzunehmen? Einige Arbeitskolleginnen haben mich immer ein bisschen geneckt und gesagt: «Komm, probier's doch, Chancen hast du sicher!» Dann habe ich diese Chance tatsächlich ergriffen. Wie hat sich dein Leben nach dem Sieg verändert? Direkt nach der Wahl herrschte ein grosser Medienrummel. Ich wurde plötzlich von Kameras und Leuten umringt, die mir gratulieren wollten. Danach gab ich die ersten Interviews im Presseraum, was eine völlig ungewohnte Situation für mich war. In letzter Zeit habe ich regelmässig Interviews gegeben, dafür aber um so unregelmässiger gearbeitet. Du bist Flight Attendant und arbeitest somit in einem schwulen Beruf par excellence. Ist das Zufall? Ich habe früher
auch auf einem anderen Beruf gearbeitet. Flight Attendant war aber schon
mein Wunschtraum als Kind. Durch meinen Ex-Freund bin ich nach langer
Zeit wieder auf diesen Beruf gekommen. Als Flight Attendant hat man gewisse
Pflichten, man muss unter anderem ein gepflegtes Auftreten haben. Ich
denke, Schwule sind im Allgemeinen sehr gepflegt. Auch Fingerspitzengefühl
im Umgang mit den Passagieren ist sicher eine Qualität, die Schwule
mitbringen. Ich möchte die Akzeptanz der Schwulen in der Gesellschaft fördern. Ich bin ein relativ normaler Mensch und ich denke, dass diese Tatsache förderlich ist. Ich versuche die Klischees, die man immer sieht, durch meine Präsenz abzubauen. Muss man sich als Mister Gay bemühen, ein möglichst normales Schwulenbild zu vermitteln? Diese Frage finde ich etwas komisch. [LACHT] Ich bin so, wie ich bin und offenbar wurde ich aus diesem Grund auch gewählt. Ich muss mich nicht gross verstellen, um ein normales Bild an den Tag zu legen, das bin einfach ich. Was sagst du zu folgender Behauptung: «Ein Mister Gay muss nur gut aussehen und repräsentieren, innere Werte oder Intelligenz sind im Grunde genommen egal»? Ich könnte jetzt einfach mit «öh öh öh» antworten. [LACHT] Das stimmt überhaupt nicht. Bei Talk Täglich zum Beispiel musste ich spontan Antworten geben, die doch einen gewissen Intellekt erfordern [LACHT]. Zum anderen werde ich auch an Aktionen teilnehmen, bei denen es nicht immer nur ums Lächeln geht. Ich plane zum Beispiel einen Losverkauf an der Soirée d'Amour des Lighthouses. Gibt es negative Seiten am Mister Gay-Sein? Es ist nicht so, dass ich seit meiner Wahl einfach jauchzend durch die Gegend renne und jeder mir nachschaut oder mich anspricht. [LACHT] Es gibt sicher auch schwierige Situationen. Kürzlich habe ich im Ausgang erlebt, dass gewisse Leute, die mich eigentlich schon seit Jahren kennen, nicht mehr zu mir zu kommen und hallo sagen. Was natürlich alle Cruiser-Leser brennend interessiert: Bist du schon vergeben? Nein, ich bin Single. Wie muss ein Mann sein, der dein Herz höher schlagen lässt? Ich habe keine Vorstellung von einem Traummann. Wenn ich jemanden kennenlerne, kommt es zuerst einmal darauf an, ob er mir sympathisch ist, und ob wir einigermassen die selbe Wellenlänge haben, denn das ist doch die Grundlage für eine funktionierende Beziehung. Aber ob er jetzt blaue oder braune Augen hat, ob er blond oder dunkelhaarig ist, darin schränke ich mich selbst nicht ein, indem ich das vorgebe. Hast du als kleiner Junge mit Barbies oder mit Autos gespielt? Welch ein Frage! [LACHT] Ich habe eigentlich weder mit Barbies noch mit «Autöli gespielt. Ich und meine Schwester haben uns anders beschäftigt: Wir sind mit uns mit Pistolen nachgerannt und haben 007 nachgestellt. Danke für dieses Gespräch und viel Erfolg in deinem Amtsjahr als Mister Gay!
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