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Skandal im Sperrbezirk Seit neun Jahren veranstalten die Angels regelmässig schwule Parties in Zürich, viele davon haben mittlerweile Kult-Status erreicht und sind auch über die Sprach- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Doch das genügt den Partyveranstaltern nicht: Sie langweilten sich mit dem Altbewährten und stellten ein neues, nicht ganz jugendfreies Partykonzept auf die Beine. Am 8. Februar versetzte «Nuts & Bolts» zum ersten Mal das Zürcher Volkshaus in Aufruhr. Ein Abend mit harten Männern, schweisstreibender Musik und nackten Tatsachen. Sex sells? Dass man sich nicht auf einer unschuldigen Kindergeburtstags-Party befand, wurde spätestens an der Abendkasse klar: Plakate informierten über die Altersfreigabe ab achtzehn Jahren und warnten die Partybesucher vor möglichen pornographischen Inhalten im Innern des Volkshaus. Auch die auf dem Partyflyer abgebildete Schraube und ihr passendes Gegenstück liessen keinen Zweifel, worum es bei «Nuts & Bolts» vor allem gehen würde. Sind die Veranstalter auf den «Sex sells»-Zug aufgesprungen, der auch vor dem Zürcher Schickeria-Tempel «Kaufleuten» unlängst nicht Halt machte? «Klar hat unsere Party auch mit 'Sex sells' zu tun, aber dies steht nicht im Vordergrund. Wir wollen mit 'Nuts & Bolts' weg vom Mainstream und bewusst provozieren, wir wollen nicht wie die Heteros sein.» Das sind neue Töne, die Zürcher Party-Szene scheint genug vom Image der «netten Schwulen von nebenan» zu haben. «It's all about men, sex and music» Die Provokationen sowie der Besucheraufmarsch hielten sich zu Beginn des Abends allerdings in Grenzen. Ob es die eisige Kälte, der nicht gerade bescheidene Eintrittspreis von 35 Franken oder die Unsicherheit über den Dresscode des Abends war, bleibe dahingestellt. Nach und nach aber füllte sich das Volkshaus, dem für den Abend unter dem Motto «it's all about men, sex and music» ein kühler Baustellen-Look mit Gittern und Gerüsten verpasst wurde. Stahlharte Muckis, weich in weisse Muskelshirts verpackt, dominierten das Bild. Nach einem Gratis-Wodka am Eingang präsentierte man die Früchte des Fitnesstrainings dann unverhüllt und eine Spur losgelöster auf einem der drei Dancefloors. Im nun vollen, grossen Saal traten nach Mitternacht zu hartem House verschiedene Muskelmänner in Aktion, die auch intimere Körperteile offenherzig vorführten. Zum sprichwörtlichen Höhepunkt kam die Show am Ende der Party, als zwei Ledertypen eine nicht näher zu beschreibende Tätigkeit mit drei Buchstaben auf der Bühne vollführten. Primitives Verhalten oder lustvolle Provokation? - darüber scheiden sich die Geister. Himmlische Versuchungen In Zukunft soll «Nuts & Bolts» regelmässig im Volkshaus über die Bühne gehen. Daneben werden die Angels aber weiterhin ihre »Black»- und «White-Parties» veranstalten, welche seit Jahren ganz oben auf der schwulen Party-Hitliste stehen. Angesprochen auf den Kult-Status seiner Parties gibt sich Olivier bescheiden: «Ich habe nie gesagt, dass unsere Parties Kult seien, freue mich aber, wenn dies anscheinend so gesehen wird. Speziell an unseren Parties ist wohl vor allem, dass sie nicht in einem Club stattfinden. An eine Party geht man mit einer anderen Einstellung als in einen Club. Man kennt das Motto, den Dresscode, man bereitet sich vor. Zudem trifft man an einer Party Leute, die man in einem Club nicht sieht». Dass die Angels keine lammfrommen, gegen irdische Verlockungen gefeite Engel sind, haben sie mit «Nuts & Bolts» bewiesen. Man darf gespannt sein auf weitere himmlische Versuchungen. |