«Hildes Reise»
Ein sehenswertes, spannendes, schwules Schweizer Gay Roadmovie

von Dani Diriwächter


Gewagt, was Christof Vorster mit «Hildes Reise» auf die Leinwand bringt: Ein «schwuler» Kinofilm mit Elementen eines klassischen Roadmovies, der erst noch aus der Schweiz kommt. So widersprüchlich dies klingen mag, es gelingt dem Autor und Regisseur Vorster. Er zaubert trotz ernster Thematik eine überaus spannende Geschichte und höchst emotionale Bilder auf die Leinwand.

Erzählt wird die Geschichte von Steff (Oliver Stokowski), dessen ehemaliger Freund Martin Hilder, genannt Hilde, an AIDS verstorben ist. Steff ist unerwartet der Alleinerbe von Hildes Vermögen, das aus der wohlhabenden Hilder Familie stammt.
Er sollte auch den letzten Wunsch erfüllen und Hildes Asche ins Meer streuen. Dies und auch Steff als Alleinerbe kann jedoch Hildes Mutter (Heidi Maria Glössner) nicht akzeptieren und sie «erkauft» sich die Urne, um «ihren Martin»» im Familiengrab zu haben. Steff selbst braucht das angebotene Geld äusserst dringend, jedoch hat er nicht mit Hildes letztem Freund, dem jungen und unberechenbaren Rex (Michael Finger) gerechnet. Rex, HIV-positiv, stiehlt sich die Urne zurück, packt sie liebevoll in eine Reisetasche und macht sich auf die Reise in die Bretagne ans Meer. Mit dabei ein widerwilliger Steff, der zwischen Geld oder Vertrauen wählen muss. Im Laufe dieser Reise kommen sich Steff und Rex auf einer Ebene näher, die über blosse Freundschaft hinaus reicht, und es wächst ein Verständnis heran, das in der Bretagne auf eine harte Probe gestellt wird, denn die Hilder Familie lässt nicht locker.

Was zählt, sind die Emotionen

Die Thematik AIDS war Christof Vorster wichtig, jedoch vermied er es wohlwissend, den Film «nur» auf diesem Thema aufzubauen. Hildes Reise ist weit mehr als die, wie er es selber erwähnt, «emotionale Achterbahn» eines HIV Patienten, sondern eine Geschichte, die mit viel Gespür für das Zwischenmenschliche, sowie auch das Gleichgeschlechtliche, erzähl wird. Was zählt bei Hildes Reise, sind die Emotionen, fernab von gesellschaftlichen Einstufungen, die der Film jedoch auch darzustellen vermag. Machart und Technik überzeugen. So ergänzt sich beispielsweise die elegante Kameraführung mit dem sparsamen Einsetzen von Musik. Der Schnitt gibt dem Film zu Anfang ein beschwingtes Tempo, doch bei der Reise bekommt er eine Ruhe, die besinnlich in die finale Szenerie am Strande in der Bretagne mündet.


Viel Spannung und gute Schauspieler

Doch nicht alles verläuft in Ruhe. Die Story entfaltet eine ungeahnte Dynamik. Und die Spannung steigt, weil man als Zuschauer längst eine andere Lösung wüsste in dem Gerangel um Urne, Asche und Geld. Doch Vorster gibt der Geschichte einen andern Dreh. Gekonnt gelingt es ihm, Klischees zu umschiffen, und er vermied auch die üblichen «Fehler» eines Schwulen Films. Christof Vorsters grösstes Plus sind seine Darsteller, die Hildes Reise durch ihr Schauspiel prägen. Der charismatische Oliver Stokowsky fesselt durch sein zurückhaltendes Spiel. Michael Finger steigert sich zusehends von dem anfänglich flachen Part in den heimlichen Helden des Films. In der Rolle der kaltherzigen Mutter überzeugt Heidi Maria Glössner, deren innerliche Zerrissenheit einen Schauer über den Rücken gleiten lässt. Das Ensemble wird abgerundet von Katharina von Bock, bekannt aus «Lüthi & Blanc», Peter Rühring und «Sens Unik»-Sänger Carlos Leal.

In der Tat ist Christof Vorster ein Filmjuwel geglückt, wie es in der Schweizer Filmszene nur schwer zu finden ist.


Gratis-Kino-Tickets

Freitag, 19. Dezember 2003, 23.00 Uhr
im Kino Arthouse Alba am Central

CRUISER & HAZ laden 250 Gäste ein
auf eine eindrückliche Reise: HILDES REISE

HILDES REISE wird im Januar 04 in die Kinos kommen. Wir haben eine erste Spezial-Filmvorführung organisiert. Und nach dem Film gibt's erst noch einen Gratis-Drink in den nahegelegenen Lokalen Dynasty und Predigerhof.

Die Gratis-Tickets für Film inkl. Drink können reserviert werden über info@cruiser.ch oder info@haz.ch (zum Abholen an der Abendkasse) oder ab 10. Dezember direkt bezogen werden im Dynasty oder im Predigerhof.


TRILUNA FILM, FRENETIC FILMS, Dynasty, Predigerhof, HAZ und CRUISER

 

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