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Streit um die Gay
Games 06 Von Michael Lenz Die Gay Games stecken
in der Krise. Nach einem kurzen, aber heftigen Streit hat sich Montreal
im vergangenen November als Austragungsort der Gay Games 2006 von der
Federation of Gay Games (FGG) als lizenzgebende Organisation gelöst.
Die FGG sucht jetzt händeringend eine neue Gastgeber-stadt für
die 7. Gay Games, während Montreal mit seinen Planungen für
ein schwul-lesbisches Sportfestival wohlgemut fortfährt. Es wird
also in Zukunft zwei Gay Games geben, obwohl die kanadische "Dissidentenveranstaltung"
offiziell so nicht heissen darf. Die Männer &
Frauen von Montreal 2006 verwahrten sich in bester Tradi-tion der separatistischen
frankophonen Kanadier gegen eine Kontrolle durch die von US-Amerikanern
dominierte FGG. Das Team um Olympiasieger Mark Tewksbury plante "Die
besten Spiele seit eh und je" auf einer Grundlage von Teilnehmergebühren
von 16 000 bis 24 000 schwul-lesbischen Sportlern. Unrealistisch, kritisierte
die FGG unter berechtigtem Verweis auf die wesentlich niedrigeren Teilnehmerzahlen
der bisherigen Gay Games. Aber es ging gar nicht mehr um Fakten, um Analysen,
um Geld. Sondern um einen Machtkampf. "Die Führung der FGG ist
besessen von der "Marke" (Gay Games) und hat dabei die Veranstaltung
selbst aus den Augen verloren", heisst es in einem Statement von
Montreal 2006-Chef Mark Tewks-bury. Mehr noch: "Die FGG ist eine
undemokratische Organisation, die von einer Handvoll Direktoren geführt
wird". Und: "Der FGG fehlt Vision und Führungskraft." Im Jahr 2006 also
werden die schwul-lesbischen Sportler aus aller Welt zu entscheiden haben,
ob sie zu dem Sport-fest nach Montreal reisen. Oder zu den Gay Games der
FGG. Oder der schwul-lesbischen Olympiade die kalte Schulter zeigen. Ob
der Austragungsort Chicago oder Atlanta sein wird, entscheidet die FGG
im März. Bis 2006 aber werden die sich FGG und Montreal in den Diszipli-nen
Hauen und Stechen, Klagen und Gegenklagen messen. Kurz - die Gay Games
werden ein Imageproblem haben. Keine gute Voraussetzung, die Gay Games
für Sponsoren attraktiver zu machen. Zumal natürlich auch die
Kanadier den Erfolg ihrer Veranstaltung nicht garantieren können.
Die Wurzel der Pleiten der letzten vier Gay Games war in der Inkompetenz
und Egomanie der Organisationskomittees zu finden. Skep-sis also über
die Zukunft des schwullesbischen Sportevents ist angebracht. |