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Nach Basel und Bern,
jetzt in Zürich
HAIR, David Morell,
der junge Schweizer singt abwechslungsweise Claude und Berger
Von Kurt Büchler
1967 schrieben James
Rado und Gerome Ragni, zwei arbeitslose Schauspieler in New York, Buch
und Songtexte zum Musical HAIR - die Geschichte der Hippie-Generation.
Galt MacDermot komponierte die prickelnde Musik dazu. "Wir kannten
natürlich das traditionelle Broadway-Format, aber wir wollten etwas
Anderes schaffen, etwas Neues, um das ungeheure Lebensgefühl auf
die Bühne zu bringen, das wir in den Strassen spürten",
meinte Rado.
1979 hat auch Milos Formans Verfilmung dazu beigetragen, dass HAIR die
ganze Welt eroberte. Dabei sah sich das Rock-Musical bei seiner Geburtsstunde
durchaus auch mit Widerstand und Unverständnis konfrontiert. Es war
das Leben der langhaarigen, friedliebenden, frei schwebenden Hippies des
East Village in New York. Vor dem politischen Hintergrund des Vietnamkrieges
und einer kulturellen Rebellion der jüngeren Generation hatten die
Texter und der Komponist ein Stück amerikanischer Geschichte in einem
Musical eingefangen. Angedeutete Sexszenen, nackte Menschen auf der Bühne,
die Verteidigung des Drogenrausches und der respektlose Umgang mit der
Flagge der USA irritierten Besucher der späten 60er Jahre. Dank der
grellen Kostümen, der Perlenketten, Räucherstäbchen und
dem wahnwitzigen Tempo und Überraschungseffekten in Beleuchtung und
Choreografie, aber auch wegen Ablehnung durch das Establishment und zahlreichen
Zensurmassnahmen, gewann HAIR ungeheuer an Popularität. Es bedeutete
ein Aufbruch zu neuen Ufern: "The Age of Aquarius".
Noch heute gilt es
als Standardwerk für Moral, Sexualität, Individualismus, Rassismus,
Gewalt, Drogenkonsum, Loyalität und sozialer Akzeptanz im heutigen
Amerika und der ganzen westlichen Welt. Über 50'000 Zuschauer strömten
im Frühling 2003 ins Musical Theater Basel. Vor dem Hintergrund der
Irakkrise gewannen Fragen zu Moral, Krieg und Gewalt traurige Aktualität.
Die Story
Claude erhält den Marschbefehl für den Krieg in Vietnam. Seine
Freunde und allen voran Berger, bringen ihre Ablehnung gegen Krieg und
Gesellschaft lauthals zum Ausdruck. "Age of Aquarius" zeigt
die Träume vom kommenden Zeitalter. Sie diskutieren, streiten und
lieben sich und Claude tritt schliesslich seinen Militärdienst an.....
HAIR wird ab 4. März
in der Maag MusicalHall Zürich gespielt. Mit dabei sind Kisha als
Jeanie, Gunvor als Crissie und David Morell abwechslungsweise als Claude
und Berger - alle aus der Schweiz. Eine Produktion von fine arts management
in Zusammenarbeit mit dem Musical Theater Gdynia, Polen
"In Basel war
es eine geniale Zeit", meint Gunvor. "Das Team war grossartig
und fast täglich auf der Bühne zu stehen, war toll. Von den
professionellen Kolleginnen und Kollegen konnte ich jede Menge lernen.
Es war auch eindrücklich, dass Präsident Bush, just zu dieser
Zeit den Irak angriff. Unsere Stimmung war damals sehr bedrückt.
Für die Wiederaufnahme in Bern und Zürich hat der Regisseur
viele Änderungen angebracht und wir freuen uns, endlich wieder die
"Sonne herein zu lassen".
CRUISER-Interview
mit David Morell, alias Claude und Berger
CRUISER: Wie fühlen Sie sich, wenn Sie an HAIR denken?
David Morell: Sehr gut und doch gespannt. Momentan sind wir mitten in
den Proben in Polen und es kribbelt nun schon heftig, endlich vor Publikum
zu spielen. Es wird ein tolles Happening werden, gespickt mit grossen
emotionalen Momenten und coolem Sound.
Nach dem Besuch
des Liverpool Institute For Performing Arts sind Sie ja bestens ausgebildet
für ein Rockmusical. Was reizt Sie an der Rolle des Claude und an
derjenigen Bergers speziell?
Ich denke die Gegensätzlichkeit beider Charaktere ist der grösste
Reiz aber auch die grösste Herausforderung, beide Rollen quasi gleichzeitig
zu spielen. Berger, der Anführer, das enfant terrible, im Gegensatz
zu Claude, der eher den ruhigen in sich gekehrten Typen der Hippie Zeit
aufzeigt.
Finden Sie, dass
HAIR überhaupt noch in unsere Zeit passt? Oder ist es einfach ein
Stück Theater(Musical)-Geschichte?
Sicherlich ist es einerseits ein Stück Zeitgeschichte, Kult eben,
andererseits haben doch gerade die letztjährigen weltweiten Demonstrationen
gegen den Krieg gezeigt, dass gerade diese Anitkriegs-Haltung heute eine
grosse Bedeutung hat und Menschen miteinander verbindet. Die Thematik
der freien Liebe hingegen würde ich heute nicht mehr zur aktuellen
Thematik zählen. Somit wird auch die Nacktszene in der Inszenierung
nie mehr die gleichen Reaktionen hervorrufen wie damals an der Weltpremiere
Ende der sechziger Jahre.
Sie sind ja auch
schon im Sprechtheater aufgetreten. Wann werden wir Sie das nächste
Mal in einem Stück auf der Bühne sehen?
Ich werde nach HAIR bei den thunerSeespielen auftreten. Ab 21. Juli bis
Ende August wird da Anatevka gespielt. Dies ist zwar auch ein Musical,
meine Rolle des Revolutionärs Perchik ist aber primär eine Sprechrolle.
Ich freue mich sehr auf diese schauspielerische Herausforderung.
Wie sieht es aus
mit Konzerten? Was ist geplant? Und worum geht es?
Ich bin im Moment mit meiner Band daran, das neue Programm zu entwickeln.
Tournee-Start soll Ende September sein. Es ist eine Kombination aus Konzert
und Schauspiel, jedoch kein Musical. Ein Pop Konzert mit einem thematischen
roten Faden. So viel sei gesagt "Ladies and Gentleman, welcome aboard,
fasten your seat belts - we are ready to take off". Eine musikalische
Reise über die Wolken also. Und wir werden uns nicht zurückhalten
können, Tratsch und Klatsch aus dem Cockpit zu verbreiten.
Und was ist geplant
für die Zeit hinterher?
Weiter möchte ich versuchen, bei Film oder TV Produktionen Fuss zu
fassen. Die Arbeit vor der Kamera fasziniert mich sehr. Daneben bleibt
aber sicher auch weiterhin Zeit in Musical und Theater-Produktionen zu
spielen und auch an meinen eigenen Projekten weiter zu arbeiten. Nebst
dem Showprogramm mit der Band bin ich auch für Events, als Solosänger
in den Bereichen Pop, Jazz und Musical tätig. Im weiteren werde ich
auch wieder vermehrt Moderationen übernehmen. Mehr Information unter
www.davidmorell.ch
Tickets bei TicketCorner
0848 800 800 und den üblichen Vorverkaufsstellen. Weitere Infos unter
www.musical-highlights.ch
Eine Internetlösung
der
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