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Charles Ein Künstler mit hohen Ansprüchen - ein Mensch mit tiefen Zweifeln von Martin Ender In einem noch nicht so alten Programmheft steht über Marc Charles: "geboren am 5. Januar vor rund 30 Jahren". Eine kleine Koketterie ganz im Stil der grossen Stars, die über ihr wahres Alter schweigen. Am 11. Mai stand nun das genaue Datum in der Zeitung, schwarz auf weiss, schwarz umrandet: "Markus Hänggi (Marc Charles) 5. Januar 1961 - 8. Mai 2004" und weiter "Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges".
In Zürich liefen die Vorbereitungen für ein neues Varietée. "Charles et Marc" sollten darin eingesetzt werden. Doch Charles wurde krank, musste den mühsamen Weg gehen, der damals langsam aber unaufhaltsam zum Tode führte. Eine schwierige Zeit für Marc - als Mensch und als Entertainer. Er verlor seinen Bühnenpartner. Nun suchte er einen neuen Weg, übernahm kurzerhand die Aufgabe, im Varietée Polygon durchs Programm zu führen. Und dies tat er über ein Jahr sehr erfolgreich. In dieser Zeit entwickelte er auch wieder Ideen für einen Solo-Auftritt. Er vereinigte die beiden früheren Bühnenfiguren und auch deren Namen und nannte sich von nun an "Marc Charles". Wir erinnern uns an seine Auftritte im T&M und in jüngster Zeit an Produktionen der "shake musical company", in denen er erfolgreich mitwirkte. Als Künstler "Marc Charles" strebte er ständig nach Präzision, wollte perfekt sein. Als er für eine ganz kurze Szene eine Geige in der Hand halten sollte, musste natürlich ein Profi-Geiger her, der ihm das beibrachte. Er feilte auch immer wieder an seinen Sprech- und Liedertexten und bei den Kostümen musste jedes Detail stimmen. Selbst nach einer gelungenen Premiere war er mit sich nicht zufrieden. Als Mensch hatte Markus
tiefste Zweifel. Ob er den Ansprüchen gerecht würde? Ob er überhaupt
auf dem richtigen Lebensweg wäre? Mit der Travestie und der Schauspielerei. Lieber Marc, du hast
dich für eine andere Stille entschieden. Mir blieb keine Zeit, mich
zu verabschieden. Und vielen andern auch nicht, die dich auf der Bühne
und im Leben liebten. Wir wollen es hier nachholen, indem wir uns an Stationen
in deinem Leben und an die schönen Momente erinnern, die du uns gegeben
hast. Es gäbe noch soviel zu sagen, aber lassen wir einfach den Erinnerungsbildern
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