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Vom Seelsorger zum
Circus-Direktor
Jürg Bläuer,
Circus-Direktor und Clown Tinto Vinovsky, hat ein spannendes Leben hinter
sich
Von Kurt Büchler
Jürg Bläuer
studierte Theologie und war fünf Jahre katholischer Priester. Vor
zwölf Jahren wechselte er seinen Namen und Beruf. Er schlüpfe
in die Rolle des polnischen Circus-Direktors Tinto Vinovsky. Zusammen
mit seiner "Gattin" stand er zwei Jahre in der Manege. Wenn
sie attraktive Männer anhimmelte, so tat er es auch. Sie spielten
das Spiel perfekt. Dann im dritten Jahr "outete" sich Vinovsky
und spazierte mit der Regenbogenflagge über die Bühne. (Als
Jürg Bläuer selbst lebte er schon lange offen schwul.) Gleichzeitig
trat der Hetero-Schönling und Big Brother-Teilnehmer Miguel als Gino
Vulcanelli auf, der einen tuntigen Schlagerstar à la Roy Black
mimte.
All das und die Mund-zu-Mund-Propaganda
bewirkten, dass immer mehr schwule Männer den Circus Balloni besuchten,
und vor allem beim Gastspiel in Zürich Teil eines relativ grossen
Stammpublikums wurden. In jedem Programm waren und sind auch immer wieder
versteckte Pointen oder Bemerkungen, die einen Bezug zur schwulen Welt
hatten. In der diesjährigen Saison reist gar ein schwuler Koch mit.
Vom grossen zum
kleinen Circus
Vor dieser Zeit studierte Jürg Bläuer Theologie und wurde katholischer
Priester. Fünf Jahre lang betreute er als Seelsorger seine Schäfchen
in einer sanktgallischen Gemeinde. Dann wechselte er vom grossen Circus
zum kleinen Circus, wie Jürg selbst sagt. Zuerst spielte er zusammen
mit Clown Pepe - mit bürgerlichem Namen Lucas Cadonau - für
und mit Kindern, lernte sie die Rolle eines Clowns zu spielen und übte
mit ihnen Circus-Nummern ein. Dann gründete er mit Lucas und dessen
Frau Dagmar den Circus Balloni. Hier, im kleinen Team ist er nicht nur
für die künstlerische Leitung verantwortlich,
sondern kümmert sich auch um die Auswahl und das Engagement der Artisten,
schreibt die Texte für das Programmheft, für die Werbung und
Presse. Er befasst sich mit der Öffentlichkeitsarbeit und spielt
im Balloni-Programm auch den Clown Tinto, meistens zusammen mit Pepe.
Circus als Theater
Für Jürg und seine Partner stand von allem Anfang an fest, dass
sie ein Circus Theater sein wollten und kein Klein-Zircus mit Tieren -
ob mit wilden oder zahmen. Eine einzige Ausnahme gibt es aber doch: Gruschenko,
der Circus-Pudel stammt von einer russischen Pudelfamilie ab, die schon
immer im Circus aufgetreten ist - und Gruschenko teilt auch mit Jürg
einen Circus-Wagen, begleitet ihn auf Schritt und Tritt.
Grosses Tierschutz-Engagement
Balloni hat sein Winterquartier im thurgauischen Sirnach. Und wenn auch
die Arbeit in und für einen Circus das ganze Jahr rum läuft,
hat Jürg doch Zeiten, wo er frei ist und sich um anderes kümmern
kann. So arbeitet er noch beim Schweizer Tierschutz STS als erster mobiler
Tierschutzlehrer. Dabei besucht er Schulklassen, Gruschenko begleitet
ihn dabei sozusagen als Model, damit die Kinder auch ein richtiges Tier
im Unterricht dabei haben.
Noch ganz andere
Pläne
Wie denn seine Zukunft aussehe, wollten wir von Jürg wissen. Das
sei noch nicht gross offiziell, aber Tatsache sei, dass es mit dem Circus
Balloni nächstes Jahr eine Pause gebe und auch er wolle eine Pause
einlegen, vielleicht etwas mehr für und mit dem Tierschutz tun. Gartenarbeit,
ja auch Landwirtschaft im Kleinen würde ihn für die nächste
Zukunft reizen. Verständlich, denn von seinen Grosseltern hat er
einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb geerbt.
Regisseure aus
der Theaterwelt
Doch noch steht er auf der Bühne in Porto Paradiso. Denn seit Beginn
wird im Circus Balloni immer eine Geschichte erzählt
und immer wird auch ein Regisseur zugezogen. Dieses Jahr ist es Oliver
Kühn vom "theater jetzt", zwei mal war es Dominik Flaschka
von der Shake Musical Company und heute Direktor des Theaters am Hechtplatz
in Zürich. Und weiterhin
können Private und Firmen den Circus auch mieten für eine private
Vorstellung - oder auch ein einzelnes Zelt oder nostalgische Circuswagen
mit Buffet, Kasse, Bar oder Garderobe für Feste. Und wie schon im
vergangenen Jahr mieten auch dieses Jahr die Swiss Bears den ganzen Circus
für ihre GV und die Wahl des Mr. Bear Switzerland.
Der CRUISER wünscht
Jürg Bläuer, pardon Direktor Vinovsky und seinem Team noch eine
erfolgreiche Saison und auch für die Zukunft alles Gute.
Porto Paradiso
Ein paradiesischer Hafen bildet die Kulisse. Eine kunterbunte Truppe von
Artisten und Spielern aus Belgien, Kanada, Kenia, Moldawien und der Schweiz
sorgen für beste Unterhaltung. Eine eigenwillige Mischung aus Komik,
Klamauk, Artistik und Poesie ein zweistündiges Spektakel, das weder
eindeutig zur Kategorie Circus, noch zur Sparte Theater gehört -
Circustheater eben. Als einziges Tier tritt Pudel Gruschenko auf.
"Porto Paradiso"
lebt einmal mehr vom Zusammenspiel in der Manege, vom Funken, der aufs
Publikum über springt, vom Augenzwinkern und nicht so sehr vom selbstverständlich
ebenfalls vorhandenen artistischen Können und den schauspielerischen
Höchstleistungen. Ein gestrandeter russischer U-Boot-Kapitän
trifft einen quirligen Schiffsjungen an, ein kanadischer Bord-Techniker
findet Unterschlupf bei der belgischen Wirtin Ginette und zwei schwarze
Dock-Arbeiter haben endgültig genug Schiffe gelöscht. Da tauchen
die beiden Ballonis Pepe und Tinto sozusagen als Strandgut auf. Das geht
gut,
bis eine Schar eifriger Touristen in Porto Paradiso landet und der kleine
Ort zur billigen Feriendestination verkommt. Die Aussicht auf schnellen
Profit treibt seltsame Blüten, das Paradies landet im Ausverkauf!
Vorstellungen
01. bis 12. Sept. Feuerthalen
15. bis 26. Sept. in Zürich, beim Escher Wyss-Platz
Karten über 079 778 08 08
oder an der Abendkasse
Infos unter: www.circusballoni.ch
Die Bären
im Circus Balloni
Zirkuszaubär, vom 24. bis 26. September 2004
Bereits zum zweiten
Mal startet der Zirkuszaubär, diesmal vom 24. bis 26. September 2004
in Zürich. Wieder haben die Swiss Bears das Zelt und die Manege gemietet.
Das Programm:
Freitag, 24. September
Apéro im Predigerhof, Nachtessen im Café Marion, anschliessend
Welcome-Party im Club T&M*
Samstag, 25. September
Am Nachmittag Poolparty* und Hauptabend im Zirkus Balloni mit der Wahl
des Mr. Bear Switzerland® 2004 inklusive Apéro, Nachtessen
à discretion, Dessertbuffet, Zirkusvorführung u. mit Darbietungen
der Swiss Bears und der Disco-Night in der Manege bis 2 Uhr früh.*
Sonntag, 26. September
Brunch im Hot Pot, anschliessend Bärensauna in der Moustache und
Abschieds-Drink im Predigerhof
Gäste bezahlen
80.- Franken oder 55.- Euro.
*im Preis inbegriffen
Weitere Informationen
unter: www.swissbears.ch
Email info@swissbears.ch
Eine Internetlösung
der
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