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Pride
05: Bienvenue à Lucerne!
Die
Pride zieht am 18. Juni 2005 über den Röstigraben
Die
Pride, der Westschweizer CSD, fand bisher abwechslungsweise in allen Kantonshauptorten
der welschen Schweiz statt. Dieses Jahr wurde zum zweitenmal in Genf gefeiert.
Jetzt überrascht die Pride mit neuem Standort.
"L'année
prochaine à Lucerne!" - mit dieser Ankündigung überraschten
die Organisatoren der diesjährigen Pride in Genf nicht nur die angereisten
Deutschschweizer. Ausgerechnet in der Suisse primitive, wie die Romands
die Innerschweiz gerne etwas abschätzig bezeichnen, geht im nächsten
Sommer die durch und durch welsche Veranstaltung über die Bühne.
Cruiser hat mit Eugenia Binz und Guido Limacher gesprochen, die mit ihrem
Team der Pride 05 Urschweizer Charme einhauchen sollen.
Der welsche CSD
Seit 1997
gibt es die Pride, eine Art Westschweizer CSD, der nach Gastspielen in
sieben verschiedenen Städten der Romandie dieses Jahr wieder in die
erste Austragungsstadt Genf zurückgekehrt ist. Spätestens seit
den Wirren um die umstrittene Pride 02 in Sion rückte dieser Anlass
ins mediale Blitzlichtgewitter wie wohl kaum eine andere schwullesbische
Veranstaltung in der Schweiz. Damals riefen der Sittener Bischof Norbert
Brunner und die rechtskonservative Vereinigung RomanDit zum Kampf gegen
das "teuflische Spiel" auf, der Lausanner Filmemacher Lionel
Baier brachte die Kontroverse schliesslich auf die Leinwand. Das Konzept
der Pride ist relativ simpel: Ein Fest mit der Bevölkerung und für
die Bevölkerung, wobei man sich auch in periphere und ländlichere
Regionen vorwagte. In der Deutschschweiz sind ähnliche Vorhaben wie
ein nationaler CSD bisher vor allem am Widerstand des Zürcher CSD-Komités
gescheitert.
Von Genf an den
Vierwaldstättersee
Im nächsten
Jahr nun wagt die Pride den Sprung über den Röstigraben, was
die nationale CSD-Debatte wieder ins Rollen bringen könnte. Eigentlich
sollte die Veranstaltung in Lausanne stattfinden, aufgrund von Kapazitätsproblemen
fiel die Wahl schliesslich aber auf Luzern. "Die Lesbischwule Konferenz
der Innerschweiz wurde via Pink Cross angefragt. Wie ich es von den Westschweizern
verstanden habe, ist diese Pride ein Geschenk an Luzern. Wir werden zwar
Unterstützung und Hilfe aus Delémont und von anderen welschen
Vereinen bekommen, ansonsten organisieren wir die Pride selber vor Ort",
präzisiert Eugenia. Im Moment wartet denn auf das Luzerner OK auch
eine ganze Menge Arbeit. Die Umzugsroute und der Standort der Stände
an der Bahnhofstrasse stehen schon fest, bald treffen sich die Macherinnen
und Macher der Pride zu ersten Sitzungen. Eugenia freut sich trotz den
bevorstehenden stressigen Monaten auf die Pride: "Für mich ist
die Motivation, in diesem historischen Kern der Schweiz auf lustvolle
und Art und Weise und mit Einbezug der Bevölkerung ein Fest für
uns zu organisieren. Eine Pride hat eine andere Wirkung und einen anderen
politischen Inhalt als z.B. eine einmalige Standaktion."
Luzern im Aufwind
Eugenia
und Guido betonen, dass sie immer wieder über die Offenheit der Luzerner
staunen und darüber, wie Viel in der (zu Unrecht?) als konservativ
geltenden Innerschweiz möglich ist. Die Stadtbehörden haben
denn auch problemlos die für den Grossanlass nötigen Bewilligungen
erteilt, und sich wie auch schon im Rahmen des lesbischwulen Filmfestivals
"Pink Panorama" und der daran gekoppelten Ausstellung "Der
Bus" sehr kooperativ gezeigt. "Luzern ist im Kommen, hier hat
sich in letzter Zeit viel bewegt, auch innerhalb der Szene", so Guido
Limacher. In der Tat machen in der Leuchtenstadt neue Parties von sich
reden und das Nachtleben beschränkt sich längst nicht mehr nur
auf das schwullesbische Zentrum "Uferlos". Im nächsten
Juni sind nicht nur Romands, sondern auch Deutschschweizer eingeladen,
sich vor Ort davon zu überzeugen: La Suisse primitive existe!
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