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ein Traumpaar Karin und Sven sind für ein Jahr das schwullesbische Gay-Paar von Martin Ender
Am 16. Oktober ging im Kongresshaus Zürich die Wahl zur Miss Gay und zum Mister Gay über die Bühne. Nach dem vergangenen wahllosen Jahr gab's nun viel Glanz, Glamour und Champagner, aber auch ein paar Kritiken und Misstöne. Die waren jedoch spätestens die Woche danach vergessen, als Miss und Mister Gay bei der grossen Kundgebung vom 23. Oktober in Bern dabei waren und vorne den Demonstrationszug durch die Berner Innenstadt anführten mit dem Spruchband "Ja zum Partnerschaftsgesetz". Wer sind denn die beiden, die ein Jahr lang den Titel Miss Gay und Mister Gay tragen dürfen, sich aber auch ein Jahr lang neben dem Job viel Zeit nehmen müssen für Events und Öffentlichkeitsarbeit im Dienste der Gay-Community? Karin Eschmann Zu ihrem persönlichen Outing erzählt sie: "Ich habe mich erst mit 27, also vor drei Jahren geoutet. Das ist schon etwas problematisch verlaufen. Ich hatte zuvor auch Männerbeziehungen. So musste ich mit mir selber klarkommen. Ich wusste eine Zeit lang nicht, wo ich hingehöre. Das Herz hat schon länger zur Frau tendiert. Der Verstand meinte was anderes. Es kam aber der Tag, an dem ich mich für eine bestimmte Frau entschied, und das ist heute noch meine Freundin." Dass sie Denise heisst verrät Karin noch, ansonsten soll sie nicht in die Missgay-Öffentlichkeit hineingezogen werden. "Aber sie wird mich aus dem Hintergrund voll unterstützen." Im Job hatte sie mit ihrem Outing keine Probleme: "ich arbeite im Reisebüro und daneben gebe ich Fitnessstunden. Ich habe es von Anfang an offen kommuniziert und das ist auch gut angekommen." Ihr Chef zeigt viel Entgegenkommen, sie arbeitet auch nicht zu 100% und so wird sie ihre Verpflichtungen zeitlich gut mit ihrem Job unter einen Hut bringen.
Sven musste im Gegensatz
zu Karin nicht geschubst werden, sich zur Wahl anzumelden. Sven Müller ist 26, kommt aus Solothurn und arbeitet in Dietlikon als Chef de Bar. Zu seinem Outing meint er "Ich habe Männerkörper schon in meinem jungen Alter attraktiv gefunden. Aber es war dennoch kein direkter Weg zum Schwulsein. Ich hatte eine Freundin und war sehr happy. Ich sehe das heute so: zwischen 16 und 20 habe ich mich einfach in einen Menschen verliebt. Das Geschlecht stand da nicht im Vordergrund. So nach 20 habe ich gemerkt, dass mich der Mann mehr anspricht. Heute gibt es da keine Zweifel mehr." Mit der Familie gab's keine Probleme: "Ich hab mir zwar wochenlang Gedanken gemacht wie ich das zuhause sagen soll. Wie ich es endlich rausgebracht hatte, war es gar kein Thema." Der Titel Mister Gay ist ja mit vielen Vorstellungen und Erwartungen verknüpft wie Schönheit, Charme, Intelligenz, Redegewandtheit, Vertreter der Community. Sven will da keine Prioritätenliste aufstellen: "die gibt es nicht eigentlich" und die Schönheit ist für ihn sicher nicht massgebend. "Nein, in meinen Augen bin ich nicht der Schönste, der mitgemacht hat. Wichtig ist doch, dass wir jetzt uns für die anstehende Kampagne einsetzen."
Karin: "Da ist erst einmal das Partnerschaftsgesetz, das muss durchkommen. Dafür will ich den Titel Miss Gay so gut ich kann und so oft es geht einsetzen. Und zusätzlich will ich den lesbischen Frauen, die nicht zu sich selber stehen oder unsicher sind Mut machen, offen und ehrlich zu sein. Meine Offenheit soll Beispiel sein." Sven: "Ganz klar
die Unterstützung der Kampagne für unser Gesetz. Ich will, dass
es
Sven: "Ich glaube,
es trifft beides zu. Momentan bin ich ja noch Single. Karin: "Zur Zeit
ist es für mich aus Prinzip wichtig, dass das Gesetz kommt. Es wird
für mich persönlich bestimmt auch an Bedeutung gewinnen. Später.
Ich habe mit meiner Freundin bereits darüber gesprochen. Wenn wir
das siebte Jahr überstehen, dann werden wir wohl die Eingetragene
Partnerschaft wählen."
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