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Türe zu für
den schwulen Mittwoch
Der Rausschmiss
von Unzip gibt Anlass für Spekulationen
Von Boris Schneider
Auf Ende Dezember
hat der Verein Provitreff den Persil-Nachfolger Unzip vor die Tür
gestellt. Bei der HAZ laufen jetzt Bestrebungen, den Mittwochabend im
Provitreff mit verschiedenen Veranstaltern wieder zum Leben zu erwecken.
Es war für Micha
Tobler und David Daniel eine bittere Pille: Eben erst hatten sie mit Unzip
einen Nachfolger für das vor wenigen Monaten definitiv eingestellte
Persil aus der Taufe gehoben - und schon mussten sie ihr Baby wieder zu
Grabe tragen: In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr hiess es Abschied
nehmen vom schwulen Mittwoch im Provitreff, was immerhin noch einmal Hunderte
von begeisterten Besuchern in das Lokal am Sihlquai lockte. Der plötzliche
Rausschmiss von Unzip war natürlich Anlass für verschiedene
Spekulationen: Der Verein Provitreff, in dessen Statuten das Ziel festgehalten
sei, einer "Vielfalt von Kulturen Raum und Ausdrucksmöglichkeiten
zu geben", zeige sich von einer oft unterstellten homophoben Seite,
wurde gemunkelt. Fakt ist, dass während den vielen Persil-Jahren
zwischen den Veranstaltern und dem Verein nicht immer eitel Sonnenschein
herrschte. Dies dürfte allerdings weniger damit zu tun gehabt haben,
dass das Persil ein schwuler Anlass war, sondern vielmehr damit, dass
dieser eine respektable Grösse erreichte und Emissionen, Lärm
und Dreck die teilweise unausweichlichen Folgen waren.
Provitreff steht
am Mittwoch leer
"Uns wurde bereits Anfang Oktober beim Ende des Persil klar,
dass der Verein Provitreff uns nicht mehr als Mieter haben wollte",
erinnert sich Ex-Persil- und Unzip-Veranstalter Micha Tobler. Das definitive
Aus kam dann am ersten Dezember. Als Kündigungsgrund wurden Unregelmässigkeiten
bei den Abrechnungen für frühere Persil-Mitar-beiter kommuniziert.
Dass es dort in der Hitze des Gefechts teilweise zu Problemen gekommen
ist, bestreitet Tobler nicht. Für ihn ist vielmehr merkwürdig,
dass im Moment weder Unzip noch ein anderer Veranstalter den "schwulen
Mittwoch" durchführen darf. In der Tat wurde nämlich auch
der frühere Persil-Geschäftsführer und Barmann Rico Koller
vom Verein Provitreff angefragt, ein Konzept für eine schwule Veranstaltung
am Mittwoch einzureichen. Doch im Endeffekt kam - bis zum jetzigen Zeitpunkt
zumindest - auch Koller nicht zum Zug: "Der Verein Provitreff will
bis zur offiziellen Mitgliederversammlung Anfang März eine Denkpause.
Dann werden sie wohl die vorhandenen Optionen prüfen und einen Entscheid
fällen", sagt Koller zum Cruiser. Falls der Verein ihn für
eine Zusammenarbeit anfragen würde, sei er nach wie vor interessiert.
Interessiert ist auch Unzip: "Wir würden gerne in irgendeiner
Form im Provitreff bleiben. Doch falls dieses Unterfangen wegen meiner
Person vor unlösbare Probleme gestellt wird, würde ich nicht
wollen, dass der schwule Mittwoch wegen mir nicht mehr stattfinden kann",
gibt sich Tobler diplomatisch.
Mittwoch unter
dem Dach der HAZ?
An einer Sitzung von Unzip mit HAZ-Leuten wurde auf Initiative von
Felix De Fries vereinbart, dass die homosexuelle Arbeitsgruppe den "schwulen
Mittwochabend" zu einem Politikum macht und sich entsprechend dafür
einsetzt. HAZ-Mann Marco Denoth hat inzwischen an die Türen einiger
Partymacher geklopft: "Ich habe diverse Partyveranstalter angeschrieben
und verschiedene Lösungen vorgeschlagen. Neben der Variante, dass
jeder, der interessiert ist, unabhängig von uns dem Verein Provitreff
selbständig ein Konzept einreicht, gäbe es die Möglichkeit,
dass die HAZ für den Mittwochabend eine Organisations- und Koordinationsfunktion
übernehmen würde", so Denoth. Seit dem Ende des legendären
Zabi im Stutz wollten die HAZ zwar selber keine Partys mehr veranstalten.
Es sei aber denkbar, als Kommunikationsorgan zwischen dem Verein Provitreff
und diversen schwulen Veranstaltern zu fungieren. Eine Lösung mit
verschiedenen Veranstaltern, die sich am Mittwoch abend jeweils am Sihlquai
abwechseln würden, scheine sich vor allem aufzudrängen, weil
gegenwärtig kaum ein Partymacher die Kapazität habe, den Mittwoch
ganz alleine zu bewältigen, so Denoth. Gerüchte über homophobe
Tendenzen beim Provitreff dementiert er entschieden: "Ich habe die
Zusage bekommen, dass der Mittwoch für eine schwule Veranstaltung
reserviert sei. Der Verein will allerdings nach Persil/Unzip einen klaren
Schnitt, damit neu begonnen werden kann sagt Denoth. Allfällige neue
Ideen und Konzepte dürfte der Provitreff-Vorstand nach der Mitgliederversammlung
vom ersten März prüfen. Geht alles gut, werden die warmen Sommerabende
wie gewohnt in schwuler Umgebung am Fluss verbracht werden können.
Eine Internetlösung
der
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