Im Volkshaus-Himmel sind zwei neue Engel
Daniel und Paul sind angetreten, das Angels-Team zu beflügeln

Von Martin Ender

Zehn Jahre lang prägte Olivier Reveillon die Angels-Parties. Nun hat er zusammen mit Daniela von Babo das Organisationsteam verlassen. Angst, dass die Angels-Parties nun an Qualität verlieren, braucht man aber nicht zu haben. Zwei bringen ihre langjährige Erfahrung weiterhin mit ein. Und von den zwei neuen "Engeln" darf man frische Ideen erwarten.

Ob man als Party-Veranstalter in der Szene nach zehn Jahren ausgelaugt oder ob man nach dieser Zeit ein Jahrzehnt zu alt sei, um noch das Gespür zu haben für die Bedürfnisse des Publikums, wollte der Cruiser von den Angels wissen. Daniel Wild, einer der Neuen im Team lacht und meint: "So kann man das nicht sagen. Aber nach zehn Jahren gibt es vielleicht gewisse Ermüdungserscheinungen. Nein, wer so viele Jahre den richtigen Riecher hatte, verliert ihn nicht." So stark habe sich ausserdem das Publikum in dieser Zeitspanne nicht verändert.

Sind nun grosse Veränderungen zu erwarten, sehen die Angels-Parties ganz anders aus? "Nein, eine gewisse Kontinuität ist gewährleistet. Denn von den Vieren bleiben zwei, dazu gehören Arthur Rooks und Michèle Meissner. Neu im Team sind Paul Wolfrom und ich", sagt Daniel . Die Party-Konzepte werden also nicht auf den Kopf gestellt. Dafür sind die bisherigen Macher Garant. Aber natürlich gibt es mit neuen Leuten auch Neues auszuprobieren. Dinge, die in Zürich bisher nicht da waren. "So arbeiten wie für die bevorstehende White-Party mit einem VJ zusammen, einem Profi aus Hamburg, der am Abend Video-Projektionen macht." Das soll in dieser Art etwas Neues sein. Gleichzeitig wird bewusst weitergeführt, was erfolgreich war und das sind die White-Party, Black-Party und Follies au Lac. Für die Gesprächspartner Arthur, Paul und Daniel ist die Party am See das beste Fest überhaupt. Nur leider halt sehr vom Wetter abhängig. Diese drei Veranstaltungen werden weitergeführt, allerdings mit neuen Ideen bespickt. Deren drei Namen sind übrigens geschützt und seit langem unverwechselbar mit dem Namen Angels verknüpft. Sie sind über die Zürcher, ja über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Auch die Location bleibt die gleiche. "Solange das Volkshaus nicht aus allen Nähten platzt", will man da nicht weg. Die Gäste wollen sich ja an einer gutbesuchten Party wissen. Und sich nicht in einer riesigen Halle bewegen, wo man sich verliert. Dazu Arthur: "Wie man sieht, bleibt im grossen Ganzen das meiste gleich, aber ich glaube, mit neuen Leuten erleben die Angels eine Art Frühlingserwachen". Den Musikgeschmack und die jeweilige Stimmung der Gäste zu treffen, ist wohl etwas vom Schwierigsten. "Es gibt so viele Musikrichtungen", fährt Arthur fort, "da wollen wir natürlich auch einiges ausprobieren u. verschiedene Stile integrieren. House ist immer noch Schwerpunkt. Wir arbeiten auch zusammen mit Massivan, dem ehemaligen Resident DJ des Labyrinth, und in der Wybo-Lounge gibt's Musik von Maurocat aus Genf zu hören.

Stolz ist man, DJ David Knapp an der White-Party zu haben. Er bestreitet gerne den ganzen Abend durchgehend selber und kommt ohne Warm-up aus. Man kennt ihn rund um die Welt von Parties in Sao Paolo, Mexico City, Paris, Sydney, Amsterdam, auf Mykonos, im Womb in Tokyo oder in Montreal's Black & Blue.

In einem sind sich die Angels-Organisatoren alle einig. Das Wichtigste für eine gute Party sind die Gäste. "Der Spass kommt von den Leuten, wir geben nur den Rahmen." Damit der Rahmen stimmt, arbeitet man natürlich mit vielen Helfern zusammen, die schon in der Vergangenheit dabei waren. Am Eingang, an der Bar, im Sicherheitsdienst. Das ist ja selbstverständlich, da ist auch viel Wissen da, das sich in zehn Jahren angesammelt hat." Und Arthur bringt das schöne Bild: "Wir bauen die Bühne, die Leute machen das Theater". Daniel ergänzt: "das ist der Vorteil der weitgefassten Themen Withe und Black. Als Gesamtbild sieht das toll aus und lässt dem Einzelnen doch viel Freiheit. Man kann als Macho kommen, in weisser Uniform oder mit der Federboa. Der Spielraum der Phantasie ist unendlich gross."

Demnächst wird sich der Vorhang zur Bühne der White-Aufführung wieder öffnen: am 7. Mai 2005 im Volkshaus in Zürich. Darsteller und Zuschauer werden eins sein.



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