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Der CSD Zürich
steht unter dem Motto "Go for Yes"
Ein letzter, eindringlicher
Aufruf am Tag vor der Abstimmung
Von Martin Ender
Der CSD in Zürich
findet einen Tag vor der Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz
statt. Dieser Samstag steht ganz im Zeichen der Entscheidung, und das
Motto "Go for Yes" ist ein Aufruf an alle, am Sonntag ein "JA"
zum Partnerschaftsgesetz in die Urne zu legen.
Die Meinungen sind
bereits weitgehend gemacht, und viele Stimmberechtigte werden bis zum
CSD-Wochenende bereits brieflich ihren Willen kundgetan haben. Dennoch
ist dieser CSD der wohl bedeutendste der vergangenen Jahre und wird in
die Geschichte der Schweizer Gay-Community eingehen. Er ist der Schlusspunkt
vieler Aktivitäten in diesem Jahr und ein Abschluss jahrzehntelanger
Auseinandersetzungen in der Gesellschaft um die Anerkennung von Lesben
und Schwulen und deren Lebensform.
Doris Leuthard als Referentin am CSD in Zürich
Nun hat auch die CVP - offiziell - die Schwulen und Lesben lieb. "Wir
freuen uns über den klaren Ausgang der Parolenfassung. Sie zeigt,
dass unsere Partei offen ist und für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung
einsteht", sagte Parteipräsidentin Doris Leuthard im Presse-Communiqué
nach der klaren Ja-Parole der CVP Schweiz. Die "Familienpartei"
hat lange zugewartet mit
einer Parolenempfehlung. An der Delegiertenversammlung wurde das Thema
leider ausgeklammert, da es nicht "zum Kerngeschäft der Partei
gehöre". Das Ja des Vorstandes kam schliesslich mit 37 gegen
6 Stimmen zustande. Der klare Entscheid kam überraschend. Und es
überrascht nun auch, dass die Parteipräsidentin Doris Leuthard
als Referentin am Zürcher CDS auftreten wird.
Vielleicht kann sie bei dieser Gelegenheit ihrer immer noch gespaltenen
Parteibasis klar machen, dass die Zustimmung zum Partnerschaftsgesetz
gerade für Eltern Pflicht wäre; besonders für junge Eltern,
die nicht wissen können, ob ihr Kind eines Tages schwul oder lesbisch
sein wird.
Regierungsrat Markus Notter
Ebenfalls als Referent wird Markus Notter am CSD teilnehmen. In seiner
Funktion als Vorsteher der Direktion für Justiz und Inneres betreute
Markus Notter die Ausarbeitung der Zürcher Verfassung von Beginn
an. Gemeinsam mit den fortschrittlichen Kräften im Verfassungsrat
hat er sich für eine moderne Staatsgrundlage eingesetzt, die erstmals
auch die sexuelle Orientierung explizit dem Diskriminierungsverbot unterstellt.
Bei den Gesamterneuerungswahlen 2003 wurde Markus Notter mit dem besten
Resultat aller wieder Kandidierenden in seiner Funktion bestätigt.
In seine Amtszeit fällt die Einführung des kantonalzürcherischen
Gesetzes zur eingetragenen Partnerschaft, das im Herbst 2002 von beinahe
63% der Stimmenden angenommen wurde. Sein Engagement für die Besserstellung
von lesbischen und schwulen Partnerschaften hat ihm den Ruf eingetragen,
ein modernes, liberales und weltoffenes Gesellschaftsbild zu vertreten.
Dies tut er stets in seiner sprichwörtlich ruhigen und besonnenen
Art.
Die Aktivitäten
Die Aktivitäten rund um den CSD beschränken sich aber nicht
auf politische Reden. Im Anschluss daran führt die Parade mitten
durch das Geschäftszentrum und die Altstadt von Zürich bis zum
Landesmuseum. Während des ganzen CSD-Wochenendes sind Veranstaltungen
geplant. Der Auftakt zu einem langen Wochenende ist am Freitag der Filmabend.
Zum Strassenfest am Samstag trifft man sich auf dem Turbinenplatz im trendigen
West End von Zürich. Viele Marktstände mit Verpflegung und eine
ganze Reihe von Informations- und Verkaufsständen von Vereinen, Organisationen,
Geschäften und Parteien gehören dazu. Im Rahmen des Strassenfestes
wird Patrick Rohr, Moderator beim Schweizer Fernsehen DRS, den CSD-Stonewall-Award
moderieren und überreichen. Höhepunkt ist der für die Schweiz
einmalige Auftritt der beiden schwedischen Bands "Alcazar" und
"Bodies without Organs" - ein musikalisches wie auch optisches
Vergnügen
Die Parolen zum Partnerschaftsgesetz
Parteien
Ja: SP, FDP, CVP, Grüne, Grünliberale, Liberale, PdA, CSP, SGA
Zug
Nein: SVP, EVP EDU
Stimmfreigabe: Lega
Abweichende Parolen
Ja: SVP Bern, SVP Zug, SVP GR
Nein: CVP TI, CVP FR, CVP Valais romand
Stimmfreigabe: Junge SVP
Verbände und
Organisationen
Ja: Gewerkschaftsbund, Travail Suisse, Evangelischer Kirchenbund, Katholischer
Frauenbund, Evangelischer Frauenbund der Schweiz, Amnesty International,
Allianz F
Nein: Bischofskonferenz, Evangelische Allianz
Eine Internetlösung
der
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