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Jugendforum zur Homosexualität
Das achte
Treffen fand erstmals in der Schweiz und in Liechtenstein statt
Von Andreas Candinas
Das einwöchige
Austauschtreffen von Jugendlichen aus ganz Europa wurde von der Schweizer
Presse nicht gerade gross aufgenommen. Lag es an der Sommerferienzeit
oder daran, dass nach der Annahme des Partnerschaftsgesetzes Homosexualität
in der Schweiz kein Thema mehr ist? Doch für die angereisten Jugendlichen
war der Dialog darüber wichtig. Gleichgeschlechtliche Menschen sind
in europäischen Ländern unterschiedlich akzeptiert. Viele Homosexuelle
leiden immer noch unter psychischer oder sogar physischer Gewalt. Alkohol-
und Drogenprobleme, Depressionen, Formen der Selbstverstümmelung
sowie Selbstmord sind die Folgen. Laut einer Studie der Universität
Salzburg sind homosexuelle Jugendliche sieben Mal stärker selbstmordgefährdet
als heterosexuelle.
Zurückhaltende
Bevölkerung
Gut 60 Jugendliche
reisten an nach Zürich und trafen sich am Samstag im HAZ-Centro zum
Lunch. Am Abend dislozierte die Gruppe dann nach Liechtenstein zum mehrtägigen
Forum. Für jeden Tag wurde ein Ziel aufgestellt. Zum Beispiel 'Phobien
werden besprochen und ausgetauscht mit anwesenden Heteros und Transsexuellen.
Alle Teilnehmer wissen besser Bescheid und können so Hemmungen abbauen.'
Gemäss einem Bericht im Liechtensteiner Vaterland haben jedoch nur
sehr wenige Leute aus der Bevölkerung daran teilgenommen. Für
die meisten Menschen liegt die Hemmschwelle offensichtlich immer noch
sehr hoch. Schon einen Flyer als Einladung der Jugendlichen zur Veranstaltung
haben die meisten Passanten nicht angenommen. Für viele der Forumteilnehmer
war dies wohl eine Enttäuschung, da sie ja auch den Dialog mit der
heterosexuellen Bevölkerung gesucht haben.
Gespräche
als Befreiung
Eine Teilnehmerin
meinte dennoch nach einer zweistündigen Diskussionsrunde: 'Es ist
so befreiend, einfach nur darüber zu sprechen'. Und die Themen, die
zur Sprache kamen, waren vielfältig: Depression und Suizid, Homosexualität
in der Schule, Sexualität und Gesundheit sowie das Zusammenleben
mit Menschen unterschiedlicher sexueller Ausrichtung. Dass gerade dieses
Zusammenleben nicht so einfach ist, zeigt das Beispiel eines 24jährigen
Liechtensteiners. Er hat einen Freund und lebt in der Schweiz; mit ihm
händchenhaltend durch Vaduz zu gehen, ist für ihn 'tabu, das
würde nur provozieren'.
Riesiges Gefälle
in Europa
Allein innerhalb
von Europa ist das Gefälle bei der Akzeptanz der Homosexualität
riesig. Florian Meier vom Organisationskomitee stellt denn auch das Abstimmungsresultat
in der Schweiz in die Relation: 58% haben dem Partnerschaftsgesetz hierzulande
zugestimmt. In Skandinavien ist man jedoch viel weiter. Da ist die Heirat
zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen längst akzeptiert und Homosexualität
wird nicht aus den Schulzimmern verbannt. Andererseits sind in osteuropäischen
Ländern wie Bulgarien, Rumänien oder Polen junge Schwule und
Lesben nach wie vor massivster Diskriminierung ausgesetzt.
Die Davoser Forderungen
Die Schlussversammlung
des einwöchigen Jugendaustausch-Projektes unter dem Motto 'to break
taboos' fand in Davos statt. Hier wurden verschiedene politische Forderungen
gestellt. Lesbische und schwule Jugendliche müssen vor allem besser
vor Diskriminierung geschützt werden.
Eine Internetlösung
der
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