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Blick hinter die
Kulisse des Cirque du Soleil Von Kurt Büchler Wir Besucher sehen am Abend die perfekte Show, alles minutiös einstudiert und ohne Makel serviert. Doch beim Cirque du Soleil wird auch tagsüber gearbeitet. Es wird trainiert und auch repariert. Cruiser hat hinter die Kulissen geschaut und sich mit Benjamin Pring unterhalten. Er verkörpert das Element ´Feuer' und auf Plakaten ist er oder das Fabelwesen ´Dralion' zu sehen. Benjamin Pring, alias Yau (was ´ich möchte' heisst), verkörpert das Element Feuer. Im Moment, wo ich den Raum betrete, schaut er ein Video mit seinen Auftritten an. Er beherrscht seine Rolle, ist er doch bereits seit vier Jahren dabei. Benjamin ist 30, spielte bereits als Knabe Violine und wollte ans Konservatorium. Doch sein Vater, Ingenieur, und seine Mutter, Ärztin, wollten, dass ihr Sohn einen ´Beruf' erlerne. Also studierte er an der NY University und machte einen Abschluss in Business. Geboren ist Benjamin in den USA. Mit drei Jahren ging er mit seinen Eltern auf die Philippinen zurück, mit zehn kam er wieder nach New York. Bereits als Student machte er bei Performances mit und studierte dann Modern Dance, um eine professionelle Tanz-Karriere zu starten. Drei Jahre war er bei der in den Staaten bekannten Doug Elkins Dance Company in New York, dann wechselte er zum ebenso renommierten Pilobolus Dance Theatre in Connecticut. Als eine Kollegin beim Cirque du Soleil zu einer Audition ging, bat sie ihn, zur Unterstützung mitzukommen. Völlig unerwartet offerierte ihm das Management ein Engagement für ´Quidam', doch auch das Dance Theatre wollte mit ihm den Vertrag verlängern. Was tun? Benjamin unterschrieb für ein weiteres Jahr und gab dem Cirque du Soleil einen Korb. Ein Jahr später fragte ihn der Cirque wieder, diesmal für ´Dralion'. Er akzeptierte und hatte genau am 9. 11. 2001 seinen letzten Tag bei Pilobolus. Er fuhr mit seinem Auto von New York Manhattan nach Connecticut, als die Flugzeuge in die Türme des World Trade Center rasten Nun lebt und arbeitet Benjamin im Cirque du Soleil, sechs Tage die Woche. Am spielfreien Montag hat auch er seinen freien Tag. Dann ist er mit seinem Lover zusammen, denn auch dieser ist hier engagiert. Benjamin lacht: ´Nein wir, kamen nicht zusammen hieher. Als ich mein Engagement für Dralion antrat, ging vorher gerade meine Partnerschaft in Brüche. Ich suchte keinen Freund, denn ich musste mich auf meine Arbeit konzentrieren und war voll beschäftigt. Erst später kam mein jetziger Freund zum Cirque.' An ihrem ersten freien Montag in Wallisellen genossen die beiden in einem kleinen Restaurant in der Zürcher Altstadt geschnetzeltes Kalbfleisch mit Rösti und gingen in eine Gay-Bar. Kürzlich waren sie eine Woche in Griechenland, denn bei der Dislokation von einer Stadt zur nächsten bleiben immer ein paar Tage spielfrei. Während ihres Aufenthalts in den Städten wohnen die Artisten im Hotel. Die legendären Zirkus-Wohnwagen gibt es hier nicht. Benjamin ist sehr glücklich, beruflich und privat, und die Rolle als Yau macht ihm grossen Spass. Bis 2006 dauert sein Engagement dann sieht er weiter. Im Cirque du Soleil
arbeiten rund 160 Artisten, inklusive technisches Personal. brigens
reisen auch drei Physiotherapeuten mit. In der Gastspielstadt werden noch
einmal so viele Leute lokal engagiert. Deshalb wird an der Kasse, bei
der Eingangskontrolle und auch an Bar und Verkaufsständen im Eingangszelt
Mundart gesprochen. Selbst der Sicherheitsmann, der mich zum Gespräch
mit Benjamin in die Zeltstadt führte, ist aus Zürich. Beim nächsten
Aufenthalt in Bilbao werden es Spanier sein. Trainiert wird an jedem Tag.
Vor allem die chinesische Haustruppe ist immer an der Arbeit, denn diese
Artisten wechseln oft. Aber auch Handwerker sind bei der Arbeit, denn
immer wieder muss etwas repariert oder neu gestrichen werden.
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