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Im Westen was Neues
Fünf
Freunde eröffnen in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen «Laby»
den Club «Unit5» in Zürich-Altstetten
Von Roman Ulrich
Seit Sylvester ist
die Zürcher Szene mit Unit5 an der Badenerstrasse 696 in Zürich-Altstetten
um eine Adresse reicher. Clubmitinhaber und Queer Beer-Lancierer Guido
Würsch (34) ist zuversichtlich, dass sein Partykonzept mit moderaten
Preisen und Freundlichkeit statt Arroganz nicht zur Agglo-Falle wird.
Ein Augenschein in Zürichs Westend.
Von der Tanzschule
zum Club
Samstagabend, gegen 21 Uhr 30. Im Unit5 treffen zwei bullige Türsteher
ein, an der Sound- und Lichtanlage herrscht emsiges Treiben und hinter
der Bar wärmen sich die Barkeeper schon mal verbal für die kommende
Nacht auf. Man spürt, dass hier eine Crew am Werk ist, die noch nicht
in der Routine des Nachtlebens verfangen ist, dass hier niemand mit Sicherheit
sagen kann, was der Abend bringen wird, dass hier Improvisieren gefragt
ist. Club-Initiator Guido Würsch (34) erzählt denn auch, dass
es Hals über Kopf zur Neueröffnung von Unit5 gekommen sei: «Erst
kurz vor Dezember haben wir via Online-Inserat diese Location gefunden,
hielten aber Sylvester für einen guten Eröffnungszeitpunkt.»
Vor ihrer Transformation in einen Gay Club beherbergten die Unit5-Räumlichkeiten
einen ägyptisch-orientalischen Club, der infolge eines Konkurses
aber wieder von der Party-Bildfläche verschwand. Vom Vormieter konnten
zwei Fliegen auf einen Streich, nämlich sowohl die nötigen polizeilichen
Bewilligungen als auch ein Teil der Club-Ausstattung, übernommen
werden. Vor den orientalischen Zeiten war in der Lokalität seit den
80er Jahren unter anderem eine Tanzschule untergebracht, wovon heute noch
der an «Flashdance» und «Dirty Dancing» erinnernde
hölzerne Parkettboden auf der Tanzfläche zeugt.
Eine Alternative in der Zürcher Szene
Die fünf Party-Macher, die sich selbst allesamt als Landeier deklarieren,
wollen mit Unit5 in der Zürcher Szene einen «Wohlfühlclub
mit humanen Preisen etablieren, in welchem man vom Personal freundlich
behandelt wird». Unter der Woche möchte man mit einem Lounge-Betrieb
auch potentielle After-Worker der nahe gelegenen Firmen ansprechen und
plant in naher Zukunft zudem Abende mit Live-Musik. Die Wochen-enden stehen
jeweils im Zeichen schwullesbischer House-Parties, wobei das Prädikat
«heterofriendly» für die Absicht der Unit5-Leute steht,
eine gewisse Durchmischung zu erreichen. In einer Testphase schliesslich
begibt man sich sonntags zurück auf eine musikalische Zeitreise in
die 70er und 80er Jahre. Angesprochen darauf, dass ein ähnliches
schwules Clubprojekt in der Oerlikoner Peripherie vor geraumer Zeit gescheitert
ist, gibt sich Guido Würsch zuversichtlich: «Es ist uns klar,
dass man jahrelange Gewohnheiten im Ausgehverhalten nicht im Handumdrehen
auf den Kopf stellen kann. Wir wissen, dass wir vier bis fünf Monate
eher unten durch müssen. Ich glaube aber, dass Zürich für
seine Grösse einen neuen Club, der Alternativen schafft, verträgt.
Zudem sehen wir uns nicht als Konkurrenz zu Bestehendem, sondern sind
grundsätzlich kooperativ eingestellt». Zusammenarbeit strebt
Unit5 beispielsweise mit bekannten Party-Labels an: So dürfte spätestens
die am 4. März 2006 stattfindende, jeweils bestens besuchte und in
der Deutschschweiz herumreisende Purplemoon-Party für einen proppenvollen
Club sorgen.
Eine positive Bilanz
Die ersten Rückmeldungen, welche die Clubbetreiber erhalten haben,
sind durchwegs positiv. Besonders die moderaten Preise (Eintritt CHF 15.-,
Longdrinks CHF 10.-, Softdrinks ab CHF 4.-) würden von einem jungen
Publikum besonders geschätzt, wie Guido Würsch betont. Es soll
sogar Besucher gegeben haben, die bisher jedes Wochenende an der Badenerstrasse
aufgekreuzt sind. Roger (25) aus Schlieren zum Beispiel schlägt sich
bereits zum dritten Mal im Unit5 die Nacht um die Ohren: «Ich bin
das dritte Mal hier und finde die Stimmung super, sehr familiär.»
Bei Tobias (21) aus Bern und Daniela (22) aus Oberkulm AG punkten vor
allem die freundliche Bedienung und die «mega günstigen»
Preise. Yvonne (28), Stadtzürcherin, findet den neuen Club Unit5
«völlig gemütlich», bemängelt allerdings, dass
«die Werbetrommel für den neuen Club von den Partymachern noch
zu wenig gerührt worden sei.» Wenn man Partymacher Guido nach
Mitternacht höchstpersönlich seinen Club an der Lichtanlage
ins richtige Licht rücken sieht, ist man überzeugt, dass auch
dieses Problem in Kürze behoben sein wird und sieht der Zukunft von
Unit5 hoffnungsvoll entgegen.
weitere Infos unter www.unit-5.ch
Eine Internetlösung
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