Macho feiert Geburtstag
Die Erfolgsstory eines Hosenladens in der Gay-Szene

Von Kurt Büchler


Es war eine gute Idee, als Markus und Thomy an der Engelstrasse in Zürich 4 einen Jeansladen mit dem Namen «Macho Shop» eröffneten. Kontinuierlich entwickelte sich das Geschäft dank treuen Kunden aus der Gayszene. Die beiden Firmeninhaber initiierten eine Menge weiterer Aktvitäten in der Szene. Heute ist der Macho City Shop im Kreis 1 zuhause und natürlich auch im Web für den bequemen Online-Einkauf.


Als der Macho Shop an der Engelstrasse eröffnet wurde, ging alles sehr rasch. Markus und Thomy wollten sich beruflich selbständig machen. Thomy war bis dahin Herren-Konfektions-Verkäufer beim Herren-Globus. Nun wollten sie eine Boutique für Gays mit knackigen Jeans, Holzfäller-Hemden, Schuhen und Sexartikeln nach den Vorbildern der Gay-Szene in San Francisco. Gleichzeitig sollte es ein Treff sein, ein Café. In nur drei Monaten organisierten sie alles für ihren Laden. Es war eine Bruchbude. Zuerst mussten die Wände neu vergipst werden, dann wurde alles frisch gestrichen. Nach der Eröffnung hatten die beiden Ladenbesitzer immer genügend Zeit, um mit schwulen Freunden und Kunden einen Kaffee zu trinken. Noch lief das Geschäft nicht so, dass zwei davon leben konnten. Thomy ging zwischendurch auch wieder mal fremd, um andernorts als Verkäufer zu jobben.

Schon in der ersten Woche wurden die Schaufenster eingeschlagen. Mann munkelte, Frau hätte es nicht ertragen, dass ein neues Geschäft gleich im Firmennamen den Macho signalisierte. Dabei waren es die Village-People mit ihrem «Macho-Macho-Man», die für den Namen verantwortlich waren. Einbrüche gab es dann noch einige Male – schliesslich waren modische Jeans und Hemden bis zur sexy Badehose im Laden. Und dann wurden auch ganz scheu die ersten Colt-Magazine verkauft.

Inserate wurden im «Kontakt», dem Magazin von Bruno Scherrer platziert. Doch plötzlich weigerte sich dieser, der «Konkurrenz» Inserateraum zu verkaufen. Was tun? Werbung war notwendig. Markus und Thomy gründeten den «Cruiser», ein kleines Heft im A5 Format, zusammen mit Tony Vogt, Roger Staub und Kurt Bumbacher als Fotograf. Eben, um für den Macho Shop Inserate platzieren zu können.
Der Macho Shop begann auch, mit Partnern zusammen Parties zu organisieren, die erste im Steinfels Areal, lange bevor es das Cinemax-Kino gab, dann die Gay Night in den Katakomben an der Geroldstrasse. Es wurde auch Radio-Werbung gemacht und ein Film gedreht. Dieser wurde im Mascotte gezeigt, als dort am Sonntag die Schwulen willkommen waren. «Bei all den Aktivitäten war immer Thomy der Kreative», meint Markus.
Am 1. April 1994 wurde der Macho City Shop an der Häringstrasse eröffnet, um ein zweites Standbein an guter City--Lage zu haben. Später kam «The Levis Store», Ecke Zähringerstrasse/-Mühlegasse, mit Thomy als Geschäftsführer dazu – heute ist dort ein Coiffeursalon. Und Ende 1999 gab es für drei Monate den «Millennium Shop», dort wo heute die Lobby Bar drin ist.

An der Engelstrasse kam Reto Rahm als Mitarbeiter dazu. Er weitete das Sortiment mit Artikeln für Heteros aus, kaufte schliesslich den Laden und taufte ihn Kink-Shop. Thomy wurde Mitarbeiter im T&M und führte die Barstelle im 1. Stock, bis er die Pigalle Bar übernehmen konnte, die er zur Schlagerbar machte. Hier kam noch einmal der Macho Shop zum Zug und investierte in die Bar. Heute ist die Pigalle Bar finanziell unabhängig. Noch immer können Schlager von den 70ern bis heute in der Gratis-Musicbox gewählt werden und Thomy eröffnete zusammen mit Michi zusätzlich die Wildsau an der Zähringerstrasse.

Im Februar soll gefeiert werden.
Die Kunden erhalten auf alles 10% Rabatt, einzelne Artikel tragen gar einen 20%-Kleber! Jeweils am Samstag gibt es ein Riesenfest. Am ersten Samstag im Februar kann jeder Mann Thom Barron, den wohl grössten Pornostar Deutschlands live kennen lernen. Am darauf folgenden Samstag gibt es vom Morgen bis zum Geschäftsschluss Champagner und Kuchen – sofern er nicht vorher ausgetrunken respektive aufgegessen ist! Dann folgt der Spiel-Samstag – nein, es wird keinen Darkroom geben, dafür Würfelspiele mit interessanten Preisen. Ja, und am vierten Samstag kommt Lukas Ridgestone, der wohl heisseste Nachwuchs-Pornostar von den Bel Ami zu Besuch.
www.macho.ch


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