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Neuer Club am alten Ort
Die vierte
Location des Labyrinths liegt wieder im Quartier seiner Geburt
Von Boris Schneider
Das Labyrinth zieht
um. Am 24. und 25. Februar eröffnen die Gründer und langjährigen
Betreiber Luca Bernardini und Peter Breitenmoser an der Hohlstrasse 452
in Zürich-Altstetten ihr viertes «Laby».
Der neue Heimatplanet
des Labyrinths liegt unweit von der Baslerstrasse, wo der Club bereits
ab dem Sommer 1994 während dreier Jahre zuhause war. Der Grund für
den Umzug liegt darin, dass das jetzige Zuhause des Clubs an der Pfingstweidstrasse
70 im Trendquartier Zürich West früher oder später den
Baggern hätte weichen müssen und dass der Mietvertrag befristet
war. Schon mit dem anliegenden West-Park hat sich die städtebauliche
Aufwertungswelle bedrohlich nahe an die letzte Bastion technotanzender
Schwuler herangeschoben. Als einer der ersten Clubs überhaupt war
das Labyrinth im November 1997 nach Zürich West gezogen. Seither
sind diesem Beispiel unzählige weitere Clubs, Restaurants und Bars
gefolgt.
Auffangbecken
Diese Entwicklung hatte aber auch ihre Nachteile: Unter der Hardbrücke,
entlang der längsten Ausgangsmeile Zürichs, geht es an den Wochenenden
nicht nur feucht und fröhlich, sondern oft auch laut und aggressiv
zu und her. Das Labyrinth mit seinen verhältnismässig langen
Öffnungszeiten hat dies des öftern zu spüren bekommen:
«Wir wurden in manchen Nächten zum Auffangbecken», sagt
Luca Bernardini zum Cruiser. Besonders im Frühsommer des letzten
Jahres, als die Zürcher Polizei die Clubs Spider-galaxy und Stoffwechsel
schloss, musste das Labyrinth seine Türen vorübergehend viel
strenger kontrollieren. Überhaupt: Die diversen Razzien in der Zürcher
Clubszene haben auch an der Pfingstweidstrasse indirekt ihre Spuren hinterlassen.
Das Sicherheitspersonal wurde aufgestockt, mit Safer-Clubbing-Regeln und
häufigen Kontrollgängen wird versucht, die Gäste zu disziplinieren.
Wie in praktisch allen Zürcher Clubs gehören heute auch im Labyrinth
die Zeiten der Vergangenheit an, als die Besucher noch zu Dutzenden in
der gleichen WC-Kabine verschwinden durften. Offenbar hatten auch die
Gründer den Eindruck, dass weniger Trubel bisweilen mehr wäre:
In der letzten Labyzeitung, die an die Members versandt wurde, hat Peter
Breitenmoser in einem ehrlichen und bissigen Editorial zu mehr Respekt
voreinander und vor gewissen Substanzen aufgerufen. Er erinnerte daran,
dass man füher Parties schliesslich auch ohne Ambulanzen feiern konnte.
Platz für
rund 600 Besucher
Allen Schwierigkeiten zum Trotz, die die letzten 12 Jahre Veranstalterdasein
mit sich gebracht haben: Luca Bernardini und Peter Breitenmoser haben
ihr neues Lokal in den letzten Wochen mit so viel Einsatz und Liebe zum
Detail eingerichtet, als wäre es das erste Labyrinth. Der neue Club
verfügt über eine flexibel einteilbare Fläche. Auf zwei
Stockwerken und einer Galerie sollen rund 600 Besucher Platz finden. Eine
Quellbelüftung, die Luft in Bodennähe in das Lokal hineinbläst
und diese in der Nähe der Decke wieder absaugt, soll auch an überfüllten
Abenden für ein deutlich verbessertes Raumklima sorgen. Das werden
vor allem jene Tanzwütigen zu schätzen wissen, die im Labyrinth
schon viele Nächte durchgeschwitzt haben. In Sachen Lichttechnik
bekommen die Besucher nur das Beste geboten: selbstleuchtende Objekte,
Projektionen und LED-Technik sollen das Auge verwöhnen.
Bewährtes
und Neues im Programm
Beim Programm setzt der Club mindestens am Samstag auf Kontinuität.
So sollen auch weiterhin die normalen Labyrinth-Partys stattfinden. Das
heisst, dass es äusserst schwul und von der Musik her ziemlich progressiv
zu und her gehen wird. Eine Öffnung hingegen ist für den Freitag
vorgesehen, denn die Freitage hatten an der Pfingstweidstrasse schon seit
einiger Zeit nicht mehr immer den erwünschten Besucherstrom gebracht.
«Wir wollen die Freitage zu House-Musik in allen Variationen einem
gemischten, toleranten Publikum schmackhaft machen», erklärt
Peter Breitenmoser. Wenn im neuen Labyrinth nicht getanzt wird, sollen
dort auch mal Konzerte, Firmenanlässe oder private Geburtstagsfeiern
stattfinden. Den neuen Club oder Teile davon kann man nämlich auch
für alle möglichen Anlässe mieten. Doch vorher steht erst
einmal die grosse Eröffnungsfeier an: Am Freitag, 24. Februar, öffnet
das neue Labyrinth für VIPs und Members seine Tore. Am Samstag, 25.
Februar, wird dann auch das gemeine Volk in den neuen Partytempel eingelassen.
Wir freuen uns jetzt schon auf eine schweisstreibende Eröffnung.
Eine Internetlösung
der
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