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Auch «strube Zeiten»
gut gemeistert
Der Club
Aaah! hat im letzten Monat seinen fünften Geburtstag gefeiert
Von Boris Schneider
Die einen lieben es,
die anderen fluchen drüber, doch alle gehen ab und zu hin: Das Aaah!
im Zürcher Niederdorf befriedigt seit ünf Jahren auf erfolgreiche
Art verschiedene schwule Bedürfnisse.
Allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz: Der Club mit Darkroom oder
der Darkroom mit Club je nach individueller Anschauung hat
im letzten Monat seinen fünften Geburtstag gefeiert. Und Betreiber
Robert Zbinden, der grossgewachsene Berner mit Brille, Baseball-Cap und
Wohnsitz in Zürich, denkt nicht ans Aufhören. Angefangen hatte
das Gastro-Leben von Zbinden im Jahr 1990. Der frisch zugewanderte Berner,
der gerade sein Coming-out hinter sich gebracht hatte, jobbte als Kellner
im T&M. Nach einem Jahr in Australien und dem Abschluss der Hotelfachschule
Belvoirpark hätte es Zbinden zwar fast in die Informatik verschlagen,
doch der lukrativ bezahlte Job missfiel ihm. Er landete wieder in der
Szene und begann, für das Labyrinth zu arbeiten. Als aufgrund einer
langjährigen Freundschaft mit T&M-Besitzer Roger Pfändler
schliesslich im Jahr 2000 das Angebot kam, sich des oberen Stockwerks
im bekanntesten Gay-Club des Niederdorfs anzunehmen und so den Sprung
in die berufliche Selbständigkeit zu wagen, konnte Zbinden nicht
ablehnen: «Anfänglich war gar kein Club geplant, sondern eine
Sauna mit Wintergarten. Das Projekt scheiterte aber aus baulichen Gründen,
weshalb das Aaah! entstand», erzählt er.
Polizei macht den
Laden dicht
Offiziell öffnete der Club im Januar 2001 seine Tore mit gewagten
Öffnungszeiten von früh nachmittags bis morgens um 4 Uhr. Tagsüber
war das Lokal leer, und abends kamen die Gäste spät. Denn schnell
hatte es sich bei den Nachtschwärmern herumgesprochen: Wenn man nirgendwo
mehr hingehen kann unter der Woche, kann man immer noch ins Aaah!. Als
Zbinden eines Tages auf dem Rückweg von seinen Ferien in Australien
war, erreichte ihn dann plötzlich die Nachricht, dass die Zürcher
Polizei seinen Club geschlossen habe. Die Betreiber hatten in der Hitze
des Gefechts übersehen, dass ihnen der Betrieb nur bis um 2 Uhr morgens
bewilligt worden war. Es folgte eine «strube Zeit» unter den
wachsamen Blicken der Polizei, wie Zbinden sich ausdrückt: «Offiziell
schlossen wir um 2 Uhr. Stammgäste liess ich damals allerdings zu
später Stunde immer noch durch das Hotel in den Club hinauf».
Aufatmen konnten Zbinden und sein Team, als die Bewilligung endlich bis
4 Uhr verlängert wurde.
Wandlungsfähigeit
als Rezept
Das Aaah! hat sich über die Jahre immer wieder als wandlungsfähiger
Club erwiesen nicht nur, was die Farbe der Wände angeht, die
Zbinden eines Tages kurzerhand weiss anstrich um zu signalisieren, dass
das Aaah! eine weisse Weste habe und kein Schmuddel-Laden sei. Vielmehr
hat er es immer wieder verstanden, Fremdveranstaltungen geschickt in das
Programm einzubinden. Man erinnert sich etwa an die sporadische Oriental
Night von Aytu oder die regelmässigen Mittwoche des Labyrinths. In
jüngster Zeit haben DJ Norman, Nick Harvey, Disco Dave und Eke ihre
eigenen Abende. Seit die Polizei aber überall in Zürich härter
durchgreift, muss Zbinden auch im Aaah! ein strengeres Auge auf das Tun
und Lassen der Gäste werfen: «Wir sprechen schneller ein Hausverbot
aus als früher. Es gibt halt Grenzen und Regeln in vielerlei Hinsicht
und wir verlangen von den Leuten, dass diese eingehalten werden»,
so Zbinden zum Cruiser. Allerdings habe das Aaah! niemals solch ein Problem
gehabt wie zwei Clubs, die es inzwischen nicht mehr gebe, bemerkt er vieldeutig.
Da die Clubs im Niederdorf allerdings eine Art Einstiegsdroge ins Nachtleben
für viele Junge seien, müssten er und sein Team vor allem auch
ein Auge auf den Alkoholkonsum werfen: «Wir können uns schlicht
keine 16jährigen mit Alkoholvergiftung leisten», sagt er.
Schwieriges Umfeld
Oft hat sich die Führung des Aaah! für Zbinden als nicht ganz
einfache Gratwanderung erwiesen. Natürlich zieht der integrierte
Darkroom auch eine Klientel an, die nicht bei jedermann gleichermassen
beliebt ist: die Stricher. «Ich kann einen schwulen Stricher aber
nicht daran hindern, ins Aaah! zu kommen um zu feiern», sagt Zbinden.
Wenn allerdings festgestellt werde, dass einer versuche, dort seinem Geschäft
nachzugehen, dann fliege er raus und zwar für immer. Erschwerend
sei in dieser Hinsicht aber auch, dass manche Schweizer fast jeden Ausländer
für einen Stricher halten würden, was nicht stimme.
In jüngster Zeit mussten Zbinden wie auch andere Clubbetreiber zudem
zusammenstehen, um sich gegen ein verstärktes Vorgehen der Zürcher
Behörden gegen Darkrooms zu wehren. Mit dem Verein Vegas koordinieren
die Bar- und Clubbetreiber die Kommunikation mit dem Bundesamt für
Gesundheit (BAG), das inzwischen den Wert der Darkrooms für die Präventionsarbeit
erkannt hat. Nach anfänglich harzigem Start gebe es heute eine konstruktive
und gute Zusammenarbeit, so Zbinden.
Eine Internetlösung
der
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