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Ruf aus der Kanti
Baden: «Hallo Welt!» Was mit einer Maturaarbeit zum Thema Homosexualität an der Neuen Kantonschule Aarau begann, hat sich inzwischen von Baden aus zu einem schweizweit einzigartigen Projekt entwickelt. «Hallo Welt» will die heterosexuellen Mitschüler(innen) ansprechen und einen Zugang zum Thema gleichgeschlechtliche Liebe im Alltag schaffen. Unter dem Motto «Schüler informieren Schüler» haben sich am 8. September 2005 rund 25 Aargauer Kantischüler(innen) in einem Verein zusammengeschlossen, um das Tabu Homosexualität an der Schule zu durchbrechen und das Thema jenseits von Gekicher, Gespött und peinlichem Schweigen in den Schulalltag zu integrieren. Im Vordergrund stehen dabei nicht zuletzt die heterosexuellen Mitschüler(innen), denen jenseits der oft moralinsauren Pflichtübung des Sexualkundeunterrichts ein alltäglicher Zugang zum Thema «Gleichgeschlechtliche Liebe» ermöglicht werden soll. Cruiser sprach mit Ruben Ott (20) und Ivo Colombo (19) von «HalloWelt!». Ruben, an der Kantonsschule Baden, ist Vereinspräsident und Ivo Colombo, ehemals Neue Kantonsschule Aarau, Vize-Präsident von «HalloWelt!» Dezente Aktionen
für die Mitschüler Schützenhilfe
vom Rektor Unter der Schülerschaft
der Kantonsschule Baden blieb Kritik am schwullesbischen Projekt weitgehend
unausgesprochen, wie Ivo anmerkt: «Zwar gab es im Gästebuch
der Website ein paar wenige kritische Einträge und einige Mitschüler(innen)
konnten mit der ganzen Aktion HalloWelt! überhaupt nichts anfangen,
die Mehrheit der Leute aber hat den politisch korrekten Umgang mit diesem
Thema offenbar begriffen.» Auch das private Umfeld der zwei Gymnasiasten
reagierte gelassen auf die Publizität, die dem Projekt in der lokalen
Presse zu Teil wurde. Ivo meint, dass seine Eltern fast ein bisschen stolz
auf das aus seiner Maturaarbeit hervorgegangene Projekt seien. Wenn man
die beiden Kantischüler mit der grössten Selbstverständlichkeit
über ihre frühen Coming Outs in Familie und Schule erzählen
hört, ist man sich sicher, dass ihre Aktionen im Gegensatz
zu denjenigen so vieler Biologielehrer dieses Landes auch in naher
und ferner Zukunft nicht für rote Köpfe sorgen dürften.
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