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Kulturpreis 2006
von Network
Mit David Streiff
im Gespräch zum Preis für die Bildende Kunst
Von Kurt Büchler
Der erste Network-Kulturpreis
ging 2004 an Andreas Stadler für sein Theaterstück «Gilgamesch
und Enkidu». Nun wird der Preis in der Höhe von 10000
Franken einem Vertreter der bildenden Kunst verliehen. David Streiff,
der frühere Direktor des Bundesamtes für Kultur, führt
den Vorsitz der Jury, mit dabei sind der bekannte Berner Künstler
Franticek Klossner und der Museumsleiter und Austellungsmacher Toni Stooss,
alle drei Networker.
Der Network-Kulturpreis
2006 für bildende Kunst wurde in den Network News und auf der Website
von Network ausgeschrieben. Zum Wettbewerb wurden Schweizer Kunstschaffende
eingeladen (als solche gelten auch Personen, die sich seit mindestens
5 Jahren in der Schweiz aufhalten oder die Niederlassung C besitzen),
die mit ihrem Werk und dessen Ausstrahlung einen Beitrag zum schwulen
Bewusstsein und Selbstverständnis in der Gesellschaft leisten.
Cruiser sprach mit David Streiff
CRUISER: Warum
ein Network-Kulturpreis?
David Streiff: Network will die Beschäftigung mit schwulen Themen
pflegen und sichtbar machen, sei es in Bereichen des gesellschaftlichen
Lebens oder eben auch in der Kultur. Kulturelle Anliegen stehen übrigens
seit Beginn in den Satzungen des Vereins. Immer wieder werden kulturelle
Veranstaltungen und Führungen organisiert. Network ist aber nicht
nur für die eigenen Mitglieder aktiv, sondern auch für weitere
Kreise. Und nun wird zum zweiten Mal ein Kulturpreis mit 10000 Franken
vergeben
Und warum sind
Sie in der Jury, sogar als Präsident?
Ich wurde durch die Kulturkommission von Network angefragt und habe gerne
zugesagt. Eine gute Sache kann so in der Öffentlichkeit verbreitet
werden. Denn es ist mir ein Anliegen, dass solche Ergebnisse sichtbar
gemacht werden können.
Was ist Network?
Network ist die schweizerische Organisation für schwule Führungskräfte.
Network hat seit der Gründung vor zehn Jahren in der Schweiz vieles
bewirkt. Der Verein umfasst mehrere hundert Mitglieder in Regionalgruppen
und strebt eine nationale Präsenz an. Network bringt so schwule und
bisexuelle Männer zusammen, die als Kadermänner, Unternehmer,
Freiberufliche, Intellektuelle oder Künstler Verantwortung übernommen
haben. Network vertritt die Interessen seiner Mitglieder wie auch jene
der gesamten schwulen Gemeinschaft. Network ist politisch, konfessionell
und ethnisch neutral. Network pflegt auch Kontakte zu befreundeten Vereinigungen
wie Wyber-Net, dem Pendant auf der lesbischen Seite, oder zu denjenigen
in anderen Ländern.
Und was macht Network
genau?
Network ist mit 350 Mitgliedern regional organisiert. Jede Region hat
ihre wöchentlichen Apéros, es gibt Themen-Lunches, Ausflüge,
Kultur- oder Sport-Wochenenden, etc. Wir unterstützen Projekte
auch finanziell , die gegen Ausgrenzung kämpfen oder zur Förderung
der schwulen Interessen beitragen. Mitglieder von Network haben sich mit
vollstem Engagement für das Partnerschaftsgesetz eingesetzt und zum
Erfolg wesentlich beigetragen.
Wie fühlen
Sie sich, Herr Streiff?
Entspannt. Seit ich die Direktion des Bundesamtes für Kultur abgegeben
habe, bleibt mir endlich wieder Zeit für mich. Ich kann mich dem
widmen, was ich über Jahre zurückstellen musste. Ich geniesse
die neuen Freiräume, sogar das Nichtstun.
Wobei Sie ja nicht
«nichts» tun.
Das stimmt, ich arbeite an einer Ausstellung und an einem Buch über
das photographische Werk des Schweizer Bildhauers Karl Geiser. Und ich
stelle gerne meine Erfahrungen zur Verfügung, so in verschiedenen
Stiftungsräten oder Juries wie hier für den Network Kulturpreis.
David Streiff
19.2.1945 in Zürich geboren, aufgewachsen in Aathal. Kantonsschule
Zürcher Oberland in Wetzikon, Studium der Kunstgeschichte, Uni Zürich,
Studium mit Abschluss als Dr. phil., Uni Wien. Geschäftsführer
des Schweizerischen Filmzentrums, heute Swiss Film. Direktor des internationalen
Filmfestivals Locarno, 1981 bis 1991 Geschäftsführer der Schweizerischen
Stiftung für die Photographie in Zürich, heute Fotostiftung
in Winterthur und 1994 bis 2005 Direktor des Bundesamtes für Kultur,
Bern.
Network Kulturpreis
2006
Preisverleihung am Samstag,
1. Juli, um 16.30, Öffentliche Veranstaltung.
Neue Galerie «Haunch of Venison» Binzstrasse 23, 8045 Zürich,
Eingang Ost, 3.Stock, Die Galerie ist auch am 2. Juli von 11.00 bis 17.00
nochmals geöffnet.
Weitere Infos unter
www.network.ch
Eine Internetlösung
der
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