|
Madrid zu Gast in Zürich Von Martin Ender In über 30 Jahren der lesBischwulen Bewegung konnte schon eine Reihe politischer Forderungen erfüllt werden. Schritt für Schritt in der Schweiz. Und in einem rasanten Tempo in Spanien. Der CSD Zürich hat Madrid als Gaststadt ausgesucht, zum Gedankenaustausch und um die Kontakte über die Landesgrenzen hinaus zu festigen. Die Schweiz ist das erste Land weltweit, das die eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft per Volksabstimmung einführt. Das ist der grosse Schritt auf dem Weg zur Anerkennung. Aber nach wie vor ist man auch hierzulande weit davon entfernt, dass lesBischwule Lebensweisen in allen Bereichen der Bildung, der Politik, der Gesellschaft und der Arbeitswelt anerkannt werden. Der Schritt von der Toleranz zur Akzeptanz ist viel grösser als erwartet. Das diesjährige Motto nimmt dieses Problem auf und will aufrütteln, lesBischwule Sexualität und Lebensweisen bereits schon in der Bildung zu enttabuisieren. Dazu gehört nicht nur das unbefangene Thematisieren von Homosexualität in der Schule. Gerade junge Menschen sehen sich in der Konfrontation mit ihrer eigenen Sexualität alleine gelassen oder sogar ausgeschlossen. Deshalb ist es das diesjährige CSD-Anliegen, dass Akzeptanz bereits in der Schule gefördert und gefordert wird, gemäss dem Motto «Akzeptanz macht Schule». Der CSD Zürich will aber auch über die Landesgrenzen hinausschauen. Dieses Jahr wurde Madrid als Gaststadt eingeladen. Die Wahl kommt nicht von ungefähr. Spanien erlebte in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung bei der Anerkennung lesBischwuler Anliegen und Forderungen. Die gemächliche Schweiz wurde nicht nur tempomässig, sondern auch mit einer sehr weit reichenden Gesetzgebung überholt. Der Verein CSD hat Madrid eingeladen, um Kontakte über die Landesgrenzen mit gegenseitigem Gedankenaustausch zu pflegen. Und natürlich soll der diesjährige CSD von der spanischen Lebensfreude mitgeprägt sein. Gewohnter Ablauf Für Unterhaltung und Stimmung auf dem Platz sorgen Glamour To Kill aus Madrid und Lady Kier aus New York City. Glamour To Kill, die Electro-Glam-Rock-Band aus Madrid, wurde durch Luis Miguélez und Antonio Glamour im Jahre 2001 gegründet. Beide sind Spanier und leben heute in der Trend-Metropole Berlin. Luis ist in Spanien ein sehr bekannter Undergroundartist und war auch Mitglied in der Band «Almodovar & Mcnamara», ein Projekt des Filmemachers Pedro Almodóvar, für den Luis auch die Soundtracks zu dessen schrägen Filmen komponiert. Lady Kier aus New York City ist sicherlich einer der Höhepunkte des diesjährigen CSD. Bekannt wurde sie als Sängerin und Frontgirl für die mittlerweile aufgelöste 90er Kultband «Deee-Lite». Lady Kier startete damals nach der Auflösung der Band eine beachtliche Solokarriere als Produzentin und DJane. Ihre neuen Songs sind eine Pop- und Dance-Fusion aus Breakbeats, Electro, Jazz und Funk. Natürlich wird niemand auf die alten «Deee-Lite»-Smasher wie zum Beispiel die weltweite Disco-Sensation «Groove is in the Heart» verzichten müssen. Neu: eigene CSD-Party Die Gast-Stars:
Bananarama CSD Zürich,
Samstag, 10. Juni, mit Einstimmung am Freitagabend und Ausklang am Sonntag.
|