Boysworld.ch – eine Welt nur für Boys
Von der Anzeigenseite zur modernsten Chat-Plattform für Gays in der Schweiz

Von Daniel Diriwächter

Die Zeiten, in denen man sich noch in aller Öffentlichkeit mit Freunden oder für ein Date jeder Art traf, sind endgültig passé. Das Internet verdrängte in kürzester Zeit die altgedienten Lokalitäten der sozialen Gay-Kultur. Die Web-seite Boysworld präsentiert sich nun in einer neuen, vierten Version. Cruiser traf die Macher.

Wer etwas auf sich hält, unterhält ein registriertes Profil in mindestens einem von vielen Chatrooms. Da trifft man sich zum virtuellen Schwatz und meistens auch zu mehr - zum Beispiel auf www.boysworld.ch. Die Webseite Boysworld schickt sich nämlich an, eine ernst zu nehmende helvetische Konkurrenz für die zahlreichen anderen Anbieter zu werden. Bei der Firma New Connection GmbH ist man sichtlich stolz, nun die neuste Version von Boysworld zu präsentieren. Seit August erscheint der Geheimtipp im Netz in neuem Design. Die Konkurrenz schläft nicht, und besonders seit die deutsche Seite Gayromeo ihren Siegeszug durch die schwule Welt angetreten hat, wurde es ernst für die heimischen Anbieter.

Von der Anzeigenplattform zum Chat
Boysworld bietet heute den interessierten Usern eine virtuelle Welt, die den Vergleich mit Gayromeo nicht zu scheuen braucht. In den letzten sechs Jahren hat man kontinuierlich an der Seite gearbeitet, so Remo Ninghetto, der Verantwortliche bei Boysworld. Die Seite selbst startete vor sechs Jahren als reine Anzeigenplattform, seit vier Jahren bietet sie aber die mittlerweile beliebteste Form des Chats an, die Sofortnachrichten im separaten Fenster. Nun wurde an diesem System gefeilt und diverse Verbesserungen erwarten den Benutzer.

Das Echtheitszertifikat
Oberste Priorität der Macher ist der Schutz der User vor gefälschten Profilen. Denn nicht selten wird ein scheinbar perfektes Profil erstellt, das sich dann als purer Fake entlarvt. Da werden Zentimeter-Masse nach oben, Kilos und Jahre nach unten korrigiert. Ganz zu schweigen von den geklauten Model-Aufnahmen, die den User ins Messer laufen lassen. Boysworld bietet deshalb ein optimiertes Echtheitszertifikat an. Dies bedeutet, dass das Hauptbild mit der realen Person übereinstimmt. Eine entsprechende Kopie seiner ID muss man dafür an Boysworld zukommen lassen. Eine weitere Idee, die bald Schule machen soll, ist der «verifizierte» User, also Mitglieder, die ihre volle Identität an Boysworld bekannt geben. Durch ein entsprechendes Zeichen auf dem Profil kann man gezielt unangenehme Überraschungen vermeiden. Ausserdem werden Reklamationen der User und Hinweise auf ein möglicherweise gefälschtes Profil gespeichert. So entsteht ein aufschlussreiches internes Rating.

Die Welt der Boys
Natürlich bietet Boysworld auch die üblichen Extras, wie etwa Verlinkungen, detaillierte Körperangaben oder eine eigene Fotogalerie, an. Neu aber ist beispielsweise, dass man nun in seiner Sofortnachricht sämtliche Informationen, wie unter anderem den Steckbrief des virtuellen Gegenübers, ansehen kann. Der User muss sich also nicht mehr durch die Hauptseite durchklicken. Ganz neu im Programm ist auch der SMS-Chat. Durch das kostenlose Registrieren seiner Handynummer können die Messages via Handy abgerufen und beantwortet werden. Das System verrät natürlich die Nummer des Absenders nicht.
Boysworld bietet aber auch ein eigenes Cinema an, dessen Filme, unschwer zu erraten, der Sparte Erotik angehören. Wöchentlich wird dort immer ein neuer Augenschmaus präsentiert. Zudem gibt es auch einen Shop, in dem doch einige spassige DVDs und gewisse Spielsachen bestellt werden können.

Mitglieder mit Privatsphärenschutz
Eine Club-Mitgliedschaft bei Boysworld ist kostenlos. Erwartungsgemäss gibt es aber auch hier weitere Kategorien. Im sogenannten Club Basic kann man schon für Euro 2.70 pro Monat von gewissen Vergünstigungen profitieren. Dann existiert noch der Silber-, sowie der Gold-Club, bei denen der User massive Preisunterschiede im Angebot erwarten kann. Ferner wird ein spezieller Privatsphärenschutz offeriert, der nur den «goldenen» Mitgliedern offen steht. Durch diesen Schutz ist der User nur dort sichtbar, wo seine Angaben auch erwünscht sind. Doch egal, in welcher Kategorie man sich befindet, Boysworld nimmt jeden User ernst.

Bareback wird geduldet
Ein generell beängstigender Trend ist das Thema Barebacking. Auch die Macher von Boysworld mussten sich dem heiklen Thema fügen und bieten dem User an, ob er sich dazu bekennen möchte oder nicht. Etwa 80 Prozent der Boysworld-User sind gegen Barebacking. Ihr Profil erscheint mit einem Anti-Bareback-Zeichen. Trotzdem gibt es immer mehr Mitglieder, die Sex ohne Gummi bevorzugen. Boysworld distanziert sich klar von diesem Trend, vermeidet es aber, den Zeigefinger zu heben. Safer Sex wird grossgeschrieben auf der Seite, so besucht der etablierte Dr. Gay von der Aids-Hilfe Schweiz die Seite regelmässig als Berater.

Spass ist das Wichtigste Element
Remo Ninghetto setzt auf ein breites Publikum. Also User, die sexuelle Abenteuer suchen und ihre entsprechenden Wünsche auch angeben, sowie Mitglieder, die den einfachen Chat suchen, um sich gepflegt mit Freunden und Fremden unterhalten zu können. In jedem Falle bietet Boysworld für jeden Geschmack etwas. Und man wird dabei technisch nicht stehen bleiben und immer wieder neue Optionen einbauen, wie das Gründen von Vereinen und Gruppen. Es lohnt sich auf alle Fälle, die Seite in Augenschein zu nehmen und sich dabei zu vergnügen. Zahlreiche weitere Extras warten nur darauf, entdeckt und benutzt zu werden. Denn Spass ist am Ende das Wichtigste, was Boysworld bieten will.
www.boysworld.ch

 

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