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Glitzernder Winterspass
Auch weniger propagierte
Ski-Orte haben durchaus ihre Reize
Von Branko B. Gabriel
Lenzerheide gehörte
zu den Schweizer Pionieren in Sachen Tourismusangebote für Homosexuelle.
In Arosa findet heuer zum dritten Mal eine Wintersportwoche für Homo-sexuelle
statt mit wachsendem Erfolg. Zermatt lancierte vor zwei Jahren
international eine gezielte Marketingkampagne für Schwule und Lesben.
Nun wurde die Werbung gestoppt. Man will sich nicht als «Schwulen-Kurort»
abstempeln lassen. Dass man sich aber auch an «gewöhnlichen»
Wintersportorten wohlfühlen kann, hat Branko B. Gabriel entdeckt.
Trotz der unmöglichen
Wetterprognosen wage ich mich in das Abenteuer Skiurlaub. Während
der Winter um uns im Mittelland offenbar einen grossen Bogen macht, kommt
man in den Bündner Bergen mit etwas Glück doch noch zu seiner
weissen glitzernden Pracht. Da mir St. Moritz zu schickimicki ist und
Arosa zu «Züri-like», fackle ich nicht lange rum und
entscheide mich für zwei weniger bekannte Ski Orte: Savognin und
Samnaun. Unterschiedlicher könnten diese zwei Winterdestinationen
gar nicht sein.
Savognin
Savognin liegt an der Strecke zwischen Tiefencastel und St. Moritz. Endlich
angekommen, liegt das kleine verschneite Dorf Savognin mir zu Füssen.
Ein herrlicher und wunderbarer Anblick. Zuerst aber Check-in im Hotel
Romana. Das herzige Hotel liegt direkt bei den Bergbahnen. Freundlich
werden wir empfangen und siehe da, der Vendelin ist auch schon da. Der
Herr Kurdirektor ist wirklich eine Perle für sich: charmant, hilfsbereit
und eben Everbodys Darling. Nach einem kurzen Spaziergang durch
die verschneiten Strassen und Gassen bei Sonnenuntergang gönnen wir
uns einen Drink an der Hotelbar Allegra. Hier wird bereits kräftig
gesungen und die «glatte» Stimmung ist wahrlich ansteckend.
Punkto Abendessen entscheiden wir uns für das feine Segantini Stübli
in der ersten Etage. Hier wird herrschaftlich und gediegen diniert. Endlich
Ferien, denke ich und freue mich auf einen exzellenten Bündner Tropfen.
Das Essen ist famos und die Weinkarte lässt keine Wünsche offen.
Zurück in unserem kleinen, aber doch gemütlichen Zimmer falle
ich todmüde in mein Bett. Ich bin ja mal gespannt auf das laut Vendelin
schönste Skigebiet der Bündneralpen.
Ein ausgefülltes
Tagesprogramm
Um acht Uhr ist Tagwacht. Etwas verstört reibe ich mir den Schlaf
aus den Augen und öffne erst einmal das Fenster. Ein frischer Wind
bläst mir ins Gesicht. Nach einer kleinen Stärkung juckt es
mich schon so in den Beinen, dass ich es kaum erwarten kann, endlich auf
die Piste zu kommen. Neben der Talstation stehen das NCT-Sport-Center
und das viel gelobte Cube. Aber dazu später mehr. Zuerst muss ja
noch die Skiausrüstung besorgt werden. Im modernen NCT haben wir
innert Minuten die passende Ausrüstung gefunden.
Zuerst gehts mit der Gondel von der Talstation nach Tigignas (1600m)
hoch, von hier aus rauf auf den Piz Martegnas (2670m) und schlussendlich
rüber auf den Piz Cartas. Und so was hat die Welt noch nicht gesehen!
Ein 360º-Panorama, stahlblauer Himmel und Pisten, die jedes Herz
höher schlagen lassen. Atemberaubend schön! Das Skigebiet ist
zwar nicht riesengross (ca.80km), aber für uns perfekt. Nach zwei
Stunden Brettern knurrt mein Magen dermassen, dass ich subito etwas zu
essen brauche. Die herrliche Sonnenterrasse des Restaurants am Somtgant
bietet hierfür genau das Richtige. Um fünf Uhr rauscht man den
Berg hinunter, direkt in den Après Ski.
Dass man in Savognin nicht nur skifahren oder boarden kann, erfahre ich
kurz später von Vendelin. Das Programm ist straff, kurz unter die
Dusche und schon steht das Promilletaxi vor der Tür, denn jetzt steht
uns das Abenteuer Schlittada bevor. Und das hat es allerdings in sich.
Nach einem Glühwein und kurzer Instruktion gehts mit dem Schneetöff
à la James Bond den Berg hinauf. Aber nicht per Töff, sondern
mit bis zu zehn Schlitten. Und das ist Adrenalin pur. Nach ca. einer Viertelstunde
komme ich heil und ohne grösseren Schaden im Roggis Baizli an. Hier
wartet bereits ein zünftiges Raclette auf uns. Nach ein paar Gläsern
Wein entspanne ich mich allmählich wieder, zu früh gefreut,
denn jetzt gehts mit den Schlitten wieder den Berg hinunter. Der
absolute Knaller! Nach diesem Abenteuer steht natürlich noch das
Savogniner Nightlife auf dem Programm.
Savogniner Nightlife
Zuerst ist das Allegra Stübli angesagt, nach ein paar Röteli
geht dann die muntere Runde weiter ins Parterre, der Treffpunkt für
das junge Savognin. Nach weiteren Drinks in ausgelassener Stimmung geht
es rüber in den Hotspot schlechthin, nämlich das Cube. Dieses
urbane Hotel bietet Boxes statt Zimmer, Gateways statt Treppen und ein
Club der Extraklasse. Und hier geht dann die Post ab. Zu coolem Sound
wird hier abgerockt, was das Zeug hält. Rappelvoll und schon fast
hysterisch wird hier gefeiert und getanzt, inkl. süssen Boys!
Nach durchzechter Nacht gönn ich mir heute Wellness und Shopping.
Allerdings brummt mir der Kopf dermassen, dass ich kurzerhand nach Bad
Alvaneu fahre. Hier erholt man sich wunderbar bei einer Wassertemperatur
von 34 Grad. Und einer grosszügigen Saunalandschaft.
Samnaun
Nach Savognin gehts jetzt zur einzigen zollfreien Oase der Schweiz,
nach Samnaun. Und hier kann man wahrlich shoppen bis zum Umfallen! Hier
logiere ich im Wellnesshotel Silvretta. Das Haus liegt an bester Lage
und verwöhnt den Gast mit einer sensationellen Küche. Ausgezeichnet
mit vier Hauben im Guide Bleu. Nach dem Essen kann man sich am Kamin gemütlich
unterhalten. Leider sind die Zimmer doch etwas gar klein. Am nächsten
Morgen gehts ab auf die Pisten in der Silvretta Arena (230km). Rund
40 topmoderne Transportanlagen stehen zur Verfügung. Ein wahres Eldorado
für Schneebegeisterte. Nach zwei Stunden Carven gönn ich mir
eine Auszeit und kehre ins Bergrestaurant Alp Trida (2270m) ein. Im ersten
Stock kann man neben Jakobsmuscheln natürlich auch Bündnerspezialitäten
geniessen. Jetzt gehts rüber nach Ischgl in Österreich.
Das grenzüberschreitende Skierlebnis ist einfach der Wahnsinn!
Schmuggleralm
Wieder zurück auf Schweizer Seite fahre ich gemütlich ins Tal
hinunter direkt zur Schmuggleralm. Und hier herrscht der Ausnahmezustand.
Après Ski hoch zehn! Nach einigen Drinks und «Kafifertig»
steure ich etwas angeheitert mein Hotel an. Angekommen, düse ich
sofort in den Silvretta Spa, ins Vitaleum. Und hier kann man sich so richtig
verwöhnen lassen. Wie wäre es mit einer Ganzkörpermassage
oder doch lieber einer Ayurveda-Gesichtsbehandlung? Zuerst zieht es mich
in die Bergkristallgrotte. Entspannung pur.
Nach diesem wunderbaren Spabesuch fühle ich mich wie ausgewechselt.
Totales Glück. Was jetzt noch fehlt, ist natürlich ein Besuch
in der Bündnerstube, hier wird Service und Bedienung gross geschrieben.
Kein Wunder bei vier Hauben im Guide Bleu. Essen auf höchstem Niveau.
Duty Free Shops
Natürlich darf ein Blick in das Samnauner Nachtleben nicht fehlen.
Hier trifft man sich im Why Not. Ein heisser Club mit coolem Design und
sympathischem Ambiente. Neben dem Why Not gibt es noch ca. acht Bars.
Die sind weniger spannend und alle ziemlich lasch. Dafür kann man
sich in den rund 50 Duty Free Shops fast zu Tode kaufen. Hier reicht das
Angebot von Beautyprodukten (wie etwa Parfums), über Zigaretten,
bis hin zu Luxusuhren und Alkohol. Natürlich alles mit Rabatt.
Fazit: Wer gerne Ski oder Snowboard fährt, ist in Savognin und Samnaun
bestens aufgehoben. Allerdings dürfte das Partyangebot etwas grösser
sein.
Eine Internetlösung
der
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