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Loop 38 soll bei Gays
Furore machen
In direkter Nachbarschaft zum einstigen Aera geht im Mai ein
neuer Club auf
Die Betreiber des legendären Spider Galaxy haben viel Zeit und
Geld in einen neuen Club in Zürich Altstetten investiert. Wie die
Spider Galaxy in den Anfängen soll der Loop 38 vor allem ein schwules
Publikum anziehen.
René Hagen und Gianfranco Ingrassia, die früheren Betreiber
des im April 2005 von der Zürcher Stadt-polizei nach einer Gross-Razzia
geschlossenen Clubs Spider Galaxy, wollen es nochmals wissen: Am Samstag
19. Mai eröffnen die beiden an der Albulastrasse 38 in Zürich
Altstetten auf einer Fläche von über 270 Quadratmetern ein neues
Party-Mekka vor allem auch für Schwule. Loop 38 heisst die
jüngste Addition zum Zürcher Nachtleben. «Für uns
war immer klar, dass wir irgendwann wieder das machen würden, was
wir am besten können, nämlich einen Club betreiben», sagt
Hagen zum Cruiser. Dass die Rückkehr der beiden an die Partyfront
so lange dauerte, hat vor allem einen Grund: «Wir mussten zuerst
die ganzen Ungerechtigkeiten verarbeiten, die uns im Zuge der Schliessung
von Spider Galaxy und Stoffwechsel 15 widerfahren sind», so Hagen.
Vom Besitzer der Liegenschaften an der Geroldstrasse sei er nämlich
nach der Razzia auf das Drängen eines Geschäftspartners hin
ziemlich unsanft aus der Betreiberfirma der Spider Galaxy herausbugsiert
worden. Hagen und seinen langjährigen Freund Ingrassia zog es daraufhin
raus aufs Land in den Aargau. Im Herbst 2006 schliesslich begannen die
beiden, ihre Fühler wieder in Richtung der Stadt Zürich auszustrecken.
Im Dezember unterzeichneten sie einen zehnjährigen Mietvertrag für
die neue Club-Location an der Albulastrasse im selben Haus, das
früher den legendären Club Aera beherbergte und danach das Labitzke,
das erst vor kurzem von der Zürcher Stadtpolizei nach einer Razzia
bis auf weiteres geschlossen wurde.
Bewährtes Erfolgsrezept
Seit einigen Monaten sind Hagen und Ingrassia jetzt mit dem Umbau des
neuen Lokals beschäftigt. Offenbar haben die beiden vor, dem Zürcher
Party-Publikum eine Weile erhalten zu bleiben, denn sie tätigen grössere
Investitionen. «Die Besucher erwartet ein topmodernes Clublokal
mit einer einwandfreien Musikanlage, speziellen LED-Moni-toren, einer
über zehn Meter langen Bar sowie diversen Sitzmöglichkeiten»,
erzählt Ingrassia. Musikalisch wollen die beiden zurück zu den
Wurzeln: Fetter, wummernder Spider-Sound sei angesagt. An die weit über
die Stadtgrenzen hinaus bekannte Sound-Qualität vergangener Tage
soll also angeknüpft werden. Die Rückkehr zu den alten Spider-Zeiten
soll aber nicht in jedem Bereich vollzogen werden, im Gegenteil: «Loop
38 wird sicher kein neues Spider», bemüht sich Hagen anzufügen.
Die Probleme, die die Spider Galaxy während der letzten Phase hatte,
sollen diesmal nämlich draussen bleiben: «Wir wollen eine ganz
strikte Eingangskontrolle und werden den Fokus von Beginn weg auf ein
schwules oder zumindest sehr tolerantes Publikum legen», erklärt
Hagen. Um den Zustrom schwuler Gäste zu fördern, soll eine spezielle
Regenbogen-Memberkarte eingeführt werden. Sie berechtigt den Inhaber
zu einem reduzierten Eintrittspreis sowie dazu, eine weitere Person in
den Club mitzunehmen. Geplant ist zudem ein Wagen am Christopher Street
Day in diesem Jahr.
Kein öffentlicher Konsum geduldet
Loop 38 soll am Freitag von 23 Uhr bis 07 Uhr und am Samstag von 24 Uhr
bis 10 Uhr geöffnet sein. Die Öffnungszeiten können bei
Bedarf bis maximal 12 Uhr am Samstagmittag respektive 14 Uhr am Sonntagnachmittag
ausgedehnt werden. Diese Öffnungszeiten sind zwar grosszügig,
von den Glanzzeiten der Spider Galaxy aber immer noch weit entfernt. Im
Zuge der immer repressiveren Praxis der Zürcher Behörden gegen
Nachtclubs in Sachen Lärm und Drogen ist auch die Frage berechtigt,
ob man als Betreiber einer Location, die After-Hours anbietet, überhaupt
noch eine Chance hat. «Wir glauben fest daran», sagt Hagen.
Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und werde auf problematische
Punkte ein spezielles Auge werfen. So soll der öffentliche Konsum
von Drogen strikte nicht geduldet werden und ein sofortiges Hausverbot
zur Folge haben. Die Security dürfe zudem nicht im Zürcher Nachtleben
verkehren und müsse sich viermal pro Jahr einem Drogentest unterziehen.
Auf diese Weise will Hagen verhindern, dass es wie dereinst in
der Spider Galaxy zu einer unheiligen Allianz zwischen Sicherheitsangestellten
und Dealern kommt. «Wir planen auch, dem Verein Safer Clubbing beizutreten»,
verrät Hagen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre sei er aber
auch der Ansicht, dass das Partyvolk selber sein Verhalten überdenken
und vielleicht in einer gewissen Beziehung ändern sollte. Um weitere
böse Überraschungen in der Form von unangemessenen Kontrollen
oder gar Razzien zu verhindern, wollen Hagen und Ingrassia dieses Mal
proaktiv auf die Behörden zugehen: «Wir werden das Gespräch
mit der Wirtschaftspolizei und der Drogenfahndung suchen und ihnen zeigen,
dass wir unsere Aufsichtspflicht wahrnehmen», so Hagen.
Von Boris Schneider
Loop 38 Eröffnungsparty
Samstag, 19. Mai 2007 ab 23 Uhr
DJs: Dani König, Baby Brown, Sonik, Knox, San Marco, Styro 007, Bang
Goes, Rino.
Eine Internetlösung
der
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