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Die Acapickels verabschieden sich
Ein Gespräch mit «Juliette Blamage» kurz vor dem «Ende»
Die Vier wollten die Handtaschen an den Nagel hängen. Doch dann kam das Angebot aus Las Vegas. Das war 2006. Seither verabschiedeten sich mehr als 150 000 Zuschauer von den vier Deux-Pièces-Trägerinnen! Nun aber ist der Abschied definitiv.
Helga Schneider, Lotti Stäubli, Barbara Hutzenlaub und Juliette Blamage haben sich auf ihrer Jubiläumstournee vom Publikum frenetisch feiern lassen. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie bereits von der wohlverdienten Ruhe auf den Lorbeeren träumten. Doch dann kam der Anruf aus Übersee, der so klar und hell erschallte. Man ist gespannt, ob die älteste Girl-Group Zentraleuropas im Wüstensand ihren Weg zum Glück finden wird. Die Antwort kennt nur der Psychiater.
Das Interview mit Denise Geiser
Cruiser: Juliette Blamage, pardon Denise Geiser, die Abschiedstournee, die hatten wir doch schon. Ein guter Marketing Gag?
Denise Geiser: Die erste Abschiedstournee war gar keine – es handelte sich dabei um das Jubiläum – und die jetzige ist tatsächlich die Abschiedstournee. Die letzte Vorstellung findet im Theater 11 am 30. April statt. Damit ist auch der Höhepunkt erreicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dieses Programm überhaupt noch übertreffen könnten.
Im Ernst: Was kommt bei dir nachher? Um in die Rente zu gehen, bist du wirklich noch zu jung.
Was danach kommt?
Ich habe da schon Ideen und Wünsche. In erster Linie möchte ich offen sein für das, was auf mich zukommt. Und so banal es auch klingen mag: Das Neue kann erst kommen, wenn das Alte abgeschlossen ist. Und abschliessen heisst auch verdauen, Zeit vergehen lassen. Oder: It ain’t over till it’s over.
Dein Sternzeichen?
Löwe
Dein Lieblingstier?
Der Otter
Dein Traummann?
Javier Bardem, Michael Caine
Deine Traumfrau?
Joan Crawford (leider schon tot), Uma Thurman
Single – or not single?
Quasi Single oder Single plus
If not single, erzähl doch bitte ein wenig über deine Partnerin
Über welche ?
Welches war das grösste Highlight mit den Acapickels?
Als wir 1995 in Bonn denn Prix Pantheon gewannen in der Kategorie «Frühreif und verdorben» und zwei Jahre vorher natürlich die Auszeichnung mit dem Salzburger Stier. Doch das eigentliche Highlight ist unser Werdegang. Aus einem gemeinsam geträumten Traum wurde Wirklichkeit. Man kann sagen, wir sind natürlich gewachsen. Anfangs der Neunziger waren wir unterwegs mit unseren vier Einkaufswägelchen, und nun füllen wir einen 40-Tönner mit unserem Material und haben ein 3-köpfiges Orchester dabei.
Gab es auch Betriebsunfälle?
Da gibt es einige:
1994. Dietzenbach bei Frankfurt. Nach der Pause wollten wir wieder auf die Bühne und waren ausgesperrt - draussen! Durch die Türe hörten wir das Publikum klatschen. Nach mehreren Minuten kam die Veranstalterin auf die Idee, auch draussen nachzuschauen.
1999. Im Programm Homestory kochte Lotti Stäubli für uns auf der Bühne einen Kaffee auf einer elektrischen Kochplatte. Im Volkshaus in Zürich schloss sie die Platte wie üblich an - ein lauter Knall ertönte, und es wurde stockdunkel. Dank der blitzschnellen Reaktion unseres Technikers war der Schaden nach einigen Augenblicken behoben.
Letztes Jahr In Bern im Zelt, als ein Mann kurz vor Ende der Show einen Kreislaufkollaps erlitt. Die Zuschauer um ihn herum standen sofort auf, wir unterbrachen unser Spiel. Da wurde klar, dass diese Realität stärker war als unser Spiel auf der Bühne, hier ging es um Leben und Tod. Er wurde aus dem Zelt getragen. Wir spielten weiter. Aber logischerweise war die Stimmung unten, und während der nächsten Nummer hörten wir die Sirene des Krankenautos sich entfernen. So viel ich weiss, wurde der Mann gerettet.
Und was steht wirklich in deinen Sternen für die nächste Zeit?
Erst mal Zeit vorbeigehen lassen. Den Kopf auslüften. Es muss ja etwas wirklich zu Ende sein, damit etwas Neues kommen kann. Und siebzehn Jahre, auch wenn sie schnell vorbeigingen, sind eine lange Zeit.
Von Kurt Büchler
«Acapickels and Orchestra go to Las Vegas»
Theater 11, Zürich ab 9. April
Ticketcorner 0900 800 800
www.acapickels.ch
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