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Jetzt will ich’s wissen!
«Mission Possible» ist vorbei – die Verantwortung dem Sexpartner gegenüber bleibt
Die Aktion ist abgeschlossen. Die Aids-Hilfe Schweiz dankt allen, die mitgemacht haben. Die Prävention geht aber weiter, und zwar unter dem Motto «Jetzt will ich’s wissen!» Die Aids-Hilfe gibt Gutscheine ab für eine kostenlose Beratung mit HIV-Test.
«Mission Possible», die Aktion zur Eindämmung der HIV-Epidemie, ist vorbei. Drei Monate lang hat die Aids-Hilfe Schweiz alle Gays aufgerufen, sich an die Safer-Sex-Regeln zu halten. War die Mission erfolgreich? Werden sich 2008 weniger schwule Männer mit HIV infizieren als in den letzten Jahren? Noch ist es zu früh, um darüber berichten zu können. Wie viele Schwule diese Aktion wirklich persönlich konsequent umgesetzt haben, weiss keiner. Was aber sicher ist: Auch wenn sich jetzt ein Erfolg einstellt und weniger schwule Männer sich in der hochansteckenden Primoinfektionsphase befinden, ist das Virus nicht verschwunden. Ansteckungen sind bei ungeschütztem Sex immer noch möglich.
Sich Klarheit verschaffen
Zum Abschluss der «Mission Possible»-Aktion kommt die Aufforderung: «Jetzt will ich’s wissen!». Ich will’s wissen, kann heissen, sich testen zu lassen, um sich Klarheit über den HIV-Status zu verschaffen. Dazu verschenkt die Aids-Hilfe Gutscheine für eine kostenlose Beratung inklusive HIV-Test. Ich will’s wissen, kann aber auch heissen, sich umfassend zu informieren, wie man sich in welchen Sex-Situation am sichersten schützt. Unter Umständen auch ohne Gummi. Dazu verteilt die Aids-Hilfe eine neue Broschüre und schaltet die Infos auch auf ihre Website auf.
Schutzverhalten weiterhin gefragt
Den eigenen Gesundheitszustand zu kennen, ist erst die halbe Sicherheit und damit zugleich meistens keine. Wer Sex mit einem Partner hat, dessen HIV-Status er nicht kennt, muss sich weiterhin schützen: Kein Sperma in den Mund und bumsen nur mit Gummi. Die ganze Sicherheit hat nur, wer genau weiss, dass sein Partner «negativ» ist. Darum ist jetzt nach der dreimonatigen Aktion der ideale Zeitpunkt für alle, die einen Partner haben, der in dieser Zeit ebenfalls Safer Sex machte, sich Klarheit über den HIV-Status zu verschaffen. Ist das Ergebnis dann für beide negativ, ist es möglich, auch ohne Gummi miteinander Sex zu haben.
Theorie und Praxis
In der Praxis sieht das so aus: Beide machen einen HIV-Test, am besten an einem Checkpoint, wo es eine gute, auf Schwule ausgerichtete, Beratung gibt. Bekommen beide den Bescheid «negativ», müssen sie miteinander eine Vereinbarung abschliessen: «Wir sind uns absolut treu oder machen mit anderen Sexpartnern konsequent Safer Sex.» Wer die Vereinbarung bricht (weil ein Kondom platzt oder doch ungeschützter Sex mit einem anderen Partner stattfand), teilt das dem Partner sofort mit. Dann gelten die Safer-Sex-Regeln erneut, bis eine Infektion mit einem Test ausgeschlossen werden kann. In der neuen Broschüre «Jetzt will ich‘s wissen!» und auf www.missionp.ch informiert die Aids-Hilfe Schweiz über diese und andere Möglichkeiten, wie man sich mit oder ohne Gummi vor HIV schützen kann.
Gratis beraten und testen im Mai
Ein Test allein ist noch keine Schutz-Strategie. Deshalb gehört eine gute Beratung zu jedem Test. Ist das Resultat positiv, erfährt man gleich, wo es die beste medizinische Betreuung gibt. Und in jedem Fall gibt’s Infos, wie man nun den Partner am besten schützen kann. Deshalb offeriert die Aids-Hilfe Schweiz im Monat Mai Gutscheine für eine Gratis-Beratung mit Test. Sie sind vom 1. bis 31. Mai einlösbar bei den spezialisierten Teststellen. Den Gutschein gibt’s in der neuen Broschüre der Aids-Hilfe Schweiz oder als Download auf www.missionp.ch.
Von Martin Ender und
Thomas Bucher (AHS) |