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«Negativ-Positiv» in Schwarz-Weiss Die Aussage «Zeig mir dein Gesicht und ich weiss, wer du bist» stimmt hier nicht. Rein äusserlich ist eine HIV-positive Person nicht von einer scheinbar gesunden unterscheidbar. Der Zürcher Fotograf Gerhard Hintermann hat dazu 75 Personen portraitiert. «Negativ-Positiv» besteht aus 78 Portraits, entstanden aus und nach Gesprächen über die Sexualität der Portraitierten, die Bilder selbst sind eine Weiterführung dieses Dialogs durch die Kamera. Sie sprechen nicht nur über Sexualität (wo, wie und mit wem wie oft?), sondern auch über Verantwortung, Respekt, Selbstbewusstsein und Selbstbetrug. Entstanden sind die Bilder in der Hoffnung, dass sich ein befreiter, ein ehrlicher Blick offenbart. Dieser pflanzt sich im Idealfall fort: von den Portraitierten über den Blick in die Kamera – auf Film entwickelt und Fotopapier gebannt – hin zu den Blicken der Betrachtenden. Moralfrei Beitrag für die Aids-Hilfe Schweiz Statements «Das Thema ist zu wichtig, um in Vergessenheit zu geraten – es muss in allen Köpfen immer präsent sein.» «Ich finde, dass das eine schöne Form ist (mit Hilfe von Portraits) zu zeigen, dass man HIV-positive oder HIV-negative Menschen nicht an ihrem Gesicht erkennen kann. Der HIV-Status ist in meinem Leben präsent seit meinem 15. Lebensjahr. Viele Freunde sind gestorben, andere sind HIV-positiv oder HIV-negativ. Inzwischen sterben Freunde auch an anderen Krankheiten. Ich habe nie verstanden, warum er sterben musste und ich nicht. Ich war doch viel wilder und riskanter. Vielleicht ist das der Grund, warum ich heute Menschen mit Aids pflege. weil es nicht selbstverständlich ist, dass ich noch lebe und gesund bin. Das Glück, das ich gehabt habe, versuche ich, nun mit denen zu teilen, die es nicht hatten. Wichtig, warum ich bei ‚Neagtiv-Positiv’ auch mitgemacht habe, ist mir mitzuteilen, dass Aids noch immer nicht heilbar ist. Vielen Menschen ist das nicht mehr bewusst.» Ausstellung «Negativ-Positiv» |