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Fady Superstar
Fady Maalouf ist der eigentliche Gewinner der Show.
Deutschland hat seinen Superstar mit Thomas Godoj gefunden. Der heimliche Gewinner der Show heisst aber Fady Maalouf. Der schwule Libanese sang sich stimmgewaltig in die Herzen der Zuschauer. Jetzt veröffentlicht er seine Final-Single «Blessed».
Nur der zweite Platz für Fady Maalouf. Gegen die Präsenz von Hartz-IV-Empfänger Thomas Godoj kommt er (noch) nicht an. Deutschlands Unterschicht ist gross. Deren Musik ist der Rock und Thomas Godoj ihre Stimme, zumindest vorübergehend. Aber vielleicht haben sich die Zuschauer auch noch nicht von Mark Medlock erholt. Der Gewinner vom letzten Jahr ist vielen musikalisch eine Spur zu seicht, zu schwul.
DSDS am anderen Ufer
Salopp formuliert, die RTL-Show «Deutschland sucht den Superstar» gehört praktisch zum anderen Ufer. Nach der lesbischen Gewinnerin Elli, die sich aber als Eintagsfliege entpuppte, und eben Mark Medlock, der noch immer die Hitparaden dominiert, gibt’s mit dem 29-jährigen Fady Maalouf eine neue Galionsfigur für die deutschsprachige Gay-Community. In den durchaus anspruchsvollen Mottoshows steigerte sich Fady Maalouf zusehends. Sein zarter, französischer Akzent machte ihn unverwechselbar. Spätestens nach seiner Interpretation von Patrick Swayzes «She’s like the Wind» aus dem Filmhit «Dirty Dancing» wurde vielen bewusst, der Junge kann singen. Vorschnell wurde er in die Musical-Ecke gedrängt. Doch als Fady Maalouf beim 80er-Hit «Never gonna give you up» die Hüften kreisen liess, war man(n) dem Libanesen endgültig verfallen.
Schnulzenkönig Fady
Fady Maalouf und Linda Teodosiu teilten sich in den Entscheidungsrunden abwechselnd den zweiten Platz, wie RTL kürzlich bekannt gab. Thomas Godoj, der etwas monotone Ruhrpottrocker, der von Beginn weg laut Jury «authentisch» war, erreichte in allen Sendungen die meisten Zuschaueranrufe. Der zweite Platz dürfte dem «Schnulzenkönig» Fady Maalouf, wie ihn seine Fans nennen, trotzdem besser stehen. Ein Sieger bei DSDS muss entweder Songs von Dieter Bohlen singen oder nach einem halben Jahr mangels Erfolg abtreten. Fady kann sich nun ohne Druck auf sein Ding konzentrieren.
Flucht aus dem Libanon
Singen war schon immer Fady Maaloufs grösste Leidenschaft. Ob im Kirchenchor, später als Clubsänger oder auf Hochzeiten, er sang. Aber sein bisheriges Leben war kein reines Freudenkonzert. Eine explodierende Bombe entstellte in seiner Kindheit sein Gesicht so sehr, dass er viele schmerzhafte chirurgische Operationen über sich ergehen lassen musste. Aber die seelischen Narben des Bürgerkriegs im Libanon wird er nach eigenen Worten nie wieder los.
Noch im Heimatland absolvierte Fady Maalouf ein Studium als Modedesigner und arbeitete anschliessend für namhafte Designer im Libanon. Trotzdem wurde die Situation unerträglich. Auf Anraten seiner Eltern floh er aus dem vom Krieg gebeutelten Land nach Frankreich, später, da er deutsche Vorfahren hat, nach Hamburg, um sich dort als Kellner durchzuschlagen. Grund für die Flucht dürfte auch seine Liebe zu Männern sein. In seinem Heimatland ist Homosexualität illegal. Es war für die Presse ein gefundenes Fressen, als bekannt wurde, dass Fady bereits mit einem deutschen Mann verheiratet ist. Seiner Beliebtheit tut dies beim weiblichen Publikum keinen Abbruch, im Gegenteil. Durch seine Vergangenheit im Krieg, seinem Können, und nicht zuletzt seinem attraktiven Äusseren erreicht er jene Aura, die schwule Frauenhelden auszeichnet.
Gesegnet
Anders als bei den übrigen Zweitplatzierten aus DSDS, ist die Nachfrage nach Fady Maalouf gewaltig. Vorerst wurde er mit seiner Final-Single «Blessed» in den Online Music Shops nur als «Finalist C» geführt. Nun ist es aber offiziell, dass Fady Maalouf eine Single, und später ein Album auf den Markt bringen wird. Bei Amazon schoss «Blessed» sogar an der Single von Thomas Godoj (Love is you) vorbei auf Platz 1 der Charts. Die Kundenrezensionen überschlagen sich vor Begeisterung. «Blessed», also gesegnet, trifft auf Fady jedenfalls heute zu.
Von Dani Diriwächter |