Mamma Mia Meryl!
Das ABBA-Musical Mamma Mia kommt in die Kinos

Eine Mutter, ihre Tochter, drei mögliche Väter und eine unvergessliche Hochzeit. Die komisch-absurde Story des ABBA-Musicals «Mamma Mia» wird ab dem 17. Juli in unseren Kinos zu sehen sein. In der Hauptrolle die vielleicht beste Schauspielerin unserer Zeit: Meryl Streep.

Noch in den 80er-Jahren war es geradezu verpönt, einen Song der schwedischen Popsensation ABBA zu hören. Die Rehabilitation war aber nur eine Frage der Zeit. Heutzutage dürfen sogar Rockgrössen wie U2 deren Liedgut in ihr Repertoire einbauen. ABBA ist pures Gold, das wissen auch die Gründer Benny Andersson und Björn Ulvaeus, die in Zusammenarbeit mit Autorin Catherine Johnson ihre Evergreens in einem Musical wiederverwerteten, und dies durchaus gekonnt.

Auf der griechischen Insel
Die Story, die um die grössten ABBA-Hits zusammengeschustert wurde, ist komisch und absurd zugleich. Die alleinerziehende Mutter Donna lebt zusammen mit ihrer 20-jährigen Tochter Sophie auf einer griechischen Insel und führt, logisch, eine kleine Taverne. Sophie steht kurz vor der Hochzeit mit ihrer Jugendliebe und wünscht, ihren unbekannten Vater an der Trauung zu sehen. Allerdings entdeckt sie im Tagebuch ihrer Mutter, dass drei Männer als ihre Erzeuger in Frage kommen. Ohne das Wissen von Donna lädt Sophie also die drei Herren zur Hochzeit ein. Was folgt ist ein wechselhaftes Rätselraten und Entflammen alter Romanzen. Zusätzlich lassen Donnas beste Jugendfreundinnen die Erinnerungen an ihr früheres Gesangstrio «Donna & the Dynamos» wieder aufleben.

30 Millionen Fans
Eigentlich Stoff für ein Drama sondergleichen. Aber die Szenerie spielt in sonnigen Gefilden, in denen sich augenscheinlich nur Schöngeister versammeln, die das Leben geniessen und urplötzlich in Gesang ausbrechen. Traurige Minuten gibt’s daher wenige. Insofern bleibt das Musical dem ABBA-Stil treu, da auch deren Songs ein nicht zu ignorierendes Glücksgefühl verbreiten.
1999 feierte das Musical «Mamma Mia», das auch als Pop-Komödie bezeichnet wird, seine Premiere in London. Ein weltweiter Siegeszug war die Folge. 30 Millionen Menschen haben die Show bislang erlebt, sogar im Kreml war sie in russischer Sprache zu sehen. Nun folgt mit «Mamma Mia! The Movie» die Kinoversion. Und das in erstklassiger Besetzung.

Meryl singt!
Oscarpreisträgerin Meryl Streep übernimmt darin die Hauptrolle der Donna, singend und tanzend, wohlgemerkt. Wer dachte, die vielleicht beste Schauspielerin unserer Zeit könne nur in schwermütigen Rollen überzeugen, wird definitiv überrascht werden. Meryl Streep genoss in ihrer Jugend eine Gesangsausbildung und konnte ihre kräftige Stimme schon in einigen Filmen unter Beweis stellen, so z.B. in «Death Becomes Her» oder jüngst in Robert Altmans letztem Film «A Prairie Home Companion». Als Donna wird die Streep nun legendäre Songs wie «The Winner Takes It All» hinschmettern.
An ihrer Seite findet sich ein attraktives Gespann an Schauspielern, u.a. Julie Walters, Pierce Brosnan und Colin Firth. Die Rolle der Sophie wird von der bislang unbekannten Amanda Seyfried dargestellt. «Mamma Mia» dürfte ihr weltweiter Durchbruch werden. Generell sind die ers-ten Kritiken voll des Lobes.

Wahre ABBA-Fans empfinden bereits das Musical an sich schon als Sakrileg. Ob ihre zartbesaiteten Seelen durch den Film Schaden nehmen, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht lassen sie sich durch das traumhafte griechische Ambiente, die lustvolle Inszenierung und nicht zuletzt von Meryl Streep’s hinreissender Darstellung verzaubern. Und allenfalls wird der Film Benni, Björn, Agnetha und Frida zu neuen gemeinsamen Ideen anregen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


     Von Daniel Diriwächter