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EuroPride 2008
«Swedish Sin, Breaking Borders»
Die EuroPride 2008 findet vom 25. Juli bis zum 3. August in Stockholm statt. Bereits zum zweiten Mal veranstaltet «Stockholm Pride» diesen 10tägigen, internationalen Grossanlass. Das Motto «Swedish Sin, Breaking Borders» verspricht politische Inhalte, Unterhaltung und Parties.
Wer diesen Sommer ferienmässig noch nicht ganz verplant hat, sollte mal Schweden in Betracht ziehen. Denn Stockholm wird Ende Juli die internationale Gay-Community mit einem breiten Angebotsspektrum willkommen heissen: Musik, Unterhaltung, Küche, Debatten, Seminare, Talks, Workshops, Theater. Dabei sollen neue Kontakte geknüpft, Freundschaften geschlossen und auch romantische Stunden genossen werden können. Mit zwei «festival aeras», dem «Pride House» und dem «Pride Park», will Stockholm den Besuchern genügend Platz bieten für all die Aktivitäten. Zum Schlafen bleibt da wenig Zeit. Am besten hält man es wie die Sonne im schwedischen Sommer, die sich auch nur kurz Ruhe gönnt.
Der Höhepunkt ist natürlich die grosse Parade am Sonntag, 2. August. Stockholms Pride-Parade ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. 2007 nahmen daran 50000 Leute aktiv teil und rund ein halbe Million Zuschauer waren zugegen. Damit ist die jährliche Pride in Stockholm der grösste Gayevent in der europäischen Nordregion.
Über die Grenzen hinaus
Mit dem Motto «Swedish Sin, Breaking Borders» will man darauf hinweisen, dass die Rechte, die in Schweden Schwulen und Lesben seit Jahren zugestanden werden, anderswo als «Sünde» angesehen werden. Und man will über die Grenzen hinaus aktiv werden. «Man muss darauf aufmerksam machen, dass anderswo in der Welt Übergriffe auf Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender stattfinden und man muss dem etwas entgegensetzen. Die Pride-Bewegung ist ein wichtiger Teil in diesem Prozess», so Sofia Sjöö, Sprecherin von Stockholm Pride. So hat denn auch «Stockholm Pride», ganz im Sinne von «Grenzen durchbrechen», die Pride in Warschau mit einem Zuschuss von 5000 Euro unterstützt.
Über die Grenzen hinaustragen will auch die international gefeierte Schwedische Pop-Band BWO (Bodies Without Organs) den Pride-Gedanken. Sie hat mit «The Bells of Freedom» den offiziellen EuroPride-Song produziert. «This is a creative, inclusive way of promoting the rights of lesbians, gays, bisexuals and transgender people from across Europe», schreibt der Produzent Alexander Bard.
Indischer Prinz als Redner in Stockholm
Prinz Manvendra Singh Gohil ist einer der drei Redner an der Eröffnung der EuroPride 2008. Der Prinz outete sich im Jahr 2006 und ist einer der wenigen Inder, die offen schwul leben. Er fühlt sich geehrt, an die Pride in Stockholm eingeladen zu sein, gerade weil er aus einem Land kommt, in dem Homosexualität noch ein Tabu ist. Prinz Manvendra ist zudem Präsident einer indischen HIV-Organisation und er zog die Aufmerksamkeit auf sich, als er in der «Oprah Winfrey Show» auftrat, in einer Sendung zum Thema «Gay around the world».
Schweizer Delegation
Die EuroPride des kommenden Jahres findet in Zürich statt, ein einmaliger Grossanlass vom 2. Mai bis 7. Juni 2009. Mit einer fulminanten Eröffnungsfeier beginnend, wird während eines Monats ein Feuerwerk kultureller, politischer, wissenschaftlicher und sportlicher Veranstaltungen ein grosses, nicht nur lesbischwules Publikum aus dem In- und Ausland begeistern. Höhepunkt und Abschluss wird die grosse EuroPride-Parade mit Festspektakel im EuroPride-Village im Zentrum von Zürich bilden.
Der Verein EuroPride 09 ist bereits seit längerem aktiv und hat sich in Zürich mit einem eigenen Wagen am CSD auch einem breiteren Publi-kum bekannt gemacht. Nun wird eine Delegation auch an der EuroPride 08 in Stockholm vertreten sein und unter anderem in der Residenz des Schweizer Botschafters in Schweden empfangen. Das Konzept für die EuroPride 09 steht, aber die eine oder andere Idee werden die Schweizer von den EuroPride-erfahrenen Schweden wohl noch nach Hause bringen. Zeit, sie für Zürich umzusetzen bleibt ja noch.
Von Martin Ender |