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Die Engel geben immer noch Vollgas
Die White Party 2009 soll was ganz Besonderes werden
Seit 15 Jahren bereichern die Angels Zürich mit ihren Parties. Nächsten Samstag wird dieses Jubiläum an der White Party im Volkshaus mit sechs DJs auf vier Dancefloors und mit vielen Überraschungen so richtig gefeiert.
Mit der White Party vom 4. April feiern die Party-Organisatoren Angels aus Zürich auch gleich ihren 15. Geburtstag. «Natürlich wird sich die Party um dieses Jubiläum drehen», verrät Arthur Rooks, neben Michèle Meissner, Paul Wolfrom und Daniel Wild der vierte Angel – und der einzige Engel aus der Gründungsformation von 1994, der immer noch mit dabei ist. Auf dem Mainfloor wird der spanische Superstar Ismael Rivas aus Madrid die ganze Nacht lang für ausgelassene Stimmung sorgen. Vier weitere DJs und eine DJane – darunter 5th Element vom Labyrinth und Resident Angel O – beschallen die übrigen drei Dancefloors. Auch für Überraschungen ist gesorgt. Doch dazu wollten die drei männlichen Engel beim Interviewtermin mit dem Cruiser noch nicht allzu viel verraten. Nur gerade dies: «Die Leute werden ganz bestimmt merken, dass es sich um unseren Geburstag handelt», so Rooks vielsagend.
Die dienstältesten Party-Organisatoren
Seit 15 Jahren schreiben die Angels in wechselnder Besetzung Party-geschichte. Damit sind sie neben den Machern des Labyrinths die wahrscheinlich dienstältesten Organisatoren im Raum Zürich, wenn man einmal von Institutionen wie dem T&M im Niederdorf absieht. Angefangen hatten die Angels in noch etwas kleinerem Rahmen in der Kanzleiturnhalle. Seit 1997 aber finden ihre Parties mehrheitlich im nebenan gelegenen Volkshaus statt. Dort belegen Black Party und White Party inzwischen auch nicht mehr nur das Erdgeschoss, sondern bis zu vier weitere Räume im ersten Stock. Tanzwütige aus dem ganzen Land reisen für diese Anlässe im Frühling und im Winter nach Zürich – einmal ganz in Weiss, dann ganz in Schwarz gekleidet. Seit im Jahr 2004 Paul Wofrom und Daniel Wild zum Team gestossen sind, beschränken sich die Angels wieder auf ihre zwei Stamm-Parties im Volkshaus und die Follies au Lac, die Open-air-Fete im Sommer in der Badi Tiefenbrunnen. In den Jahren davor wurden allerdings auch andere Formate getestet, etwa die Kitsch-Party oder Nuts and Bolts. Dennoch ist es nicht gelungen, ein weiteres Angels-Datum fix in den Köpfen des Publikums zu verankern. «Einige Leute fragen uns zwar immer noch, warum wir nicht mehr veranstalten», bemerkt Daniel Wild. Um dann gleich nachzuschieben: «Die Angels sind für uns alle ein Hobby und so soll es auch bleiben».
Versuch mit der Angels Bar
Dabei sah es eine Zeit lang so aus, als gäbe es die Angels auf regelmässiger Basis: Im Jahr 2000 öffnete der damalige Kopf der Bande, der Exil-Franzose Olivier, an der Kurzgasse im Zürcher Kreis 4 die Angels Bar. Doch nach anfänglicher Euphorie blieben die Leute weg und das Lokal ging in andere Hände über: «Es hat nicht funktioniert», bilanziert Rooks rückblickend. Vielleicht sei die Bar zu früh gekommen für den Kreis 4. Das Ausgehverhalten der Leute habe sich inzwischen verändert. Heute sei es im Gegensatz zu damals «cool», ins Langstrassenquartier in den Ausgang zu gehen. Gut möglich also, dass die Angels hier dem Zürcher Mainstream voraus waren.
Das Erfolgsrezept
So beschränken sich die vier Engel also auch künftig auf ihre drei wichtigsten Party-Standbeine, die sowieso Garanten für ein brechend volles Volkshaus oder eine überlaufene Badi Tiefenbrunnen sind. Und worin liegt eigentlich das Erfolgsgeheimnis dieser von amerikanischen und kanadischen Circuit-Parties inspirierten Themen-Abende? «Die Leute schätzen die gute Atmosphäre auf unseren Parties. Man trifft bei uns Menschen, die man unter dem Jahr nicht allzu oft sieht. Leute aller Altersgruppen von 18 bis weit über die 50 und von überall her in der Schweiz und aus dem benachbarten Ausland», erklärt Paul Wolfrom. Kritik an den doch eher hohen Eintritts-preisen, die im Zusammenhang mit den Angels immer mal wieder geäussert wird, weisen die drei Männer entschieden zurück: «Wir inves-tieren viel in unsere Parties. In den letzten Jahren haben wir die Investitionen in Technik und DJs fast verdoppelt», versichert Wolfrom. Das Volkshaus für eine Party herzurichten, sei zudem alles andere als einfach. Schliesslich würde man eine leere Hülle mieten. Licht, Musikanlage und Dekoration müssten die Veranstalter selber organisieren: «Hier möchte ich auch einmal einen Dank an unseren langjährigen Sponsor Wybo und an den Veranstaltungstechniker Flashlight für die gute Zusammenarbeit aussprechen», so Wolfrom. Ein weiterer Kostenfaktor seien zudem die ausländischen DJs, die jeweils extra eingeflogen würden: «Wir möchten den Leuten Musik bieten, die sie in Zürich nicht jedes Wochenende zu hören bekommen». Mit Künstlern wie Junior Vasquez, Manny Lehman, David Knapp oder Fabio White wurden die Angels diesem Anspruch über die letzten Jahre auf jeden Fall gerecht. Und wer vermeiden möchte, am Samstag, 4. April, im H&M kein weisses T-Shirt mehr zu finden, der kümmere sich doch schon das Wochenende davor um ein passendes Kleidungsstück.
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