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Warmer Mai
Der Zürcher Kultur-Monat ist dieses Jahr eingebettet in die EuroPride09
Der Warme Mai in Zürich ist längst zur Kultur-Institution geworden. Wie immer wartet er mit den mannigfaltigsten Angeboten auf. Zu Bewährtem wie der Führung «Homosexualität im Tierreich» kommen eine ganze Reihe neuer, aktueller Angebote. Und jeder findet dabei seine Kultur. Hier ein paar Auszüge aus dem Programm.
Endlich Solo! Die Lieder meiner Lieben
Kleinkunst in Miller’s Studio
Vom Schicksal begünstigt, von ihren Talenten geradezu getrieben, tun Caspar & Bianca, was sie tun müssen: sie singen in eigener Begleitung. An Klavier, Blechen und Kontrabass sind sie eine Miniatur-Coverband, die aus zwei dominanten Diven besteht. Zwei tief liegende Stimmen, die sich auch vor Höhen nicht fürchten. Bestechend, komisch und anrührend, nicht nur durch die Kraft des Gesanges.
«Wenn ich mir was wünschen dürfte»
Kleinkunst im Keller 62
Röbi Rapp spricht und singt Texte aus den 20er bis zu den 50er Jahren, die er damals an festlichen Anlässen vorgetragen hat. Teile dieses Programms sind zum ersten Mal wieder 1999 in Berlin gezeigt worden und stiessen dort auf lebhaftes Interesse. Das Publikum von heute scheint an den Texten und Chansons von damals erneut – oder immer noch – Freude und Gefallen zu finden.
Lieder und Texte: Röbi Rapp, Klavier: Oliver Fritz
«Ja, Ich will»
Musik in Miller’s Studio
Die Schwulen Berner Sänger Schwubs unter der Leitung von Werner Bucher nehmen den Umstand, dass sich landauf, landab Schwule und Lesben in munterer Folge verpartnern, zum Anlass, ein weiteres Mal schonungslos die Hintergründe aufzudecken. In siebzehn Liedern aus Pop, Musical, Jazz und Chanson erzählen sie von den Irrungen und Wirrungen der schwulen - nun gleichgestellten – Seele; von archaischen Dingen wie der Suche nach Liebe; sprechen aus, was uns die christliche Kirche vorenthält; von Paar-Therapie und Scheidung – bzw. wie würde man das nun benennen: Entpartnerung…?
«für immer d.i.s.c.o.»
Kleinkunst im Kaufleuten
Kein zweiter l(i)ebt das Phänomen Disco wie Thomas Hermanns. Deshalb hat sich der Pionier der Deutschen Unterhaltungslandschaft zum Ziel gesetzt, das Lebensgefühl «Disco» zu verbreiten, denn: Disco war nie tot!
Neben einem knapp 300-seitigen Buch, in dem er seine Jugend in einer fränkischen Vorstadt in den 70er Jahren schildert und parallel die Geschichte des unglaublichen Disco-Siegeszuges erzählt, hat er eine Plattform ins Leben gerufen: www.fuerimmerdisco.de. Mit seiner Show zum Buch, eine Lesung mit Musik und Tanzkurs, kommt er auch ins Kaufleuten. Dabei geht es nicht nur um Musik, sondern auch um die Künstler, die DJs, die Clubs, die Menschen – kurzum: um das gesamte Lebensgefühl Disco.
Thomas Hermanns, geboren 1963 in Bochum, ist das deutsche Comedy-Gesicht im Fernsehen, Moderator des Quatsch Comedy Clubs, der Grand Prix Galas und vieler anderer großer Events. Er ist unter anderem Gewinner der Goldenen Kamera in der Kategorie Comedy 2006 und bekam zweimal den Deutschen Comedy Preis verliehen.
«Gayromeo ist schuld»
Theater im Keller 62
Es war nur eine Frage der Zeit, wann sich mal einer an das Phänomen Gayromeo ranmacht. Der Schauspieler, Sänger und Autor Frank Sandmann hat es nun getan. Heerscharen von Usern in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und auch schon in Zürich (2007) hat er mit seiner Singcom (den Begriff hat er eigens für diese Bühnenkombi aus Gesang und Comedy erfunden) begeistert.
In dem 90-minütigen Soloprogramm erzählt Frank Sandmann die Geschichte eines schwulen Mannes, der nach einer niveaulosen Trennung mit Hilfe von www.gayromeo.de einen neuen Kerl sucht. Da gibt es Begegnungen mit dem User Risiko oder Hühne192, Luis Figo, Homo Joe und Gabrielle aus Desperate Housewives.
Lieder wie «I want to break free» (Queen), «Gretchen am Spinnrade» (Schubert) oder dem «Lied von Manuel» (Manuel und Pony) sind nur drei der insgesamt elf Lieder, die den Ablauf der von Selbstironie und Klugscheisserei durchsetzten Geschichte begleiten.
Simon Bucher und «schmaz»
Konzert in der Hochschule für Musik
An diesem festlichen Konzert präsentiert «Network» den jungen Berner Pianisten Simon Bucher zusammen mit dem bekannten Schwulen Männerchor Zürich. Ein buntes, gehaltvolles Programm für Liebhaber von Klavier- und Chormusik zum Pfingstwochenende. Simon Bucher verfügt über ein breites musikalisches Repertoire und passt damit bestens zum «schmaz».
So hat denn Gershwins Rhapsody in Blue Platz neben einem alten Innerschweizer Alpsegen oder Schuberts Nachthelle vor Arthur Beuls Stägeli uf, Stägeli ab und auch einer Klavierimprovisation über alte Volksweisen in Begegnung mit einem Marsch von Mussorgsky in arabischer Sprache.
Simon Bucher wurde 1980 in Bern geboren. An der Hochschule der Künste Bern studierte er bei Erika Radermacher und Tomasz Herbut und schloss sowohl das Lehrdiplom 2001 als auch das Konzertdiplom 2003 mit Auszeichnung ab. Solis-tische Auftritte mit dem Berner Symphonie Orchester, dem Burgdorfer Kammerorchester und dem Sofioter Kammerorchester rundeten seine Studienzeit ab. Weitere prägende Impulse erhielt Simon Bucher durch Meisterkurse bei Ruben Lifschitz, Klaus Hellwig, Milena Molova, Béla Sikki und Irène Schweizer.
Neben seinen klassischen Tätigkeiten widmet sich Bucher intensiv dem Jazz und der Improvisation. So wirkte er in verschiedenen Jazz- und Funk-Formationen und gibt improvisierte Solorezitale. Simon Bucher ist mehrfacher Stipendiat und Preisträger verschiedener nationaler Wettbewerbe. Seit Winter 2008 hat er einen Lehrauftrag an der Hochschule der Künste Bern.
Der «warme mai» findet den ganzen Mai hindurch statt bis am 06. Juni 09
Detailiertes Programm unter: www.warmermai.ch |