Petition «Gleiche Chancen für alle Familien»
Für die Gleichstellung eingetragener Paare und ihrer Kinder

Am 3. Juni wird die Petition «Gleiche Chancen für alle Familien» offiziell lanciert. Sie fordert die Gleichstellung eingetragener Paare in Sachen Adpotion. Petitionsbogen gibt’s im Internet auf www.familienchancen.ch. Jede Unterschrift zählt.

Lesben und Schwule können in der Schweiz adoptieren. Allerdings nur, wenn sie ledig sind. Wer in Eingetragener Partnerschaft lebt, kann das nicht mehr. Dieses Verbot nützt niemandem etwas und schützt auch niemanden. Für Kinder kann dieses Verbot im Einzelfall auch schwere Nachteile bringen.
Zum Beispiel: Eine Frau möchte das leibliche Kind ihrer Partnerin adoptieren, weil der Vater nicht mehr greifbar ist. Das geht nicht. Stirbt dann später die Mutter einmal vor ihrer Partnerin, ist das Kind erbrechtlich erheblich im Nachteil. Von der Stiefmutter hat es nichts zugute. Zum Beispiel: Ein schwuler Mann wurde als Pate ausgewählt, damit er sich im «schlimmsten Fall» um das Kind kümmern könnte. Tritt dieser schlimmste Fall tatsächlich ein, ist eine Adoption möglich, aber nur, wenn der Pate noch ledig ist.

Die Petition fordert:

  • die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit Ehepaaren in Bezug auf Elternrechte und Adoption;
  • die rechtliche Gleichstellung von Kindern, die in eingetragenen Partnerschaften aufwachsen, mit Kindern, die in Ehegemeinschaften aufwachsen;
  • eine Ausgestaltung des Adoptionsrechtes, welche das Interesse und das Wohl des Kindes in den Vordergrund rückt und nicht den Zivilstand und die sexuelle Orientierung der adoptionswilligen Personen und Paare.

 

Am Anfang steht ein Hetero
Am Anfang der Petition steht eine Facebookgruppe beziehungsweise ihr Initiator Adrian Mangold, Hetero und Kandidat Mister Nordwestschweiz. Inzwischen hat sich ein Komitee aus hetero- und homosexuellen Frauen und Männern gebildet, welches die Verantwortung für die Petition trägt. Adrian Mangold ist dabei, aber auch Eva Kaderli, Leiterin der LOS-Fachgruppe Lesben mit Kindern, und der neue PINK CROSS-Vorstand Ruben Ott, auch wenn eher im Hintergrund.

Inhaltlich ist die Petition mit der Fachgruppe Politik von PINK CROSS und LOS abgesprochen und auch im PINK CROSS-Vorstand ausführlich diskutiert worden. Analog der Petition «Gleiche Rechte», welche schliesslich zum Partnerschaftsgesetz geführt hat, verzichtet die Petition darauf, konkrete Gesetzesänderungen zu formulieren. Die  Petition will die Diskussion in der Bevölkerung und im Parlament voranbringen mit dem Ziel einer mehrheitsfähigen, gerechten und kindsgerechten gesetzlichen Neuregelung.