![]() |
Eben noch Rudy in «Storm» und bald der Piccolo «Im Weissen Rössl» Der Glarner Christian Menzi wurde 1980 geboren. Ursprünglich hat er eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Im Alter von 25 Jahren studierte er Gesang. In Bern lernte er zusätzlich Schauspiel sowie Tanz und erwarb sich das Musical-Diplom. «Morgen beginnen meine Zwischenprüfungen» sagt der aufgestellte junge Mann nach der Begrüssung. Ja, vor den Sommerferien braucht es an der Musical-Schule Adliswil eine Zäsur mit Prüfungen. Zwei Monologe muss er halten, einen davon hat er aus der klassischen Theaterliteratur gewählt, «weil klassische Texte schwieriger zu erarbeiten und zu fassen sind», meint er. Und dazu kommen noch zwei Lieder, eines choreographiert. Ich stutze, lass es mir aber erklären. «Dazu muss man sich bewegen, auch tanzen.» Wie im Musical also. Nun, der junge Mann will ja auch Musicaldarsteller werden – oder ist es praktisch schon. Denn er stand als Rudy, einer der Youngsters in «Storm – the Musical» in Bülach auf der Bühne. «Storm» feierte einen stürmischen Beginn und musste dann wegen Geldmangels leider abgesetzt werden. Seine ersten Musical-Bühnenerfahrungen sammelte Menzi in «Freude», in «Frisörsalon – das Musical» sowie in «Space Dream SAGA 3» Der Glarner wurde 1980 geboren, spielt Klavier, Trompete und Gitarre, spricht Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch. Ursprünglich bildete er sich im Kaufmännischen aus und begann früh zu singen. Sein musikalischer Weg führte ihn via verschiedene Musikschulen über Chor- und Banderfahrungen zum Entschluss, im Alter von 25 Jahren sein Gesangsstudium – Ausrichtung: Jazz, Blues, Pop und Rock – in Winterthur zu beginnen. 2007 besuchte er zusätzlich, nebst dem Büro-job, die Swiss Musical Academy in Bern und belegte die Fächer: Schauspiel, Tanz und Gesang. Ein Jahr später verliess er sie mit dem Musical-Diplom in der Tasche. Die Ausbildung an der StageArt erstreckt sich über Schauspiel, Gesang und Tanz. Als Musicaldarsteller muss er sich in allen Fächern behaupten und das hat Christian im Musical «Storm» bewiesen. Sekundengenaue Bewegungen in den Tanz-Choreographien, wobei diese natürlich auch die vorzügliche Handschrift von Markus Buehlmann tragen. «Wo siehst du dich in fünf oder zehn Jahren?» «Ich liebe es ganz wahnsinnig, auf der Bühne zu stehen, einer Figur Leben einzuhauchen, zu träumen und nach den Sternen zu greifen. Darum will ich mich auch weiterhin von Ideen und Wünschen leiten lassen. Ab Herbst werde ich für ein Jahr ein Nachdiplomstudium in Operngesang an der Zürcher Hochschule der Künste beginnen und mir damit einen weiteren Wunsch erfüllen und meinen Horizont erweitern.» Auf die Frage, ob er Operetten als etwas verstaubt empfände und er lieber Musicals möge, meint er: «In Operetten wird klassisch gesungen und sie sind in der Bewegung ein bisschen statischer, aber gerade in der Deutschschweiz gibt es viele tolle Operetten-Theater, welche mich auch sehr begeistern». Christians aktuelles Engagement ist am See-Burgtheater in Kreuzlingen, in der Operette «Im weissen Rössl» von Ralph Benazky, wo er die Rolle des Piccolo spielt. Bei diesem Stück handelt es sich zwar im klassischen Sinn um eine Operette, Jean Grädel inszeniert dieses aber als leichte Muse, als satirisches Singspiel, wobei die Wahrhaftigkeit der einzelnen Figuren erhalten bleibt, was dem Stück neues Leben einhauchen wird. Die Story: Im weissen Rössl, dem Gasthaus am Wolfgang-See, ist der Teufel los. Der Kellner Leopold steht auf seine Chefin, die Josepha. Sie hat es aber auf den Sommergast Dr. Siedler abgesehen. Der verliebt sich in die Tochter des ständig motzenden Berliner Fabrikanten Giesecke, der in einen Patentstreit mit seinem Konkurrenten Sülzheimer verstrickt ist, den Dr. Siedler vertritt. Dazwischen hetzen Sommergäste durch die Gegend, bis schliesslich der Kaiser selbst für Ordnung sorgt. Jean Grädel, der frühere Direktor des Theaters der Künste und des Theaters an der Winkelwiese, beide in Zürich, führt Regie.
Kurt Büchler See-Burgtheater Kreuzlingen
|