Ballet for life
Das Béjart Ballet Lausanne gastiert in Zürich

«Ballet for life» ist ein Ballett-Ereignis allerersten Ranges von Maurice Béjart, eine explosive Mischung aus Bewegung und packenden Rhythmen: grandiose Choreographie, fabelhafte Musik von Mozart und Queen und Kostüme von Gianni Versace.

«Ballet for Life» wurde 1997 im Théâtre National de Chaillot in Paris uraufgeführt und ist eine Hommage an das Leben und die Wiedergeburt, in Erinnerung an früh Verstorbene. Béjart erzählt in seiner Choreographie von Menschen, die jung gestorben sind. Jorge Donn, einer der Tänzer aus dem Lausanner Béjart Ballet, starb 45-jährig an Aids. Gleich jung auch Freddie Mercury, der Sänger der Rockgruppe Queen. Und W. A. Mozart musste mit knapp 36 noch früher gehen. Das Programm ist aber kein Ballett der Trauer, weder düster noch negativ. Denn als ein unverbesserlicher Optimist glaubte Béjart trotz allem: «The show must go on» wie Mercury singt. Entlang einer abenteuerlichen musikalischen Reise reihen sich die Tanzszenen. Der 1997 ermordete Gianni Versace hat die Kostüme für die 35 Tänzerinnen und Tänzer entworfen. Eine raffinierte Mischung aus Transparenz, strahlendem Weiss, Hautengem und Bonbonfarbenem.

Gil Roman
Der Tänzer und Choreograph war seit 1993 Vize-Direktor des Béjart Ballet Lausanne und übernahm nach Maurice Béjarts Tod die künstlerische Leitung der Truppe. Er kam bereits 1979 zu Béjart und seinem Ballet du XXème siècle. Sein Talent als Tänzer und Schauspieler zeigte er in der Messe pour le temps futur und in vielen weiteren Balletten. 2005 krönte der «Danza & Danza Award» seine 27-jährige Karriere. Gil Roman erhielt ihn als «Bester Tänzer» für seine Rolle als Jacques Brel im Ballett Brel&Barbara, 2006 erhielt er den wichtigen Nijinksy-Preis vom Monaco Dance Forum. Als Choreograph erarbeitete er L’Habit ne fait pas le Moine, das Erfolgsstück Réflexion sur Béla und weitere.
«Ich habe Jahre gebraucht, um den unvergleichlichen Künstler Gil Roman aus seinem mentalen Dickicht zu befreien, in das er sich eingeschlossen hatte. Er war ich – als Nachfolger sehe ich nur ihn. Nur er kann meine Arbeit und meine Ballette weiterführen, bewahren, verwalten und niemand sonst. Dieses Ballett gehört ihm.» Maurice Béjart, 29. Dezember 2006, Lausanne.

Gil Roman, das Béjart Ballet Lausanne kommt mit «Ballet for Life» nach Zürich. Wieso dieser Name?
Ballet for Life war ursprünglich der Name der DVD für dieses Ballett, die 1998 produziert worden ist. Maurice Béjart sagte bei der Kreation: «Le Presbytère hat nichts von seinem Charme verloren, auch nicht der Garten mit seiner Ausstrahlung.» Daher der ursprüngliche Name «Le Presbytère» (das ehemalige Pfarrhaus
hinter dem Théatre de Beaulieu. die Red.). Ausserhalb der frankophonen Welt verwenden wir den Namen «Ballet for Life».

Was war die Idee von Maurice Béjart, als er dieses Ballett kreierte?
Er hat das Ballett denjenigen gewidmet, die zu früh gegangen sind, die zu jung gestorben sind – Mozart, Freddie Mercury, Jorge Donn (argentinischer Balletttänzer von Weltruf, der 1992 in Lausanne gestorben ist. die Red.).

Sie waren bereits seit 1993 Vizedirektor im Béjart Ballet Lausanne. 2007 starb Maurice Béjart. Seither liegt die Direktion dieser fantastischen Compagnie bei Ihnen. Hat sich seither etwas verändert?
Aber sicher. Die Compagnie bewegt sich immer vorwärts. Immer wieder gibt es Änderungen. Ich habe meine Ambitionen und die Truppe hat grossen Teamgeist. Ich denke, das ist unerlässlich.

Welches sind Ihre Projekte, Ihre Ziele für die Zukunft?
Einerseits einige Ballette aus dem Werk von Maurice Béjart, die mir wichtig scheinen, wieder aufzunehmen, aber ebenfalls weiterzufahren mit meinen eigenen Kreationen und auch regelmässig andere Choreographen einzuladen.

Kommen Sie mit dem Béjart Ballet in Zukunft wieder in die Deutschschweiz und nach Zürich?
Das hoffe ich sehr.

Sie haben auch schon dramatische Rollen verkörpert. Welches ist das für Sie wichtigste Theaterstück und welches der wichtigste Film?
Ich denke im Theater ist es «A-6-Roc» mit Maurice Béjart im Théâtre Vidy Lausanne, 1992, und beim Film «Paradoxe sur le Comédien» nach dem Text von Denise Diderot, von 1773.

Werden Sie auch in Zukunft wieder einmal eine dramatische Rolle übernehmen?
Ja.

Und zum Schluss: Woher stammen Sie – und gefällt es Ihnen in der Schweiz?
Ich bin in Südfrankreich geboren und es gefällt mir sehr gut in der Schweiz. Es ist ein Land, in dem man sehr gut leben kann.

     Von Kurt Büchler

Theater 11
23. bis 27. September
Ticketcorner-Vorverkaufsstellen
oder 0900 800 800

www.bejart.ch