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PinkPanorama 2009
Achte Ausgabe des LesBiSchwulesn Filmfestival in Luzern
Im November bringt PinkPanorama Farbe in die nebligen und dunk-len Herbstnächte Luzerns. Die achte Ausgabe des einzigen LesBiSchwulen Festivals in der Zentralschweiz verspricht zwölf cineastische Leckerbissen. Besondere Lichtblicke werden die schwulen Filme «Eyes Wide Open», «The Man Who Loved Yngve» und «Soundless Wind Chime» sein.
Versteckte Sehnsüchte, grenzenlose Leidenschaft, unterdrückte Freiheiten, Auf- und Ausbrüche sowie Wechselbäder zwischen Lust und Frust. Das bietet das 8. LesBiSchwule Festival PinkPanorama mit seinen zwölf Filmen vom 12. bis 18. November 2009 im stattkino in Luzern. Der Fächer reicht von der Alltagsgeschichte über das opulente Kostümdrama bis hin zur dokumentarischen Oper.
Eingebettet werden die Filme in ein vielfältiges Rahmenprogramm. So findet am Samstagabend zum ersten Mal ein Improvisationstheater mit den Platzhirschen statt. Und nach dem Film «Were The World Mine» laden PinkPanorama und Mona Lila im Kinofoyer zur Party mit DJ Glitzerhaus. Am Sonntagmorgen verfeinern «les Belles et les Femmes» den Brunch im Hotel-Restaurant Hofgarten mit musikalischen Leckerbissen. Der Chor besingt verschiedene Lebenswelten und untermalt diese mit szenischen Darstellungen. Am Abend gewährt der Dokumentarfilm «It’s Elementary» Einblick in amerikanische Schulstunden, in denen über
Homosexualität gesprochen wird. Er dient als Einstimmung auf das anschliessende Podiumsgespräch, wo Fachleute wie Esther Schönberger, CVP-Kantonsrätin und Rektorin der kaufmännischen Berufsschule Luzern, und Ulrich Zimmermann, Leiter des Moduls Sexualpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, über sexuelle Orientierung in der Schule diskutieren.
Auch die Homosexuellen Arbeitsgruppen Luzern (HALU) sind in ihrem Jubiläumsjahr am Festival präsent. Zu ihrem 30. Geburtstag runden sie ihre Jubiläumsfilmreihe am Dienstag, 17. November, mit dem Film «Soundless Wind Chime» und einem Apéro ab.
«Eyes Wide Open»
Dieser israelische Film über eine verbotene Liebe in Jerusalem wird garantiert noch für Diskussionsstoff sorgen.
Aaron (38) ist ein angesehener Schlachter in Mea Schearim, dem ultraorthodoxen Viertel Jerusalems, verheiratet mit Rivka (28) und liebevoller Vater von vier Kindern. Nach dem Tod seines Vaters sucht Aaron eine Aushilfe für den Laden. Durch Zufall kommt der charismatische, heimatlose Religionsschüler Ezri (21) in seine Schlachterei. Aaron nimmt ihn bei sich auf. Er unterrichtet Ezri in den Schlachterarbeiten und lässt ihn im ehemaligen Studio des Vaters im Dachgeschoss der Schlachterei schlafen. Er lädt ihn zu sich nach Hause ein, stellt ihn seiner Familie und der Gemeinschaft vor.
Als Aaron und Ezri in einer entlegenen Quelle gemeinsam ein rituelles Bad nehmen, kommt es zu einem ersten, intimen Moment zwischen ihnen. Aaron ist aufgewühlt, findet von nun an keine Ruhe mehr und sucht die Nähe von Ezri. Er vernachlässigt zunehmend seine Familie und seine Rolle in der Gemeinschaft, bis er sich völlig der verbotenen Liebe und der Lust hingibt.
Alarmiert von Gerüchten wendet sich Rivka hilfesuchend an Rabbi Vaisben (56), einen alten Freund der Familie und Vorsteher der Gemeinde. Er warnt Aaron und fordert von ihm, Ezri fortzuschicken. Aaron weigert sich. Bald setzen auch die «Modesty Guards», eine radikale Gruppe innerhalb der ultraorthodoxen Gemeinschaft, Aaron zu...
The Man Who Loved Yngve
Man schreibt das Jahr 1989, und diese Geschichte handelt von jungen Leuten in der norwegischen Stadt Stavanger. Gerade ist die Berliner Mauer gefallen, die Welt bekommt eine neue Ordnung, auch in Jarles (Rolf Kristian Larsen) Leben stehen Veränderungen an. Eben noch ein schüchterner Teenie ohne Freunde und ohne Freundin, hat er jetzt einen Kumpel, Helge (Arthur Berning), und eine hübsche und kluge Freundin, Katrine (Ida Elise Broch), die sogar seiner Mutter gefällt. Zudem ist er Leadsänger seiner eigenen Punkband. Und mit dieser Band steht ihm der erste Gig als Vorgruppe der heiss verehrten Mighty Dogfood bevor.
Dann kommt ein neuer Schüler in Jarles Klasse. Er heisst Yngve (Ole Christoffer Ertvåg), hört Synthiepop und spielt Tennis wie ein Gott. Jarle verliebt sich auf den ersten Blick in den blonden Hünen und kämpft fortan mit seinen Gefühlen. Dabei setzt er nicht nur die Beziehung zu Katrine aufs Spiel, sondern auch die Freundschaft mit Helge, wenn er, anstatt zur Bandprobe zu kommen, lieber mit Yngve Tennis spielt.
Soundless Wind Chime
Der Film zeigt eine Poetische Liebesgeschichte, die in Hongkong beginnt und in der Schweiz endet.
Pascal aus der Schweiz schlägt sich als kleiner Dieb in Hongkong durch. Er bestiehlt Ricky, der vom Land in die Metropole gezogen ist. Sie begegnen sich erneut und verlieben sich ineinander. Aus Fragmenten der Vergangenheit, Erinnerungen, Fantasien und Momentaufnahmen setzt sich nach und nach die Geschichte einer Liebe zwischen zwei Kulturen, dem Urner Pascal und dem Hongkong-Chinesen Ricky zusammen. Beide sind vor kurzem erst im Moloch Hongkong gelandet, erleben die Abgründe und Möglichkeiten dieser Stadt zum ersten Mal. Pascal fühlt sich zu den schwulen Clubs hingezogen, in denen die Jungs ihre Promiskuität feiern. Ricky bangt um seinen Geliebten, will ihn nicht verlieren. Ein Unfall passiert. Einfach so. Mit verheerenden Folgen. Jahre später reist Ricky in die Schweiz, auf den Spuren Pascals. Lange Zeit weiß der Zuschauer nicht, ob er ihn sucht und ob er ihn finden wird. Aber eines ist klar: Ricky reist in die Heimat Pascals, weil er seinem verlorenen Freund nahe sein will, weil er sehen will, wo dieser von ihm geliebte Mensch seinen Ursprung hat.
Die Schweiz ist karg, menschenleer, und die wenigen Bewohner reden nicht viel. Irgendwann begegnet Ricky Ueli, einem jungen Mann, der Pascal zum Verwechseln ähnlich sieht. Zwar hat er längere Haare und einen Bart, aber dennoch. Da gibt es etwas an Ueli, das Ricky bleiben lässt. In poetisch gehaltenen Rückblenden, die Zeit und Liebe geschickt verdichten, erinnert sich Ricky.
Fünf Jahre lang hat Kit Hung an seinem poetischen Werk gearbeitet. Es ist seine Abschlussarbeit an der «School of Arts» in Chicago. «Soundless Wind Chime» ist ein intimer und mutiger Debütfilm, der eng mit der Biografie des Regisseurs verwoben ist.
www.pinkpanorama.ch
PinkPanorama 2009
12. bis 18. November 2009
stattkino
Löwenplatz 11
6000 Luzern |