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13. Pink AppleFilmfestival
Das schwullesbische Filmfestival in Zürich und Frauenfeld ist zum bedeutendsten der Schweiz avanciert
von Martin Ender
1997 wurde das schwullesbische Filmfestival Pink Apple von einer Handvoll Filmbegeisterter im thurgauischen Frauenfeld gegründet. 1998 wurden gerade mal 10 Filme gezeigt. Im vergangenen Jahr waren es deren 90, und über 7000 Besucher kamen zu den Vorführungen.
Noch steht das Programm 2010 im Detail nicht fest. Aber einige Highlights, die am diesjährigen Pink Apple Festival sicher gezeigt werden, konnten wir ausfindig machen. Unter dem Fokus Südamerika werden drei Filme gezeigt: darunter das Drama «El Cuarto de Leo». Es ist der erste Spielfilm des uruguayischen Regisseurs Enrique Buchichio. Ein Film über die Suche eines jungen Uruguayers nach seiner sexuellen Identität. Ferner «Plan B» von Marco Berger (Argentinien 2009), eine Geschichte, die einen andern Lauf nimmt als geplant. Und drittens «Do Comeco ao Fim», ein brasilianischer Spielfilm über die Liebe zwischen zwei Halbbrüdern.
Dann gibt es den Dokumentarfilm «The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence» zu sehen. Oder den ersten Spielfilm des französischen Regisseurs Jason Bushman: «Hollywood je t‘aime» (siehe auch DVD-Tipps in diesem CR). Für Musical-Liebaber wird «The Big Gay Musical» von Fred M. Caruso und Casper Andreas gespielt. Und schliesslich kommt eine Hommage an Quentin Crisp mit «An Englishman in New»York» auf die Leinwand. Wir gehen im Folgenden auf drei Filme näher ein.
«An Englishman in New»York»
«An Englishman in New York» ist eine biografische Verfilmung über den homosexuellen britischen Schriftsteller Quentin Crisp und seine späten Jahre in New York. Crisp war einer der ersten, der in England seine Homosexualität offen lebte, und das zu einer Zeit, als man sich damit aus der Gesellschaft hinauskatapultierte.
Der Film, 2009 gedreht, ist eine Fortsetzung des im Jahre 1979 veröffentlichten Fernsehfilmes «The Naked Civil Servant». In beiden Filmen spielt John Hurt die Hauptrolle. «An Englishman in New York» (benannt nach dem gleichnamigen Song, der wiederum von Quentin Crisp inspiriert wurde) erzählt, wie Crisp in den 80er-Jahren nach New York zieht, wo er eine One-Man-Bühnenshow aufführt, bei der er auf originell-witzige Weise Fragen des Publikums zum Leben beantwortet. Er hat die Weisheit der Erfahrung und legt stets die höfliche Eloquenz des Briten an den Tag. Als Quentin Crisp 1980 von England nach New York zog, war er schon 72 Jahre alt. Er ist ein schwuler Dandy, schräger Paradiesvogel und englischer Exzentriker.
Es ist John Hurt, keine Frage, der den Film zu einer Sensation macht. Ihm zuzuschauen, wie er den schrulligen Crisp als eine Art «britische Lady» spielt, stets mit einer geistreichen Lebensweisheit auf den Lippen, ohne dass es je übertrieben oder lächerlich wirkt, ist eine wahre Freude. Der Zuschauer begleitet Quentin und seine Freunde mit Bewunderung und Nachsehen, verlässt das Kino bereichert, exzellent unterhalten und sehr gerührt.
«Do Comeco ao Fim» (From Beginning To End)
«Do Comeco ao Fim» ist die ungewöhnliche Liebesgeschichte der Halbbrüder Francisco und Thomas. Angesiedelt in Rio de Janeiro und Buenos Aires, erzählt der Film die Geschichte ihrer Kindheit im Umfeld ihrer liebevollen Familie und über ihr Erwachsenwerden, währenddessen sich Francisco und Thomas immer mehr ihrer verbotenen Zuneigung zueinander bewusst werden. Dieser brasilianische Spielfilm wird von der Community sehnlichst erwartet. Eine wunderbar kitschige Liebesgeschichte mit grossem Schauwert. Die Download-Zahlen des Trailers zum Film sind bereits rekordverdächtig.
«The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence»
Am Ostersamstag 1979 traten in San Francisco die ersten «Sisters» in Erscheinung. Seit 1981 breitete sich die Idee der «Sisters of Perpetual Indulgence» weltweit aus.
Die AIDS-Arbeit wurde ein Schwerpunkt in der Arbeit der «Schwestern». Der Orden wird im Dokumentarfilm «The Story of The Sisters of Perpetual Indulgence» porträtiert. Die beiden österreichischen Filmemacher Manfred Hoschek und Sigrid Smejkal haben in Berlin, Wien, San Francisco und Uruguay gedreht. Sie werden am Festival zugegen sein und auch der Zürcher Orden wird Pink Apple die Ehre erweisen und in «Uniform» einen Besuch abstatten.
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